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GT-Advanced will Saphir-Fabrik schliessen — Apple-Verträge seien «belastend»

2 Kommentare — Veröffentlicht am Montag, 13. Oktober 2014, um 06:35 Uhr von Stefan Rechsteiner

Apples Saphir-Partner GT-Advanced beantragte vergangene Woche in den USA Insolvenz. Am Freitag kündigte das Unternehmen ausserdem an, dass man die Saphir-Fabriken in Arizona und Massachusetts schliessen wolle. Die «unhaltbaren» Verträge mit Apple seien «einengend und belastend».

Anfang vergangene Woche beantragte Apples Saphir-Kristall-Produzent GT-Advanced in den USA Insolvenz nach «Chapter 11» des US-Insolvenzrechts. Aus den Anträgen des Unternehmens will das Wall Street Journal erfahren haben, dass das Unternehmen nicht mehr mit Apple zusammenarbeiten möchte: GT-Advanced will die Saphir-Fabrik in Arizona schliessen und die Tätigkeiten in Massachusetts einstellen und bezeichnet die Verträge mit Apple als «einengend und belastend».

Laut den Unterlagen wären von den Fabrik- und Standort-Schliessungen 890 Arbeitsstellen betroffen. Von den Schliessungen erhofft sich das in Schieflage geratene Unternehmen wieder bessere Zeiten: man wolle damit die zunehmenden Verluste stoppen. Die «unhaltbaren» Verträge mit Apple seien an diesen Verlusten schuld, so GT-Advanced. Deshalb will der Zulieferer nun den Bund mit Apple kündigen.

Doch, so befürchtet GT-Advanced weiter, würde auch eine potentielle Vertragsauflösung durch das Gericht die Auseinandersetzungen mit Apple noch nicht beenden. Es dürften weiterhin Forderungen des iPhone-Herstellers offen bleiben.

Apple will Arbeitsplätze erhalten

Nach dem Bekanntwerden des Insolvenzantrages liess Apple verlauten, dass man in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden nach Lösungen suchen will, damit die Saphir-Fabrik weiter betrieben werden kann.

Grosse Investition von Apple

Im November des vergangenen Jahres kündigte das Unternehmen «GT Advanced Technologies» an, in Zusammenarbeit mit Apple eine Fabrik zur Herstellung von Saphir-Kristallen aufzubauen. Apple wird die Fabrik bauen und das Projekt mit 578 Millionen US-Dollar finanzieren, während «GT Advanced Technologies» die Anlage nutzt. Die produzierten Saphir-Kristalle werden anschliessend exklusiv an Apple geliefert. Im ersten Quartal 2014 wurden aus dieser Partnerschaft zum ersten Mal Saphir-Kristalle zu einem der Apple-Zulieferbetriebe geliefert, und vor wenigen Wochen war die Fabrik soweit fertiggestellt, dass zur Massenproduktion gewechselt werden konnte.

Apple Watch mit Saphir

Apple setzt Saphir-Kristall bereits seit längerem bei der Linse der iPhone-Kamera ein. Saphir ist besonders Kratzresistent, ist es doch das zweithärteste Material nach dem Diamant. Das Display der Apple Watch wird ebenfalls mit einem Saphir-Glas überzogen sein. Vor der iPhone-6-Präsentation gab es verschiedene Gerüchte, wonach auch das neue Smartphone mit Saphir über dem Display ausgerüstet sein wird — diese Spekulationen bewahrheiteten sich nicht. Stattdessen setzt Apple bei der achten iPhone-Generation auf ein Ionen-gehärtetes Glas.

Kategorie: Apple
Tags: Apple, Apple Watch, Arizona, Gericht, Insolvenz, iPhone 6, iPhone 6 Plus, Kamera, Massachusetts, Saphir-Kristall, USA, Vertrag, Zulieferer

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2 Kommentare

Kommentar von fryke (#28477)

Dass man Verträge manchmal auch vor Unterschrift mal überfliegen sollte, lernt GT Advanced offenbar erst jetzt… Warum können sie nicht einfach zugeben, dass sie sich überschätzt haben? Und warum wollen sie Apples Hilfestellung nicht annehmen?

Ich glaub’ auch nicht, dass Apple in dieser Sache vollkommen heilig und unschuldig ist, aber für mich klingt es, als ob GT Advanced nicht im Vorfeld nach einer Lösung gesucht hat, sondern sich aus dem Staub machen will und hofft, Apple möglichst noch mit Dreck bewerfen zu können dabei.

Kommentar von zackwinter (#28479)

Auf mich wirkt diese Pleite nach fatalen Missmanagement und vielleicht sogar fehlender Sachkompetenz. GT mit seinem Managern haben sich eine Mammutaufgabe aufgebürdet, welche sie nicht Herr geworden sind. Wenn ein Vertrag stinkt, dann muss man nicht unterschreiben. Aber nach diesen Berichten scheint es mir, dass vor Vertragsunterzeichnung schon irgendwas faul bei GT war. Vielleicht hatte man sich durch eine Kooperation mit Apple erhofft, erfolgreicher und gewinnbringender zu werden.

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