Pilotphase der Schweizer COVID-19-App gestartet

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat gestern anlässlich einer Medienkonferenz den Start der Pilotphase der Schweizer COVID-19-App verkündet. Vorerst werden Mitarbeitende der technischen Hochschulen in Lausanne (EPFL) und Zürich (ETH), Armeeangehörige, Personen aus der Verwaltung von Bund und Kantonen sowie ausgesuchte Personen in Spitälern und anderen Institutionen die App testen können.

Für iPhone bzw. iOS läuft die Pilotphase in einer geschlossenen Beta-Gruppe über Apples Distributions-System TestFlight. Für Android-Geräte ist die App aufgrund anderer Beta-Mechanismen im Play Store von Google bereits öffentlich verfügbar. Der Quellcode der Apps soll noch in dieser Woche als Open Source veröffentlicht werden.

Die Pilotphase soll bis Ende Juni laufen. Sinn und Zweck der Pilotphase ist es, technische Mängel und UX-Probleme ausfindig zu machen, bevor die App womöglich Ende Juni oder Anfang Juli veröffentlicht werden kann. Dazu muss das Schweizer Parlament aber zuerst neuen rechtlichen Bestimmungen zustimmen. Zur Abstimmung wird es im Juni anlässlich der ordentlichen Sommersession kommen.

Anfang Mai stimmte das Parlament während der ausserordentlichen Session einer Motion zu, wonach es zuerst «gesetzliche Grundlagen zur Einführung der Corona-Warn-App (Corona-Proximity-Tracing-App)» brauche. Seither ist die Veröffentlichung der Schweizer Corona-App blockiert, einzig die nun gestartete limitierte Testphase ist derzeit möglich.

Die Schweizer Corona-App – sie wird «SwissCovid» heissen – baut auf einem dezentralen System auf. Die App nutzt dabei die von Apple und Google letzte Woche mit iOS 13.5 veröffentlichte neuentwickelte API für Kontaktverfolgung bzw. «Exposure Notifications» bezüglich COVID-19-Ansteckungen.

Die Nutzung der Schweizer COVID-19-App wird freiwillig sein. Einer Umfrage des BAG zufolge wollen 59 Prozent der Bevölkerung die App installieren und nutzen.

Von Stefan Rechsteiner
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