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Tim Cook: Apple Watch wird Leben verändern — deutliche Worte für mehr Datenschutz

Veröffentlicht am Mittwoch, 18. Februar 2015, um 16:18 Uhr von Stefan Rechsteiner

Apple-Chef Tim Cook trat vergangene Woche gleich an zwei Konferenzen auf. Cook prophezeite dabei, dass die Apple Watch einen Welt-verändernden Effekt haben wird wie das iPhone und das iPad und sprach sich mit deutlichen Worten für mehr Datenschutz und gegen die Überwachung aus.

Apple CEO Tim Cook sprach vergangene Woche an der «Technology and Internet»-Konferenz des Finanz-Institutes Goldman Sachs. Cook kündigte dabei Apples bisher «kühnstes, grösstes und ambitioniertestes Projekt» an: Das Unternehmen wolle ein riesiges Solarkraftwerk im US-Bundesstaat Kalifornien erbauen. Die Anlage soll dereinst alle Einrichtungen des Unternehmens im Golden State mit Strom versorgen können. Anlässlich der Veranstaltung äusserte sich der höchste aller Apple-Manager aber auch über die kommende Apple Watch und über den Datenschutz. Zu letzterem Thema sprach Cook am Freitag ausserdem mit deutlichen Worten an der Cybersicherheits-Konferenz des Weissen Hauses an der Stanford Universität.

Apple Watch wird das Leben verändern

Der Apple-Chef trug an der Goldman-Sachs-Konferenz eine Apple Watch am Handgelenk. Er selbst nutze die Uhr vor allem für das Aufzeichnen seiner Sport-Aktivitäten und um mit dem digitalen Assistenten «Siri» zu interagieren. Die Apple Watch sei nicht das erste Gerät in dieser Kategorie, jedoch sehe er Chancen, mit der Uhr zwar nicht als erster im Markt präsent zu sein, diesen aber doch auf den Kopf stellen zu können. Cook verglich die Ausgangslage mit jener vor 14 Jahren beim iPod oder vor 8 Jahren beim iPhone.

Und genau so wie das iPhone und das iPad die Arbeitsweise und die Lebensart der Menschen verändert hat, werde die Apple Watch das Leben ändern, zeigt sich Cook überzeugt. Keine der bisher auf dem Markt erhältlichen «sogenannten Smartwatches» hätten einen Welt-verändernden Effekt gehabt, wie es die Apple Watch haben werde.

Die Apple Watch soll vor allem durch die zusätzlich verfügbaren Apps zu einem unverzichtbaren Gerät werden, meint Cook, und hofft auf ein ähnlich erfolgreiches App-Ökosystem wie es sich rund um iPhone und iPad aufgebaut hat.

Der Umstand, dass die Uhr am Handgelenk getragen wird, werde weitreichende Auswirkungen auf das Verhalten der Nutzer haben. Cook ist überzeugt, dass so beispielsweise an einer Sitzung die Nutzer nicht mehr umständlich ihre iPhones aus den Hosentaschen ziehen müssen, um eine Benachrichtigung zu sehen oder eine Information nachzuschauen.

Auch sorge die Uhr für ein gesünderes Leben. Da die Uhr die Träger daran erinnert, nicht zu lange zu sitzen, würden bei Apple mittlerweile auch mitten in Sitzungen auf einmal Teilnehmer aufstehen. Cook sagte hierzu, dass viele Ärzte davon überzeugt seien, dass «Sitzen der neue Krebs» sei.

Weiter äusserte sich Cook über das Thema Datenschutz. Der Apple-CEO bekräftigte erneut, dass er für einen strikten Datenschutz sei. Beispielsweise habe Apple beim neuen Bezahldienst «Apple Pay» absolut kein Interesse daran zu wissen, wer was wo kauft und wie viel dafür ausgegeben wird. Apple habe keinerlei Absichten persönliche Daten zu monetisieren. Cook ist überzeugt davon, dass sich die Menschen früher oder später gegen die breit ausgelegte Erfassung und Auswertung ihrer persönlichen Daten auflehnen werden.

Deutliche Worte gegen Überwachung und für mehr Datenschutz

Ausführlicher und mit direkteren Worten äusserte sich Cook dann am Freitag zum Thema. Das Weisse Haus veranstaltete an der Stanford Universität ein «Cybersecurity Summit», zu welchem US-Präsident Obama die Chefs aller grossen ICT-Unternehmen des Landes — darunter Apple, Facebook, Google, Microsoft und Yahoo — einlud. Der Einladung ist einzig Apple-CEO Tim Cook gefolgt, was die spätestens sei der NSA-Affäre angespannte Beziehung zwischen der US-Regierung und der IT-Branche unterstreicht.

Cook nahm dann auch kein Blatt vor den Mund. Der Apple-Chef ermahnte die anwesenden Vertreter aus Politik und Wirtschaft, man dürfe auf keinen Fall das Recht auf Privatsphäre opfern. Cook warnte mit Hinweis auf den Geschichtsverlauf, dass es zu «schwerwiegenden Konsequenzen» kommen könnt, wenn es Nutzern und auch Unternehmen nicht gestattet sei, private Daten zu schützen.

Der Apple-CEO betonte erneut, dass Apple selbst kein Interesse an der Auswertung oder Monetisierung von privaten Daten habe. Apple scanne weder den privaten Posteingang, noch verkaufe das Unternehmen Informationen über seine Nutzer. Apple habe ein Geschäftsmodell, bei dem es um den Verkauf der besten Produkte gehe, nicht um den Verkauf persönlicher Daten.

Noch immer würden wir in einer Welt leben, in der nicht alle Menschen gleich behandelt werden, so Cook. Viele Menschen seien nicht frei zu wählen, was für eine Meinung sie haben, was für eine Religion sie ausüben, oder wen sie lieben. «Wir leben in einer Welt, in der eben solche Informationen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können.»

Die Gesellschaft riskiere «etwas viel wertvolleres als Geld», wenn die Verantwortlichen nicht alles in ihrer Macht stehende tun, um das Recht auf Privatsphäre zu schützen. Die Art und Weise wie wir Leben sei bedroht, so Cook.

Aufzeichnungen online

Die knapp 50-Minütige Ansprache von Cook an der «Goldman Sachs Technology and Internet Conference» wurde vergangenen Dienstag live von Apple im Internet übertragen. Eine Aufzeichnung kann auf Apple.com angeschaut werden. Die Ansprache von Cook am «Cypersecruity Summit» des Weissen Hauses wurde ebenfalls aufgezeichnet und wurde auf YouTube veröffentlicht.

Tim Cook am Cybersecurity Summit des Weissen Hauses

Kategorie: Apple
Tags: Apple, Apple Pay, Barack Obama, Datenschutz, Google, ICT, IT, Microsoft, NSA, Privatsphäre, Privatsphäre Internet, Sanford, Sanford University, Sicherheit, Tim Cook, USA, Weisses Haus, Yahoo

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