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Warum Apple den NFC-Chip des iPhone nicht für andere öffnet

Veröffentlicht am Donnerstag, 07. Juli 2016, um 10:30 Uhr von Stefan Rechsteiner

Dass der NFC-Chip im iPhone und in der Apple Watch nur von Apples eigenen Diensten genutzt werden kann, wird seit längerem von einigen Entwicklern und vor allem von Anbietern von Bezahllösungen stark kritisiert. Diese Woche gipfelte dies gar in einer Klage, die die Schweizer Konsumentenschutz-Stiftung deshalb bei der Wettbewerbskommission eingereicht hatte. Die bei Apple für Apple Pay zuständige Managerin erklärt nun, weshalb das Unternehmen NFC nicht einfach für Entwickler öffnet.

Seit dem iPhone 6 verbaut Apple in seinen Smartphones NFC-Chips. Auch die Apple Watch ist mit einem solchen Nahfeldkommunikations-Chip ausgerüstet. Während bei mit Googles Betriebssystem «Android» ausgestatteten Smartphones die NFC-Technologie für diverse Anwendungen und von theoretisch jeder App genutzt werden kann — beispielsweise um Daten zwischen zwei Geräten auszutauschen — bleibt NFC bei den meisten iPhones auf diesem Planeten ein unbenutzter Chip. Apple nutzt NFC einzig für Apple Pay. Die Bezahllösung ist erst in wenigen Ländern weltweit verfügbar — seit heute in Sieben, denn der Dienst startete heute auch in der Schweiz. App-Entwickler erhalten auf den NFC-Chip bei Apple keinen Zugriff. Dieser Umstand sorgte vor allem mit der Einführung von Apple Pay und dem ersten mit NFC-ausgestatteten iPhone (das iPhone 6) im Herbst 2014 für Kritik, jüngst hierzulande sogar für rote Köpfe. Verschiedene Initianden der Bezahllösung «Twint» kritisierten Apple öffentlich und die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat diese Woche bei der Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) sogar eine Klage eingereicht. Die SKS fordert die WEKO dazu auf, den Schweizer Markt für Bezahl-Apps zu untersuchen und möchte, dass Apple die NFC-Schnittstelle seiner iPhones auch den Mitbewerbern freigibt.

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An Apples Haltung wird sich so rasch wohl aber nichts ändern. Das WEKO sieht derzeit weder akuten Handlungsbedarf bezüglich eines Verfahrens gegen den iPhone-Hersteller, noch, so die Behörde, liesse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob Apple dereinst von der WEKO gezwungen werden könne, die NFC-Schnittstelle für Dritte freizugeben.

Warum Apple den Zugang zum NFC-Chip nicht öffnet, erklärte Apple-Pay-Chefin Jennifer Bailey nun in einem Newsnet-Interview. Die Apple-Managerin wird dort zitiert: «Wenn man sein iPhone heute an ein NFC-Terminal hält, weiss das Telefon automatisch, dass es Apple Pay öffnen muss. Wenn mehrere Apps NFC nutzen könnten, wäre es schwierig denselben Komfort und dasselbe Tempo zu bieten.» Denn, so erklärt Bailey weiter, «bei NFC gibt es kein Protokoll, das einem Telefon sagen würde, welche App es öffnen soll. Etwa in einem Hotel ist es möglich, per NFC Türen zu öffnen. Leider ist es heute nicht möglich, dass die Türe dem Telefon sagt, ich bin eine Hoteltüre, öffne diese App. Um diese einfache und schnelle Art zu garantieren, geben wir nur der Wallet-App und damit Apple Pay Zugriff auf den NFC-Chip».

Kategorie: Technik
Tags: Apple, Apple Pay, Apple Watch, iPhone, iPhone 6, iPhone 6 Plus, iPhone 6s, iPhone 6s Plus, iPhone SE, Konsumentenschutz, NFC, Schweiz, SKS, Stiftung für Konsumentenschutz, Twint, WEKO

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