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Road to iPhone OS 4.0: iAd – Apples mobile Werbeplattform

2 Kommentare — Veröffentlicht am Freitag, 09. April 2010, um 09:05 Uhr von Stefan Rechsteiner

Die Strategisch wohl wichtigste Neuerung in iPhone OS 4.0, welches Apple am gestrigen Abend der Öffentlichkeit erstmals zeigte, ist «iAd», Apples neue mobile Werbeplattform.
Apple steigt mit iAd wie im Vorfeld vermutet in den Werbemarkt ein und bietet damit Google und anderen Konkurrenten Paroli. Apple möchte mit iAd nicht nur ein riesigen Werbemarkt erschliessen (nämlich jenen von mittlerweile 85 Millionen iPhone-OS-Geräte-Besitzern), sondern möchte mit iAd auch die «Art der Werbung» verändern. Apple argumentiert sein Engagement mit iAds damit, dass man die Entwickler unterstützen möchte, durch Werbung in deren meist kostenlosen oder sehr günstig angebotenen Apps etwas Geld zu verdienen. Die Werbeeinbledungen die bisher von verschiedenen Anbietern für in iPhone-Apps angeboten werden, seien laut Apple schlicht ‚schlecht‘ (O-Ton gar: «They suck!»). Apple möchte die Werbung deshalb verbessern.
Der durchschnittliche iPhone-Benutzer verbringt pro Tag etwa 30 Minuten mit dem iPhone. Wenn man zum Beispiel alle 3 Minuten eine Werbeeinblendung schaltet, ergibt das 10 Einblendungen pro Gerät pro Tag, was wiederum auf die ganze Plattform bald zu einer Milliarde Anzeigenschaltungen pro Tag werden könnte. Es ist also eine sehr attraktiver und sehr grosser Werbemarkt. Damit diese Anzeigen aber nicht nervig werden, müsse an der Qualität der Anzeigen gefeilt werden.
Mittels iAd möchte Apple daher «die Emotion von TV-Werbung mit der Interaktivität von Online-Werbeanzeigen» kombinieren. Wenn heute die Nutzer auf mobile Anzeigen klicken, werden Sie fast immer aus der App in einen Webbrowser gebracht, der die Website des Werbenden lädt. Die Nutzer müssen danach wieder zur App navigieren und es ist oft schwer bis unmöglich wieder genau an die vorher verlassene Stelle zurückzukehren. iAd löst dieses Problem durch das Abspielen von Vollbild-Videos und interaktiven Inhalten ohne dabei jemals die Anwendung zu verlassen, und lässt den Nutzer zu jeder gewünschten Zeit wieder zur App zurückkehren (Schliess-Button im linken-oberen Screenecken). Die neuen APIs zu iPhone OS 4.0 ermöglicht es den Entwicklern, die iAd-Funktionalität einfach in die eigenen Apps zu integrieren und die Anzeigen werden so dynamisch und via Internet auf das Gerät übertragen. Apple fungiert mit iAd als Anzeige-Verkaufer und stellt diese auch bereit. Die Entwickler erhalten die branchenüblichen 60% der über iAd erzielten Umsätze.

Die iAds-Anzeigen verzichten auf Flash und setzen vollends auf HTML5 und deren Werkzeuge, deshalb gibt es auch keine zusätzliche Entwicklungsumgebung oder ein SDK für die Entwicklung von iAds, denn HTML5-Inhalte können mit jedem Editor erstellt werden. Die Werber seien frei was für Werkzeuge sie einsetzen, «solange es HTML5 sei», so Jobs.

Während der gestrigen Keynote zeigte Steve Jobs mehrere eindrückliche Beispiele wie solche iAds aussehen könnte. Zum einen wurde eine Toy-Story-3-Werbung gezeigt, in dem Benutzer in einem Menü verschiedene Möglichkeiten angeboten werden. Zum Beispiel können Trailer-Videos abgespielt werden; man kann sich die Kinos in der nahen Umgebung in einer eingebetteten Google Map anzeigen lassen, die den Film gerade spielen; man kann sich das Spiel-zum-Film aus dem eingebetteten App-Store oder den Soundtrack aus dem eingebetteten iTunes Store laden oder man kann direkt in der Anzeige ein Spiel spielen. Alles ohne die eigentliche App, in welcher die Anzeige angezeigt wird, je zu verlassen und alles mit jederzeitiger Möglichkeit, die Anzeige durch ein Schliess-Button zu verlassen und zur eigentlichen App zurückzukehren. Weitere iAds-Beispiele wurden gezeigt von NikeID und Target.

Wie Steve Jobs in der der gestrigen Keynote folgenden Fragerunde beteuerte, wolle Apple letztes Jahr eigentlich den mobilen Werbespezialisten AdMob kaufen. Dabei ist ihnen aber Google zuvor gekommen (macprime.ch berichtete - der Kauf muss aktuell übrigens zuerst noch von den US-Kartelbehörten gutgeheissen werden). Deshalb habe man Quattro gekauft (macprime.ch berichtete), von denen man nun vieles lerne.

Die Beta-Version von iPhone OS 4 und das SDK sind ab sofort für registrierte Entwickler des iPhone Developer Program erhältlich. iPhone OS 4 wird als Softwareupdate für iPhone- und iPod touch-Besitzer diesen Sommer erhältlich sein. Einige Funktionen werden nicht auf allen Produkten verfügbar sein. Zum Beispiel setzt Multitasking ein iPhone 3GS oder einen iPod touch der dritten Generation voraus (im September 2009 auf den Markt gebrachte Modelle mit 32GB oder 64GB). Garnicht unterstützt wird das iPhone und der iPod touch der ersten Generation. Eine Version von iPhone OS 4 für das iPad erscheint diesen Herbst.

Kategorie: Software
Tags: AdMob, Apple, Entwicklung, Google, Internet, iPad, iPhone, iPhone OS 4, iPod, iTunes, iTunes Store, Mac, Quattro Wireless, Road to iPhone OS 4.0, Software, Spiele, Steve Jobs, Update, Video, Werbung

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2 Kommentare

Kommentar von Fon (#16769)

Da sehe ich schon mal rot: Hey Steve, ich habe jedes Pixel des iPhones bezahlt und bezahle auch mit dem Abo jedes Byte, das übertragen wird. Nun will deine Firma, die bei Gerätepreis und Abo einen schönen Gewinn macht, einen Teil des eh schon knappen Bildschirms für Werbung benutzen und auch hier mitverdienen? Emotionen? Vielleicht nicht die Emotionen, welche Apple sich vorstellt….

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