Deutschland: Girocard bei Sparkassen sorgt für 1.5 Millionen Apple-Pay-Nutzer

Gegenüber der Welt am Sonntag hat Apple-Pay-Chefin Jennifer Bailey erstmals Nutzerzahlen zum Apple-Bezahldienst genannt. Demnach soll die Apple-Pay-Unterstützung bei der Girocard, früher «EC-Karte», in Deutschland dem Bezahldienst ein Wachstumsschub verliehen haben. Alleine die Sparkassen sollen im Dezember mehr als 1.5 Millionen Apple-Pay-Nutzer zählen – das seien «nochmals dreimal mehr als im August». Der Start von Apple Pay mit der Girocard soll «eine der erfolgreichsten Produkteinführungen der Sparkassen in den letzten Jahren» gewesen sein, so Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, gegenüber der Zeitung. Die Sparkassen sind in Deutschland die beliebtesten Anbieter für Giro- und Gehaltskonten. Nahezu jeder zweite Deutsche über 14 Jahre sei dort Kunde, berichtet die Welt. Dabei soll es noch weiteres Wachstumspotential für Apple Pay geben, denn die Sparkassen haben gesamthaft 46 Millionen Girocards ausgegeben.

Girocard ist ein rein deutsches Verfahren, welches ausserhalb Deutschlands nicht unterstützt wird. Technisch ähnelt die Girocard den internationalen Debitkarten-Systemen «Maestro» und «V Pay», die beide in der Schweiz weit verbreitet sind. Ähnlich der Situation in Deutschland sind auch in der Schweiz solche Karten weiter verbreitet als klassische Kredit- und Debitkarten von Mastercard, Visa und Co. Während «Maestro»-Karten von Schweizer Banken als solche vertrieben werden, bieten Schweizer Banken «V PAY»-Karten meist unter eigener Marke an – dazu gehört die «PostCard» der PostFinance oder die Bankkarten der WIR Bank. Bisher sind keine Maestro- und auch keine V-Pay-Karten der Schweiz mit Apple Pay kompatibel. Die Apple-Pay-Unterstützung für Girocard in Deutschland könnte aber darauf hinweisen, dass ähnliches auch für Maestro- und V-Pay-Karten nicht länger unmöglich ist.

Von Stefan Rechsteiner
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