Oscars 2022: Mit diesen Filmen erhofft sich Apple Erfolge

Seit zwei Jahren spielt Apple mit seinen eigenen Produktionen für Apple TV+ mit beim Rennen um den global wichtigsten Filmpreis. Wie schon in den Vorjahren kann sich Apple auch heuer reelle Chancen um den einen oder anderen Goldjungen machen. Eine Analyse von Apples Angebot, bevor die diesjährigen Oscar-Nominationen am Dienstag bekannt gegeben werden.

Stefan Rechsteiner

Apple hat im für die diesjährigen Oscars zugelassenen Zeitfenster 11 Spielfilme und Dokumentarfilme auf Apple TV+ veröffentlicht. Davon sind sieben Filme für die Oscars 2022 teilnahmeberechtigt (weil sie etwa zusätzlich auch in ausgewählten Kinos angelaufen sind). Es handelt sich konkret um die folgenden Apple-TV-Plus-Projekte – Apple dürfte mit all ihnen Ambitionen auf die goldene Statue haben:

Ebenfalls zwischen Ende März und dem 31. Dezember 2021 von Apple veröffentlicht wurden die vier Dokumentar-Filme «The Year Earth Changed», «Who Are You, Charlie Brown», «9/11: Inside the President’s War Room», «‘Twas the Fight Before Christmas» und der animierte Kurzfilm «Blush» – diese Filme sind aber gemäss den Zulassungsregeln nicht für die Oscars teilnahmeberechtigt.

Die Mitglieder der «Academy of Motion Picture Arts and Sciences» durften vom 27. Januar bis zum 1. Februar ihre Wahl für die diesjährigen Oscars einreichen. Nun werden die Nominierungen für die Oscars 2022 am Dienstag, 8. Februar, bekannt gegeben. Die Oscar-Verleihung findet dann in der Nacht vom 27. auf den 28. März statt.

4 × auf den Oscar-Shortlists

Die Oscars werden in 23 Kategorien verliehen. Zu zehn Kategorien davon hat die Academy bereits sogenannte «Shortlists» veröffentlicht. Dabei handelt es sich gewissermassen um eine Zwischenstufe des Nominierungs-Prozesses oder um eine «Ausdünnung» der Filme, die sich in diesen Kategorien für die Oscars qualifizieren.

Shortlists gibts für die Kategorien «Bester Dokumentarfilm», «Bester Dokumentar-Kurzfilm», «Bester internationaler Film», «Bestes Make-up und beste Frisuren», «Beste Filmmusik», «Bester Song», «Bester animierter Kurzfilm», «Bester Kurzfilm», «Bester Ton» und «Beste visuelle Effekte».

Apple ist mit vier Filmen auf drei Shortlists vertreten: Chancen auf eine Oscar-Nomination für «Bester Dokumentarfilm» dürfen sich die beiden Musik-Dokumentarfilme «Billie Eilish: The World’s a Little Blurry» und «The Velvet Underground» ausrechnen. Apples dritter für die Oscars zugelassener Dokumentarfilm – die Wal-Doku «Fathom» – ist nicht auf der Shortlist und damit bereits aus dem Rennen um den prestigeträchtigen Filmpreis.

Die grossen Oscar-Hoffnungsträger für Apple sind in diesem Jahr die zwei Spielfilme «CODA» und «The Tragedy of Macbeth». Beide Filme sind auch auf Shortlists vertreten. Der Spielfilm «The Tragedy of Macbeth» ist mit seinem Score auf der Shortlist für «Beste Filmmusik» und der Titel «Beyond The Shore» aus dem Film «CODA» ist auf der Liste für «Bester Song».

Favorit «CODA»

Allen Apple-TV-Plus-Projekten voran gehört der Coming-of-Age-Film «CODA» zu den grossen Favoriten um die diesjährigen Oscars. Der bereits mehrfach bei wichtigen Branchenpreisen ausgezeichnete Film wird einerseits in der wichtigsten Kategorie «Bester Film», wie auch in den beiden prestigeträchtigen Kategorien «Bestes adaptiertes Drehbuch» (Siân Heder) und «Bester Nebendarsteller» (Troy Kotsur) weit oben gehandelt. Auch in der Kategorie «Bester Schnitt» (Geraud Brisson) darf sich der Apple-Film Hoffnungen auf eine Nomination machen.

Zusätzlich kommt die oben erwähnte Nennung in der Shortlist für «Bester Song» (Nicholas Britell, Ariana Grande, Scott Mescudi, Taura Stinson).

Nicht ausgeschlossen ist, dass sich CODA zudem auch in den Kategorien «Beste Regie» (Siân Heder), «Beste Darstellerin» (Emilia Jones) und «Beste Nebendarstellerin» (Marlee Matlin) Chancen auf eine Nominierung erhoffen kann.

Favorit «The Tragedy of Macbeth»

Der neue Joel-Coen-Film «The Tragedy of Macbeth» gehört in zwei Kategorien zu den Oscar-Favoriten: Denzel Washington darf sich sehr berechtigte Hoffnungen auf eine Nomination als «Bester Hauptdarsteller» machen – dem gleich auch Kameramann Bruno Delbonnel für den «Beste Kamera»-Oscar. Stefan Dechant sowie Nancy Haigh gehören zudem zum Favoriten-Kreis für eine Nominierung für «Bestes Szenenbild». Ebenfalls zum erweiterten Favoriten-Kreis für Oscar-Nominierungen gehören Frances McDormand als «Beste Hauptdarstellerin» und Joel Coen für «Bestes adaptiertes Drehbuch».

Zusätzlich kommt die oben erwähnte Nennung in der Shortlist für «Beste Filmmusik» (Carter Burwell).

Apples Macbeth könnte zudem auch in den Kategorien «Bester Film» (Joel Coen, Robert Graf, Frances McDormand), «Beste Regie» (Joel Coen), «Bester Nebendarsteller» (Corey Hawkins), «Bester Nebendarstellerin» (Kathryn Hunter), «Bestes Kostümdesign» (Mary Zophres) und «Bester Schnitt» (Reginald Jaynes, Lucian Johnston) auf eine Nomination hoffen.

«Swan Song» und «Finch», sowie Billie-Eilish- und Velvet-Underground-Dokus

Zum grösseren Favoriten-Kreis für mögliche Oscar-Nominierungen gehört auch Mahershala Ali mit seiner Doppelrolle in «Swan Song» («Bester Hauptdarsteller») und dessen Drehbuch-Autor Benjamin Cleary («Bestes Drehbuch»).

Eher unter «ferner liefen» wird der Tom-Hanks-Blockbuster «Finch» genannt – bzw. eben nicht genannt bei den Favoriten um Oscar-Nominationen.

Wie oben erwähnt, sind auch die beiden Musik-Dokumentarfilme «Billie Eilish: The World’s a Little Blurry» und «The Velvet Underground» beide auf der Shortlist in der Kategorie «Bester Dokumentarfilm».

Apple und die Oscars: Third time’s the Charm?

Als Apples Video-Streamingdienst im November 2019 mit einem in den ersten Wochen noch sehr überschaubarem Angebot lanciert wurde, hegte Apple bereits Oscar-Ambitionen. Hoffnungen auf einen der Preise wird sich Apple primär mit dem Tier-Dokumentarfilm «The Elephant Queen» gemacht haben. Dieser war dann Anfang 2020 schlussendlich aber nicht in die engere Wahl um den Dokumentarfilm-Oscar gekommen.

Letztes Jahr standen die Chancen um erste Oscar-Nominationen für Apple mindestens mit der Polit-Doku «Boys State» und dem Animations-Film «Wolfwalkers» sehr gut. Apple fuhr dann tatsächlich zwei Oscar-Nominierungen ein: «Wolfwalkers» ging wie erwartet in der Kategorie «Bester Animations-Film» ins finale Rennen um einen Oscar – und «Greyhound», Apples 2.-Weltkrieg-Blockbuster von und mit Tom Hanks, wurde nominiert in der Kategorie «Bester Ton». Wie im ersten Jahr ging Apple dann aber auch letztes Jahr leer aus.

Mittlerweile hat sich der Mac-Hersteller mit den gut 100 Filmen und Serien auf Apple TV+ gesamthaft über 900 Award-Nominationen sichern können. Über 200 Mal hatte es dann auch geklappt und die Apple-Projekte wurden mit den Branchen-Preisen ausgezeichnet, darunter zahlreiche Emmys, Golden Globes, SAG-Awards und viele mehr – aber bis dato noch keinen Oscar.

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