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iOS 13: iPhone und iPod touch für das Update vorbereiten

1 Kommentar — Veröffentlicht am Sonntag, 15. September 2019, um 08:52 Uhr von Stefan Rechsteiner

Am Donnerstag, 19. September 2019, veröffentlicht Apple das neue Betriebssystem iOS 13 für iPhone und iPod touch. Das Unternehmen zeigte das System erstmals Anfang Juni anlässlich der WWDC 2019, seither wurde es in einer ausführlichen Beta-Phase ausführlich getestet und weiterentwickelt.

In den vergangenen Jahren erschienen die grossen iOS-Updates jeweils am Abend um ca. 19 Uhr. Wahrscheinlich dürfte am Donnerstag auch iOS 13 um etwa diese Uhrzeit freigeben werden. Der Update-Prozess ist Apple-typisch vornehmlich einfach. Trotzdem haben wir in diesem Artikel wie in jedem Jahr ein paar Tipps für das grosse Update zusammengestellt.

In diesem Jahr erhalten iPad-Nutzer kein Update auf iOS 13 – stattdessen rüstet Apple die eigenen Tablets mit einem separatem Betriebssystem aus. Das auf iOS 13 basierende «iPadOS» wird am Montag, 30. September 2019, veröffentlicht.

Ist mein iOS-Gerät überhaupt mit iOS 13 kompatibel?

Anders als beim der Konkurrenz erhalten Smartphone-Kunden bei Apple auch für ältere Geräte laufend und gleichzeitig mit den neusten Geräten neue Updates und haben somit Zugriff auf die neuen Funktionen der neuen Systeme. Die grossen Updates waren bisher aber trotzdem nicht mit ganz allen iPhone- und iPod-touch-Modellen kompatibel. Die ältesten Geräte blieben meist aussen vor, weil deren technische Ausstattung nicht mehr für alle Funktionen, die die neuen Systeme bieten, ausreichen. Nach zwei Jahren in denen keine älteren Geräte von der Support-Liste verschwanden, fallen in diesem Jahr mit iOS 13 sowohl beim iPhone wie auch beim iPod touch je eine Generation weg.

iOS 13 lässt sich folglich auf folgenden Geräten installieren:

  • iPhone 6s und iPhone 6s Plus (2015)
  • iPhone SE (2016)
  • iPhone 7 und iPhone 7 Plus (2016)
  • iPhone 8 und iPhone 8 Plus (2017)
  • iPhone X (2017)
  • iPhone XR (2018)
  • iPhone XS und iPhone XS Max (2018)
  • iPhone 11 (2019)
  • iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max (2019)
  • iPod touch (7. Generation; 2019)

Entwickler: Wer noch eine ältere Beta-Version von iOS 13 auf dem Gerät hat, sollte entweder wieder auf iOS 12.x zurückkehren, oder auf die Golden-Master-Version von iOS 13 aktualisieren, welche kürzlich verteilt wurde. Von älteren Beta-Versionen her lässt sich höchst-wahrscheinlich nicht direkt auf das finale iOS 13 aktualisieren.

Update via Computer: Ist iTunes aktuell?

Neue iTunes-Versionen waren in den vergangenen Jahren jeweils Voraussetzung für die Installation eines Major-iOS-Updates. Dies könnte auch in diesem Jahr der Fall sein. Apple hat im Februar die aktuelle Version 12.8.2 (für Mac; im März 12.9.6 für Windows) veröffentlicht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Nutzer, die noch nicht auf die Version 12.8 aktualisiert haben, vom iOS-13-Update ausgeschlossen sind.

Davon nicht betroffen sind natürlich Updates, die direkt über das iOS-Gerät gemacht werden (siehe weiter unten).

Platz schaffen für das Update

Hat das iPhone oder der iPod touch nur noch wenige Megabyte freien Speicherplatz? Dann ist es höchste Zeit, für mehr freien Platz auf dem Gerät zu sorgen. Nicht nur das neue OS braucht Platz, sondern auch allfällige darauf-folgende App-Updates.

Welche Apps am meisten Platz benötigen, kann in den Einstellungen unter «Allgemein» und «iPhone-Speicher» eingesehen werden (oder bei früheren iOS-Versionen unter «Allgemein» bei «Speicher- & iCloud-Nutzung» und dort unter «Speicher» bei «iPhone-Speicher»). Hier wird nicht nur angegeben, wie viel Gigabyte des gesamten Speichers benutzt und noch verfügbar sind, sondern (nach einer kurzen Ladezeit) auch welche einzelnen Apps wie viel Speicherplatz benötigen. Ein Tap auf ein hier gelistetes App zeigt weitere Details an. Auch ist hier das direkte Löschen der App möglich.

Je nach App ist es unter Umständen ratsam, ab und zu eine Neuinstallation durchzuführen – z.B. Apps, die den lokalen Speicher nur als Cache benutzen und eigentlich alle Daten in der Cloud haben, gleichzeitig aber keine Möglichkeit bieten, den lokalen Zwischenspeicher manuell zu löschen. Die App von «Twitter» ist ein gutes Beispiel hierfür. Die App selbst ist «nur» gut 100 MB gross, schluckt aber oft mehrere hundert Megabyte des lokalen Speicherplatzes aufgrund zwischengespeicherten Medieninhalten wie Fotos oder Videos. Dabei sind alle diese Inhalte in der Twitter-Cloud – d.h. ein Löschen und erneutes Installieren der App schaufelt unter Umständen einiges an Platz frei, ohne dass diese Daten verloren gehen. Es handelt sich nur um (etwas zulange) zwischengespeicherte Inhalte aus dem Twitter-Stream.

Achtung: Nicht alle Apps sind so aufgebaut, dass sie nach dem erneuten Installieren noch alle persönlichen Daten verfügbar sind. Das Löschen von Apps (inkl. seiner Daten) sollte also wohl überlegt sein.

Ebenfalls unter «iPhone-Speicher» in den Einstellungen verfügbar sind die «Empfehlungen», mit welchen das System intelligent Speicherplatz einsparen kann. Es können Fotos optimiert und Apps sowie iTunes-Videos ausgelagert werden. Bevor diese Speicherplatz-Optimierungen aktiviert werden, sollte man sich jedoch um deren Konsequenzen im Klaren sein. Zu der jeweiligen Empfehlung schreibt Apple, was genau gemacht wird, wie viel Speicherplatz damit eingespart werden kann und was eine Aktivierung entsprechend bedeutet.

In frühen Versionen benötigten iOS-Updates oft jenseits von fünf Gigabyte freien Speicherplatz um das neue System installieren zu können. Seit tiefgreifenden Optimierungen der Betriebssystem-Basis mit iOS 9 und weiteren Verbesserungen in den folgenden Versionen benötigt das iPhone-System nicht mehr so viel Platz bei einem Update. Ein Update auf das neue iOS 13 dürfte also erfahrungsgemäss noch zwischen 1 und 2 GB freien Speicherplatz benötigen.

Apps ausmisten?

Ein OS-Update kann auch immer als Motivation für einen Frühlings- oder besser «Herbstputz» betrachtet werden. Haben sich über die letzten Monate und Jahre Apps auf dem iOS-Gerät angesammelt, die eigentlich nie benutzt werden? Dann wäre es vielleicht einmal angebracht, alle Apps durchzugehen und eigentlich ungebrauchte zu löschen?

Keine Sorge: Werden die Apps wieder benötigt, können sie über den App Store jederzeit wieder auf das Gerät installiert werden. Natürlich muss bei kostenpflichtigen Apps nicht erneut dafür bezahlt werden.

Von iOS 10 oder älter her kommend? Achtung: Keine 32-bit-Apps mehr!

Mit iOS 11 wurde 2017 die Unterstützung für Apps eingestellt, welche nicht an die seit 2012 in allen neuen iOS-Geräten verbauten 64-bit-Prozessoren angepasst sind. Für Entwickler gibt es seit dem Februar 2015 einen Zwang für 64-bit-Unterstützung bei neuen Apps, und bei App-Updates seit dem Juni 2015. Wer in den letzten zwei Jahren nicht auf iOS 11 oder iOS 12 aktualisiert hat, nun aber auf iOS 13 springen möchte, kann – sofern iOS 10.3 installiert ist – in den iOS-Einstellungen unter «Allgemein» und «Info» beim Eintrag «Apps» in einer Übersicht einsehen, welche Apps auf dem persönlichen Gerät noch nicht für 64-bit angepasst wurden und deshalb ohne Aktualisierung unter iOS 13 nicht mehr lauffähig sind. Alle in dieser Liste genannten Apps werden mit dem Update auf iOS 13 nicht mehr funktionieren. Da die 32-bit-Unterstützung bereits vor zwei Jahren aus iOS entfernt wurde, darf davon ausgegangen werden, dass für die Apps, für die es bisher keine 64-bit-Updates gab, es auch künftig keine mehr geben wird. Am besten durchsucht man aber den App Store nach einer neuen Version mit neuem Namen, einer alternativen Applikation oder informiert sich direkt beim Entwickler der App über den Verbleib eines Updates oder allfällige andere Pläne des Herstellers.

Einkäufe übertragen

Damit das OS-Update später etwas zügiger vonstatten gehen kann, können getätigte und noch nicht auf den Computer gespeicherte Einkäufe auf dem iOS-Gerät auf den Computer «übertragen» werden.

Übertragen werden können Einkäufe bei angeschlossenem iOS-Gerät in iTunes über das Menü AblageGeräteEinkäufe von “Gerät xy” übertragen.

Diese Funktion ist auch mit iTunes 12.8 noch verfügbar. Die vor einem Jahr veröffentlichte iTunes-Version entfernte ansonsten den Zugang zum iOS App Store und die Verwaltung der Apps über die Mediensoftware. Das lokale Verzeichnis von iOS-Apps blieb aber weiterhin bestehen.

Fotos und Videos speichern

Falls nicht schon geschehen, sollten vor dem OS-Update allfällig neue Fotos und Videos in die Fotos-Mediathek übertragen werden. Alternativ können die Inhalte auch manuell z.B. mit dem macOS-Programm «Digitale Bilder» (/Programme/Digitale Bilder.app) auf den Computer übertragen und so gesichert werden.

Backup erstellen – iCloud und Lokal

«Last but not least» sollte auch der gesamte Inhalt der Geräte gesichert werden. Wer iCloud benutzt, kann dazu die Backup-Funktion von iCloud benutzen. Dabei ist zu beachten, dass das Gerät die Daten nur mit aktiver WLAN-Verbindung und wenn das Gerät an eine Stromquelle angeschlossen ist in die iCloud lädt. Für alle anderen bietet iTunes eine komfortable Backup-Funktion. Bei der Geräte-«Übersicht» im Abschnitt «Backup» dazu einfach die Schaltfläche «Jetzt sichern» betätigen.

iCloud-Backup-Benutzern sei geraten, die Geräte nicht nur über iCloud, sondern zusätzlich auch lokal zu sichern. Nicht zuletzt weil das Zurückspielen eines Backups vom Computer her über Kabel nicht selten schneller ist als ein Backup aus der iCloud. Und: «Doppelt hält besser.»

Batterie geladen?

Bevor es los geht: Ist der Akku geladen? Sollte das Gerät nicht mit angeschlossenem Kabel aktualisiert werden, sind mindestens 60 Prozent für das Update geraten (Prozentwert variiert je nach Akku-Stärke).

Update laden und installieren

Das Update auf iOS 13 wird auch als Over-the-Air-Update angeboten – es kann also auch ohne Kabel-Verbindung zu einem Computer direkt auf dem iOS-Gerät über eine WLAN-Verbindung geladen und installiert werden. Verfügbar wird das Update so auf dem iOS-Gerät über die Einstellungen unter «Allgemein» und «Softwareupdate» bzw. «Softwareaktualisierung».

Wer das Update bei angeschlossenem Gerät via iTunes am Computer installieren möchte: Die Schaltfläche «Nach Update suchen» bei der Geräte-Übersicht anklicken und das Update den Instruktionen nach installieren.

Geduld haben!

Nach «Macht zuerst ein Backup!» der zweit-wichtigste Leitspruch für ein grosses System-Update lautet: «Habt Geduld!». Am Donnerstag-Abend, in der Nacht auf Freitag und auch am Freitag und am Wochenende (schliesslich kommen dann die neuen iPhone 11 und iPhone 11 Pro auf den Markt) werden Abermillionen Nutzer weltweit gleichzeitig ihre iPhone und iPod touch auf das neue System aktualisieren wollen. Dazu kommt die gleichzeitige Veröffentlichung von watchOS 6. Auch bei der immensen globalen Server-Infrastruktur von Apple und seinen Partnern könnte es deshalb zu Verzögerungen kommen. Nicht ausgeschlossen sind Verfügbarkeitsprobleme für den iOS-13-Download («Update kann/konnte nicht geladen werden») und ziemlich sicher wird der Download auch etwas länger dauern als gewohnt …

Don’t panic!
- Douglas Adams

… entweder dauert es etwas länger oder man muss es unter Umständen aufgrund des grossen Ansturms mehrmals versuchen. Oder man wartet einfach die darauf-folgende Woche ab – bis dann werden sich die ersten grossen Update-Anstürme gelegt haben und das Update-Prozedere wird bestimmt schneller vonstatten gehen als noch in den ersten Stunden nach der Veröffentlichung von iOS 13.

So oder so: Wir wünschen ein erfolgreiches Update und viel Spass mit den neuen iOS-13-Funktionen!

Kategorie: iPhone, iPad und iOS
Tags: Backup, Installation, iOS, iOS 13, Update

Thema: «iOS 13»

«Ein komplett neues Erscheinungsbild. Auf einer komplett neuen Ebene.», so bewirbt Apple die dreizehnte Version des iPhone-Betriebssystems iOS. Das System bringt endlich einen offiziellen und systemweiten Dunkelmodus, Neuerungen für die Kamera- und Fotos-Apps, noch mehr Datenschutz- und Privatsphäre-Verbesserungen, eine «Streetview»-ähnliche Ansicht in Maps (in 3D) namens «Look Around», eine neue Siri-Stimme, mit der Bedienungshilfe «Voice Control» lässt sich das ganze System mit der Sprache steuern, mehr Personalisierung auf dem HomePod und neue Funktionen für die AirPods, mehr Möglichkeiten bei den Memoji, eine neue Erinnerungen-App, ein neugestaltetes CarPlay, mehr AR, mehr Leistung und noch viel mehr.

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