Schweizerdeutsch für Siri und Co. – Hochschulen lancieren Dialektsammlung

Mit der «Schweizer Dialektsammlung» wurde ein schweizweites Forschungsprojekt ins Leben gerufen, mit welchem anhand einer Webapplikation Schweizer Dialekte digitalisiert werden sollen. Das Projekt baut auf die Mithilfe der Bevölkerung. Ziel ist es mit der so entstehenden Datenbank, Computerprogramme zu trainieren. So sollen dereinst auch Spracherkennungs-Dienste und digitale Assistenten wie Siri, Alexa und Co. gesprochenes Schweizerdeutsch verstehen können.

«Freiwillige Nutzer übersetzen hochdeutsche Sätze in natürliche Mundart und sprechen sie, oder überprüfen die Aufnahmen anderer Nutzer», heisst es auf der Webseite des Projektes. «Die Ergebnisse werden für Forschungszwecke veröffentlicht und können genutzt werden, um Systeme für die Verschriftlichung gesprochener Mundart zu entwickeln.» Man wolle «mindestens 2000 Stunden schweizerdeutsche Aufnahmen von allen Dialekten» sammeln, so die Verantwortlichen der Schweizer Dialektsammlung.

Das Projekt wird vom Verband für Sprachtechnologie in der Schweiz, «Swiss Association for Natural Language Processing» oder «SwissNLP», organisiert. Der Verband führt das Projekt gemeinsam mit den Fachhochschulen ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) und FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) durch. Das Medienunternehmen Tamedia mit «20 Minuten» und die Produktionsfirma «Mediafisch» stellen als Basis für die Sprachaufnahmen Textdaten zur Verfügung. Unterstützt wird die «Schweizer Dialektsammlung» ausserdem durch die «AXA Versicherung», das «Media Technology Centre» der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), das «Language and Space Lab» der Universität Zürich, das ETH- und ZHAW-Spin-Off «SpinningBytes» und die «Initiative ZHAW Digital».

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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