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Passwort vergessen?

Konkurs eines Apple-Zulieferers fördert geheime Verträge an die Öffentlichkeit

1 Kommentar — Veröffentlicht am Montag, 10. November 2014, um 13:32 Uhr von Patrick Bieri

Obwohl Apple und der insolvente Zulieferer GT Advanced bis zum Schluss versucht haben, ihre Verträge geheim zu halten, hat ein Gericht einen grossen Teil der Dokumente nun veröffentlicht. Die Verträge zeigen, welche Anstrengungen Apple von seinen Zulieferern verlangt, um die Produktion geheim zu halten.
Die Erfolge der Überwachungsmassnahmen sind allerdings überschaubar: Über die meisten Apple-Produkte gelangen mittlerweile meist vor der Veröffentlichung Informationen an die Öffentlichkeit.

Am Freitag hat ein Richter im US-Bundesstaat New Hampshire Dokumente freigegeben, welche die Zusammenarbeit zwischen Apple und dem insolventen Zulieferer GT Advanced regeln. Die Verträge zeigen auch auf, welchen Aufwand Apple betreibt, um die Produktion geheim zu halten.

«Projekt Onyx»

Intern durften die Mitarbeiter von GT Advanced Apple nicht als Partner nennen: Die Zusammenarbeit mit Apple war unter dem Namen «Projekt Onyx» bekannt. Damit von der Partnerschaft mit Apple möglichst wenig an die Öffentlichkeit gelang, mussten die Mitarbeiter von GT Advanced Geheimhaltungs- und Sicherheitstrainings absolvieren. Später mussten die Mitarbeiter Verträge abschliessen, mit welchen sie sich verpflichteten, über ihre Arbeit zu schweigen.

Geheime Informationen, die mit der Zusammenarbeit in Verbindung standen, durften nur autorisierten Personen offengelegt werden. Diese Personen mussten für ihre Arbeit auf die geheimen Informationen angewiesen sein. Apple musste jeden einzelnen Mitarbeiter, der mit den geheimen Dokumenten arbeitete, autorisieren.

GT Advanced musste Sicherheit rund um die Uhr sicherstellen

Die Verträge zwischen Apple und GT Advanced beinhalteten allerdings viel mehr als nur Geheimhaltungsklauseln: GT Advanced musste beispielsweise einen eigenen Sicherheitsdienst aufbauen, der rund um die Uhr die von Apple geforderte Sicherheit gewährleistete.

Dieser Sicherheitsdienst musste unter anderem gewährleisten, dass allfällige Produktions-Abfälle vernichtet werden. Es sollten keine vertraulichen Informationen über die Müllentsorgung an die Öffentlichkeit gelangen.

Strenge Anforderungen an Verfügbarkeit von Ersatzteilen

Neben der Geheimhaltung der Informationen musste GT Advanced auch Apples Richtlinien anwenden, welche zum Schutz der Mitarbeiter aufgestellt worden sind. Für den Fall eines Produktionsendes wurde der Zulieferer von Apple zusätzlich verpflichtet, während sieben Jahren sicherzustellen Ersatzteile liefern zu können. Für allfällige Produktionsfehler musste GT Advanced ausserdem immer genügend Ersatzteile bereithalten.

Was nützen die Geheimhaltungsvereinbarungen?

Die Verträge zwischen Apple und GT Advanced zeigen, welche Anstrengungen Apple von seinen Zulieferern abverlangt, damit keine Informationen über die Produktion an die Öffentlichkeit gelangen.

Die Anstrengungen haben in der Praxis jedoch nur begrenzt Erfolg: Mittlerweile gelangen vor fast jeder Veröffentlichung eines neuen Apple-Produktes Produkt-Fotos und Informationen an die Öffentlichkeit. Bereits mehrere Monate vor der Veröffentlichung des iPhone 6 waren bereits die ersten Dummys im Umlauf, die dem finalen Geräte-Design entsprachen.

Kategorie: Apple
Tags: Apple, GT Advanced, iPhone, iPhone 6, Konkurrent, Konkurs, Saphir-Kristall, Sicherheit, USA, Vertrag, Vertrauen, Zulieferer

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1 Kommentar

Kommentar von sayhello (#28559)

Das mit der Veröffentlichung von Bildern etc. vor offizieller Ankündigung trifft aber hauptsächlich auf iPhone und iPad zu. Was mich in dieser Hinsicht erstaunt hat, dass man damals den neuen Mac Pro und auch die Apple Watch nie zu Gesicht bekam. Liegts vielleicht hauptsächlich an Foxconn?! Eigentlich schon schade, dass Hersteller heute solche Massnahmen ergreifen müssen weil sich Leute einfach bereichern bzw. in den Vordergrund stellen müssen.

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