Neue Apple-Betas: iMessage mit Sicherheits-Funktion bei Nacktfotos an Kinder

Apple hat in der Nacht auf heute je eine zweite Vorabversion zu iOS 15.2, iPadOS 15.2, tvOS 15.2, watchOS 8.3 und macOS 12.1 an registrierte Entwickler verteilt. Die neuen Betas können über das Entwickler-Portal von Apple geladen und ausprobiert werden.

Die zweite Beta zu iOS 15.2 umfasst unter anderem eine erste der im Sommer von Apple angekündigten kommenden Sicherheits-Funktionen für die Apple-Betriebssysteme.

Nicht zu verwechseln ist die neue Funktion mit dem von Apple im August angekündigten umstrittenen System zur Erkennung von Material in iCloud, das sexuellen Kindesmissbrauch zeigt («Child Sexual Abuse Material», kurz «CSAM»; siehe PDF).

Beim neuen Feature handelt es sich um eine Sicherheits-Funktion für die Nachrichten-App (iMessage), wenn das Gerät innerhalb einer «Familienfreigabe» genutzt wird. Standardmässig deaktiviert, können Eltern die Funktion auf den Geräten ihrer Kinder aktivieren. Die Funktion erkennt Nacktbilder in der Nachrichten-App. Wenn ein Kind ein Nacktfoto empfängt oder zu senden versucht, wird das Bild für das Kind unscharf dargestellt und das Kind wird vor dem Inhalt gewarnt. In der Meldung wird darauf hingewiesen, dass es in Ordnung ist, das Foto nicht anzusehen und es wird ihm geraten, eine Vertrauens-Person um Hilfe zu bitten.

Als im Sommer die neuen Sicherheits-Funktionen angekündigt wurden, plante Apple noch, dass die Eltern der Kinder die Möglichkeit haben sollen, eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn sich das Kind in Nachrichten ein Nacktbild anschaut. Nach diversen Rückmeldungen von Sicherheits-Forschern und Interessengruppen, eine solche Benachrichtungs-Möglichkeit könnte ein Risiko für Kinder darstellen, die in einem Haushalt mit Missbrauch oder elterliche Gewalt leben, hat Apple diese geplante Funktion nun aber nicht umgesetzt. Es gibt nun also keine Möglichkeit, dass Eltern eine Benachrichtigung erhalten. Apple bietet in der dem Kind erscheinenden Meldung stattdessen eine Anleitung, wie es in der Situation Hilfe von einem vertrauenswürdigen Erwachsenen erhalten kann.

Das Scanning von empfangenen und zu sendenden Bildern auf Nacktheit erfolgt gänzlich auf dem Gerät (On-Device). Einen Einfluss auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten/iMessage soll die Funktion keine haben. Wenn Nacktheit erkannt wird, verlässt diese Information das Gerät nicht. Auch Apple kann die Nachrichten nicht einsehen.

Neben der nun erstmals in der Beta zu iOS 15.2 verfügbaren Sicherheitsfunktion plant Apple noch weitere solche Funktionen. Unter anderem soll der digitale Assistent «Siri» und die systemweite Suche von iOS dahin gehend erweitert werden, dass sie Kindern und Eltern helfen sollen, unsichere Situationen im Internet zu vermeiden. So werde Siri demnächst auch Anleitungen liefern können, wie man etwa Ausbeutungen von Kindern melden kann.

Noch ist unklar, wann genau iOS 15.2 veröffentlicht werden wird. Das System befindet sich erst seit Ende Oktober in der Beta-Phase. Erfahrungsgemäss könnte das System-Update aber noch vor dem Jahreswechsel fertig sein.

Quelle: AppleInsider

Von Stefan Rechsteiner
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