Login- & Registrieren-Schnellzugang

Passwort vergessen?

Road to iPhone 5s: Neues Kamera-System

Veröffentlicht am Mittwoch, 18. September 2013, um 14:24 Uhr von Stefan Rechsteiner

Am Freitag, 20. September, kommt die siebte iPhone-Generation «iPhone 5s» in ausgewählten Ländern auf den Markt. In den USA, UK, Deutschland, Frankreich, China, Japan und einigen weiteren Ländern wird man ab Freitag die Möglichkeit haben, das neue iPhone-Modell zu kaufen. Wann das neue Modell auch in der Schweiz erhältlich sein wird, kann uns auch Apple Schweiz nicht mitteilen. Apple kündigte vergangene Woche einzig an, dass die neuen iPhones «bis im Dezember» in 100 weiteren Märkten verfügbar sein soll. Vermutlich wird es Oktober oder November, bis das iPhone 5s auch hierzulande verfügbar sein wird. Das neue iPhone bringt neben seinen neuen Farbvarianten «Gold» und «Spacegrau» unter anderem ein neues Kamera-System, neue Prozessoren und ein Fingerabdruck-Leser.

In einer dreiteiligen Artikel-Serie beleuchten wir die Highlights von Apples neuem High-End Smartphone «iPhone 5s»:

Neues Kamera-System

«Die beste Kamera ist die, die man immer bei sich hat.» Nie war dieser Satz omnipräsenter als in den vergangenen paar Jahren. Seit das iPhone auf dem Markt ist, scheint Apple den Fokus bei jeder neuen iPhone-Generation noch mehr auf die Kamera zu richten. Dabei ist die Kamera doch nur eine von vielen Punkten in der langen Liste der Funktionen des Apple-Smartphones. Doch Apple hat es geschafft, das iPhone zur populärsten Kamera der Welt zu machen (zumindest wenn man die Upload-Zahlen auf Fotoportalen wie flickr betrachtet). Apple spendiert der iPhone-Kamera mit jeder neuen Generation weitere Funktionen und schraubt weiter an der Qualität der Fotografien. Apple jagt nicht den Megapixel-Thron, sondern entwickelt Innovationen in anderen Gebieten. Nachdem die iSight-Kamera bereits letztes Jahr im iPhone 5 viele Verbesserungen erfuhr, erhält das diesjährige «iPhone 5s» erneut ein signifikant verbessertes Kamera-System.

iPhone 5s Kamera

Seit dem iPhone 4S knipst die iSight-Kamera mit einer 8-Megapixel-Auflösung — eine Auflösung, die Apple letztes Jahr beim iPhone 5 und auch beim neuen iPhone 5s nicht geändert hat. Das Gros der Konkurrenz gibt sich derweil der Megapixel-Jagt hin. Die meisten Smartphone-Kameras lösen derzeit mit 12 Megapixel auf. Nokia hält mit der 41-MP-Kamera im neuen Lumia 1020 mit grossem Abstand den Rekord. Diesem Trend nicht folgen möchte offensichtlich Apple. Der iPhone-Hersteller setzt auf andere Techniken, die Qualität der Fotos zu verbessern: zum Beispiel auf grössere Pixel.

Grössere Pixel und grössere Blende

Bei der Fotografie dreht sich sozusagen alles um Licht. Es ist absolut entscheidend, wie viel Licht ein Sujet reflektiert bzw. wie viel Licht eine Kamera aufnehmen kann. Der Kamera-Sensor nimmt das Licht auf, welches durch die Linse auf die Sensor-Pixel gelangt. Um so grösser der Sensor (und dessen Pixel) ist, um so mehr Licht kann eingesammelt werden. Dies wiederum resultiert in besseren, helleren und farbechteren Fotos mit weniger Rauschen.

Der neue Fotosensor der iSight-Kamera des iPhone 5s nimmt das Licht auf 1.5µ grossen Pixeln auf — laut Apple sind diese 1.5 Mikrometer grossen Pixel «viel grösser als die meisten Pixel der Konkurrenz-Smartphones». Ein Blick auf die Datenblätter offenbart jedoch: das HTC One verfügt mit seinen «UltraPixels» über 2 Mikrometer grosse Pixel, das iPhone 5 verfügte bereits über 1.4µ Pixel und die meisten aktuellen Konkurrenz-Smartphones sind ebenfalls in diesem Gebiet: Motorolas «Moto X», Sonys «Xperia Z1» und Nokias «808 PureView» haben allesamt Fotosensoren mit 1.4µ Pixel. Samsungs «Galaxy S4» verfügt — wie Nokias Megapixel-Wunder «Lumia 1020» — über 1.12µ Pixel, während das «Galaxy S4 Zoom» über 1.34µ grosse Pixel verfügt. Auch wenn Apples Behauptung, einem Grossteil der Konkurrenz weit voraus zu sein, in diesem Bereich nicht ganz genau zutrifft, werden die grösseren Pixel durchwegs für bessere Fotos sorgen.
Zusammen mit den grösseren Pixeln vergrösserte sich entsprechend auch die aktive Fläche des Sensors um 15 Prozent.

iPhone 5s Beispielfotografie

Bereits beim iPhone 5 setzte Apple eine neue Optik, bestehend aus fünf Linsen, ein. Beim iPhone 5s wurde nun zusätzlich auch die Blende vergrössert. Diese öffnet nun bis zu einer relativen Blende von 2.2, wodurch noch mehr Licht auf den Sensor treffen kann als bisher (f2.4 beim iPhone 4S und 5, davor f2.8).

Auch bereits seit dem iPhone 5 verfügt die iSight-Kamera über einen integrierten Infrared-Cut-Off-Filter, sowie einen hintergrundbeleuchteten Sensor.

Die grössere Blende und die grösseren Pixel sorgen also insbesondere dafür, dass die neue iSight-Kamera Licht-empfindlicher ist und so bessere Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen erbringen kann. In reinen Zahlen ausgedrückt ist die neue iSight-Kamera des iPhone 5s um 33 Prozent Licht-empfindlicher als noch die Kamera des iPhone 5.

Bildstabilisierung

Weiter verbessert gegenüber der iPhone-5-Kamera wurde die Bildstabilisierung. Die Stabilisierung funktioniert wie folgt: Wird ein Foto aufgenommen, schiesst die Kamera eigentlich nicht nur eines, sondern gleich vier Fotos ganz schnell nacheinander. Das System setzt dann die besten Teile dieser Fotos zu einem einzigen Foto zusammen — das Resultat ist ein Foto welches möglichst wenig Rauschen, Bewegung und Verwackelung aufweist.

iPhone 5s Bildstabilisierung

True Tone Blitz

Als erstes Smartphone überhaupt, bietet das iPhone 5s von Apple mit dem «True Tone Blitz» einen speziellen Dual-Blitz, welcher ein weisses und ein bernsteinfarbenes LED-Licht kombiniert. Das spezielle ist die Kombination dieser beiden unterschiedlich-farbenen Lichter. Wenn beim iPhone 5s mit dem Blitz fotografiert wird, ermitteln Algorithmen im neuen Kamera-System die Farbtemperatur der Umgebung. Mittels «über 1000 Kombinationen» bestimmt das iPhone dann die richtige Intensität von weissem und bernsteinfarbenem Licht, damit die Bilder mit realistischeren Farben daherkommen. Bilder sollen so durch den farblich angepassten Blitz weder zu kühl noch zu warm werden. Auch sorgt der True-Tone-Blitz so für bessere Glanzlichter und natürlichere Hauttöne.

Silberness iPhone 5s mit dem True-Tone-Blitz

Bessere Panoramen

Seit dem iPhone 4S gibt es eine Funktion, bei der durch eine einfache Schwenkbewegung des iPhones ein Panoramabild aufgenommen werden kann. Wer diese beliebte Funktion bisher bei wechselnden Lichtverhältnissen verwendet hatte, erhielt oft teils über- oder teils unterbelichtete Panoramasegmente. Neu passt das iPhone während der Aufnahme automatisch die Belichtung an, sodass Glanzlichter und Schatten optimal aufgenommen werden. Auch können die Panoramas neu schneller aufgezeichnet werden — dabei werden eindrückliche 30 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet (50 Prozent mehr als noch beim iPhone 5).

Automatische Blendenanpassung bei Panoramen

Bildsignalprozessor (ISP) und Burst-Modus

Im neuen A7-Chip im iPhone 5S befindet sich auch ein neuer von Apple entwickelter Bildsignalprozessor (Image Signal Processor). Dank diesem leistungsfähigen Chip funktioniert der Autofokus beim neuen iPhone bis zu zweimal schneller als beim iPhone 5. Auch die schnellere Ausführung aller anderen Kamera-Funktionen sind grösstenteils auf diesen Chip zurückzuführen — zum Beispiel die bereits mehrfach erwähnten schnelleren Bildaufnahmen. Dieser Umstand nützt aber nicht nur für einzelne Fotos, sondern erlaubt auch eine neue «Serienbildfunktion». Diese Funktion ist vor allem bei der Aufnahme von bewegten Sujets interessant. Durch diesen «Burst Modus» können nun hunderte Fotos aufgenommen werden — dazu bleibt der Finger einfach auf dem Auslöseknopf der Kamera. Solange der Finger den Auslöseknopf berührt, werden im Hintergrund 10 Bilder pro Sekunde aufgenommen. Mittels verschiedenen Kriterien (Bildschärfe, Qualität, Ist eine Person im Bild?, Lächelt die Person?, Hat die Person die Augen geschlossen?) werden im Hintergrund alle Aufnahmen analysiert. Die besten Aufnahmen oder eine Bildfolge werden dann dem Benutzer vorgeschlagen, alternativ kann man auch selbst aus allen Fotos seine Lieblinge auswählen.

Burst-Modus

Slo-Mo Video

Ebenfalls durch den neuen leistungsfähigen ISP ermöglicht wird die neue «Slow Motion»-Videofunktion. Diese Zeitlupenfunktion erlaubt das aufzeichnen von HD-Videos (720p) mit 120 Bildern pro Sekunde. Tatsächlich nimmt das iPhone 5s alle 720p-Videos in diesem Modus auf. Erst im Nachhinein kann der Benutzer dynamisch auswählen, welche Video-Sequenzen mit einem Viertel der Geschwindigkeit (120fps) und welche Sequenzen in normalem Tempo (30fps) abgespielt werden sollen.

Neue Kamera-App

Verbunden mit der neuen Kamera-App in iOS 7 bietet das neue Kamera-System noch mehr neue Funktionen. Neben den bereits bekannten neuen Foto-Filtern kann neu zum Beispiel auch in Videos gezoomed werden — bis zu einem digitalen 3-fach Zoom. Und «last but not least» soll auch die FaceTime HD Kamera lichtempfindlicher geworden sein.

iPhone 5s mit iOS 7 Kamera-App

Beispielmaterial

Auf der eigenen Webseite bietet Apple einige Beispiel-Fotografien, welche mit dem iPhone 5s aufgenommen wurden. Auch die Burberry-Show an der Fashion Week in London wurde mit iPhone 5s aufgezeichnet.

Apples Produkt-Video zur neuen iSight-Kamera des iPhone 5s

Unterstütende Quellen: PhoneArena und Apple.

Kategorie: Specials
Tags: 10fps, 120fps, Aperture, Apple, Apple A7, Bildsignalprozessor, Bildstabilisierung, Blende, Blitz, Burst Mode, FaceTime, Fotografie, Fotos, Fotosensor, Galaxy S4, Galaxy S4 Zoom, Image Signal Processor, iOS, iOS 7, iPad, iPhone, iPhone 5, iPhone 5s, iSight, ISP, LED, Licht, Lumia 1020, Megapixel, Microsoft, Motorola, Motorola Moto X, Nokia, Nokia 808 PureView, Panorama, Pixel, Road to iPhone 5s, Samsung, Schweiz, Serienbild, Slo-Mo, Slow Motion, Sony, Sony Xperia, Sony Xperia Z1, Technologien, True Tone, Update, Video, Zeitlupe

macprime sucht Verstärkung!

Wir haben Grosses vor und möchten dazu unsere Redaktion erweitern.

Zur Verstärkung für unser kleines Team suchen wir deshalb am besten per Sofort folgende Unterstützung:

News-Redaktor/in

Möchtest du Teil des «Team macprime» werden? Dann melde dich bei uns.
Ausführliche Details zu den Aufgabenbereichen und Anforderungen finden sich in der Stellenausschreibung.

Noch keine Kommentare

Anmelden um Kommentar zu verfassen

Allegra Leser! Nur angemeldete Leser können bei diesem Inhalt einen Kommentar schreiben. Jetzt kostenlos registrieren oder mit bestehendem Benutzerprofil anmelden.