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Details zum neuen Anschluss «Thunderbolt»

17 Kommentare — Veröffentlicht am Freitag, 25. Februar 2011, um 06:53 Uhr von Stefan Rechsteiner

Apple hat am gestrigen Donnerstag mit der aktualisierten MacBook-Pro-Reihe auch einen neuen Anschluss präsentiert, der «Thunderbolt» heisst. «Thunderbolt» ist ein neuer Anschluss, den Intel eben erst gestern offiziell angekündigt hat. Apple wird «Thunderbolt» mit grosser Wahrscheinlichkeit in Zukunft sehr prominent adaptieren, dass der Anschluss also in naher Zukunft auch Einzug in die restlichen Macs halten wird, dürfte klar sein. Vielleicht geht Apple gar soweit und verpasst auch den iOS-Geräten — allen voran dem für nächste Woche erwarteten iPad 2 — eine Thunderbolt-Schnittstelle. Geht es nach Intel und Apple, ist Thunderbolt «the next big thing».

Intel hat Thunderbolt erst gestern offiziell vorgestellt, Apple ist der erste Hersteller, der Produkte mit der neuen Schnittstelle anbietet (und durfte diese sogar vor Intels offizieller Thunderbolt-Ankündigung vorstellen). Die neue Schnittstelle geisterte die letzten Monate und Jahre jedoch bereits unter dem Code-Name «Light Peak» herum. Zwar hat Intel die Schnittstelle entwickelt, jedoch hat Apple bei dieser Entwicklung einen nicht zu unterschätzenden Anteil geleistet.

Thunderbolt ist eine I/O-/Peripherien-Schnittstelle, welche Audio, Daten, Strom und Video in einem einzigen Kabel vereint. Die Schnittstelle basiert auf den Architekturen von PCI-Express und dem HDMI-DisplayPort und weisst einen Stecker in der gleichen Form wie dem von Apple bekannten Mini-DisplayPort auf. Die Schnittstelle kann entsprechend für Peripherien wie HD-Bildschirme, Festplatten-Systeme, Ton- oder Videosysteme wie aber auch für Netzwerke benutzt werden. Über Thunderbolt werden zudem bis zu 10 Watt Energie/Strom geleitet, mit welchem man die Peripherie gleich mit Strom füttern kann (10W reicht z.B. bereits für eine 3.5-Zoll-Festplatte). Die Datenübertragung pro Kanal des neuen Anschlusses beträgt bis zu 10 Gigabit pro Sekunde, dass sind 1.25 GB pro Sekunde — eine 30GB grosse Datei kann also über Thunderbolt theoretisch innerhalb weniger als einer halben Minute übertragen werden. Pro Thunderbolt-Anschluss werden zwei Kanäle verwendet. Thunderbolt ist bidirektional, kann also gleichzeitig Daten empfangen und versenden.

Gegenüber USB 2.0 ist Thunderbolt theoretisch 20 mal schneller, 12 mal schneller als FireWire 800 und doppelt so schnell wie USB 3.0. Diese hohe Datenübertragung kommt daher, dass Thunderbolt, wie erwähnt, auf die Architektur von PCI-Express aufbaut. PCI-Express wird in Computern dazu benutzt, die verschiedenen Komponenten wie CPU, Grafikkarte, Festplatte etc. miteinander zu verbinden. Da Thunderbolt auf dieser Architektur aufbaut, ist es auch möglich, mittels Thunderbolt weitere Schnittstellen und Technologien an einen Computer anzuschliessen — so theoretisch auch FireWire 800, USB 3.0 oder eine andere Schnittstelle.

Thunderbolt unterstützt neben elektrischen auch optische Verbindungen. Apples Implementierung der Schnittstelle basiert auf den elektrischen Verbindungen (deshalb auch die 10W Strom, die möglich sind). Den Herstellern steht es frei, neben der elektrischen auch die optische Variante zu benutzen, über diese kann jedoch kein Strom mitgeliefert werden und ist auch in der Herstellung teurer. Ein weiterer Unterschied zwischen der elektrischen und der optischen Variante ist die maximale Länge der Kabel, dieses ist bei der elektrischen Variante auf 3 Meter limitiert. Bis zu sieben Geräte können an einem Thunderbolt-Anschluss angekettet werden.

Da Thunderbolt neben der PCI-Express- auch auf der DisplayPort-Architektur basiert, kann über Thunderbolt auch hochauflösendes Video- und Audio-Material übertragen werden. Das Thunderbolt die Form des Mini-DisplayPort-Anschlusses und auch auf dessen Architektur beruht, geht auf Apple zurück. Apple hat indes bei den gestern neu vorgestellten MacBook Pros auch gleich den Mini-Displayport durch Thunderbolt ersetzt. Unter anderem eine Philosophie von Thunderbolt ist es, alle Geräte — inkl. Bildschirm — über ein Kabel und ein Anschluss laufen zu lassen, ähnlich dem Prinzip von Apples früheren ADC-Anschluss (obwohl dieser die zehnfache Energieversorgung lieferte — die 10W von Thunderbolt wird kein Display füttern können).

LaCie und Promise haben gestern die ersten Thunderbolt-Geräte vorgestellt: Promise hat eine 4 bis 6 Bay RAID-Station namens «Pegasus Thunderbolt Technology DAS» und LaCie die Little Big Disk mit Thunderbolt-Anschlüssen angekündigt.

Kategorie: Technik
Tags: Anschluss, Apple, Intel, IO, Light Peak, Technologien, Thunderbolt

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17 Kommentare

Kommentar von FiveO (#23152)

Geiler Anschluss, aber ich hoffe dass damit endlich das Ende der halbjährlichen Schnittstellen Updates eingeleitet wird. Und der Kampf mit USB-3.0 (SandyBridge drin und kein USB-3.0 am neuen MBP???) ist da noch nicht gemacht - klar unglaubliche Vorteile - aber wer ausserhalb von US/GB kann den Namen dieses Anschlusses schon aussprechen???
(einfach an AC/DC denken oder was? Na na na na naaa, “SZSANDER”)

Kommentar von tho (#23154)

Habe meinen UBS Stick zuhause liegen gelassen. Habe meinen Thunderbolt Stick in der Hosentasche…. Mh, was klingt besser? :-)

Also bin gespannt, was die Zukunft bringt. Sicher eine gute Sache. Nur schade um meinen 5 Jahre alten geliebten Mac Pro, der davon nicht profitieren können wird… Aber sobald die Kriegskasse gefüllt ist, wird ein MacBook Pro hinhalten müssen. Wohl dann aber erst eine der nächsten Generationen.

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