Bericht: Apple erwägt Rückkehr in den Servermarkt
Apple könnte erstmals seit der Einstellung des Xserve vor nunmehr fünfzehn Jahren wieder eigene Server verkaufen. Einem Bericht zufolge arbeitet der Mac-Hersteller an einem KI-Server mit mehreren der noch unveröffentlichten «M8 Ultra». Für die Vernetzung der Chips prüft das Unternehmen angeblich Technik von Nvidia. Auf den Markt käme das Gerät jedoch frühestens 2029 – sofern das Vorhaben überhaupt weiterverfolgt wird.
Wie das Branchenportal The Information unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, entwickelt Apple derzeit einen Server für den Unternehmenseinsatz, den der Konzern anschliessend auch verkaufen und nicht nur selber betreiben würde. Als Kundschaft nennt der Bericht KI-Entwickelnde, Unternehmen und Behörden. Im Zentrum stehe die KI-Inferenz, also das Ausführen bereits trainierter Modelle auf eigener Hardware. Es seien zwei Modelle geplant: ein kleineres mit zwei «M8 Ultra» und ein grösseres mit vier dieser SoC.
Nvidia als möglicher Partner
Gemäss Bericht erwägt Apple für die Verbindung der Chips «NVLink Fusion» von Nvidia – das ist ein Paket an Switches, Chiplets und Software, das der Grafikchip-Hersteller jüngst auch für fremde Prozessoren geöffnet hat. Heise etwa beschreibt drei mögliche Ebenen: innerhalb des Prozessors, zwischen mehreren Prozessoren auf einem Board und über Switches zwischen mehreren Boards bis hinauf zum Rack. Apples eigener Interconnect – bei den aktuellen Ultra-Chip die «UltraFusion»-Technologie – liesse sich nur mit Kosten- und Geschwindigkeitsnachteilen so weit hochskalieren, so der Bericht.
The Information relativiert derweil den eigenen Bericht – finalisiert sei noch nichts davon. Das Projekt könnte noch gestrichen werden oder auch ohne Nvidia-Technik weiterlaufen. Begonnen habe das Vorhaben erst vor rund einem Jahr – angeblich explizit unterstützt vom damaligen Hardware-Chef und heutigen Apple-CEO John Ternus.
Wenn das Projekt tatsächlich zustande kommt und wirklich ein Ultra-SoC der «M8»-Generation anvisiert wird, dann dürfte die via Golem ins Spiel gebrachte Fertigung Grund für den späten Zeithorizont sein: Wie das Magazin vermutet, könnte der «M8» einer der ersten Apple Silicon sein, der bei TSMC im 1.4-Nanometer-Verfahren hergestellt wird (von TSMC intern «A14-Klasse» genannt). Die kommerzielle Massenproduktion dieser nächsten Evolutionsstufe dürfte überhaupt erst 2027 oder 2028 anlaufen.
Nachfrage aus dem KI-Umfeld
Der Zeitpunkt für ein Revival des Xserve resp. eines KI-fokussierten Apple-Servers kommt nicht von ungefähr: Im dritten Fiskalquartal 2026 legte der Mac-Umsatz um fast 29 Prozent auf 10.3 Milliarden US-Dollar zu und wuchs damit stärker als jedes andere Apple-Segment. Wie es im The-Information-Bericht heisst, sollen KI-Firmen in den vergangenen Monaten «Zehntausende» Mac mini und Mac Studio beschafft haben, um KI-Agenten zu trainieren. Die anhaltend angespannte Verfügbarkeit der Desktop-Mac hierzulande und andernorts ist eine direkte Folge davon.
Ausserdem baut Apple wieder eigene Server – jene für «Private Cloud Compute», die seit kurzem auch auf Google-Infrastruktur mit Nvidia-Grafikchips laufen. Der Mac-Hersteller gewährt seinen Partnern dabei aber keinen Zugriff auf diese Hardware. Offen bleiben laut Bericht zwei Baustellen: ein tragfähiger Support für Geschäftskunden und mehr Software-Ressourcen für KI-Entwickelnde, etwa weitere Investitionen in das MLX-Framework. Überhaupt dürfte es im Enterprise-Segment auch eine Vertrauensfrage geben – Apple hat schliesslich den Xserve und auch den Mac Pro schon zweimal fallengelassen.
Xserve (2002 – 2011)
Von 2002 bis 2011 hatte Apple mit dem Xserve schon einmal Server-Hardware im Sortiment – zuerst mit «PowerPC»-Prozessoren («G4» und «G5») in Partnerschaft mit IBM, ab 2006 mit «Xeon»-Chips von Intel. Die Hardware und auch das UNIX-basierte «Mac OS X Server» überzeugten, der Server blieb trotzdem ein Nischenprodukt.
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