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iPhone 8 Plus

Veröffentlicht am Dienstag, 31. Oktober 2017, um 09:42 Uhr von Stefan Rechsteiner

2017 ist ein spezielles iPhone-Jahr. Erstmals kommen zwei Generationen fast gleichzeitig auf den Markt. Das neue iPhone 8 nennt Apple mit etwas untergründigem Pathos «Eine neue iPhone-Generation». Dabei ist doch klar: Das iPhone 8 sieht aus wie ein iPhone 7. Und obendrein ist doch logisch: Nicht das iPhone 8, sondern das ebenfalls neue iPhone X ist die wirklich grosse Neuerung in diesem Jahr. Dem iPhone X gehört die Zukunft. Das iPhone 8 ist somit ja eigentlich bereits auf dem Abstellgleis geboren worden.

Doch ist das tatsächlich so? Ist das iPhone 8 aufgrund des iPhone X ein langweiliges Update?

Wir haben uns ausführlich mit dem neuen iPhone 8 beschäftigt und das neue Smartphone von Apple über 4 Wochen lang genauestens unter die Lupe genommen.

Unser Testbericht.

Hinweis: In diesem Review ist der einfachheitshalber vom «iPhone 8» die Rede. Gemeint sind damit aber neben dem iPhone 8 auch das (von uns getestete) iPhone 8 Plus und oft auch das iPhone X – gleiches gilt für erwähnte frühere Generationen. Sofern nicht explizit auf entsprechende Ausnahmen hingewiesen wird, ist mit der Bezeichnung «iPhone 8» also auch das Plus-Modell (und oft auch das iPhone X) gemeint.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design
  2. Display
  3. Funktechnik
  4. Performance
  5. Batterie
  6. Lautsprecher
  7. Kamera
  8. Kaufempfehlung
  9. Fazit

Design

Es sieht seinen Vorgängern der letzten drei Jahre zum Verwechseln ähnlich: Das iPhone 8 verfügt über das traditionelle iPhone-Design der vergangenen Jahre und gleicht damit auf den ersten Blick seinen Vorgängern wie ein Ei dem Andern. Zumindest von vorne, denn die neue iPhone-Generation verfügt über eine neue Rückseite. Diese ist neu aus Glas statt Aluminium. Die Glas-Rückseite macht die subtilen Antennen-Bänder, die seit der Einführung der Alu-Rückseite mit dem iPhone 5 vor fünf Jahren eingeführt wurden, wieder hinfällig. Die Strahlen können anders als beim Metall einfach durch das Glas hindurch, womit die das Aluminium durchbrechenden Plastik-Streifen früherer Modelle nicht mehr nötig sind. Die Glas-Rückseite, eine eigentlich kleine Änderung, verleiht dem Gerät ein frisches neues Aussehen und ermöglicht ausserdem eines der neuen Funktionen des Smartphones – das induktive Laden.

Das iPhone 8 besteht also ähnlich wie vor sieben Jahren das iPhone 4 wieder aus zwei Glas-Paneelen. Das für das iPhone mittlerweile charakteristische Aluminium ist deshalb aber nicht aus dem Gehäuse-Design der Apple-Smartphones verschwunden. Die Seiten des Gerätes sind weiterhin aus Stahl mit einer Legierung aus gehärtetem «7000er»-Aluminium.

Auf den ersten Blick gleicht das iPhone 8 Plus gänzlich den bisherigen iPhone-Modellen.
Auf den ersten Blick gleicht das iPhone 8 Plus gänzlich den bisherigen iPhone-Modellen.

Das iPhone 8 ist verfügbar in einer aktualisierten Farb-Palette mit einem neuen Gold, welches im Grunde genommen eine Mischung zwischen den bisherigen Farben «Gold» und «Roségold» ist. Bei «Silber» und dem neuen «Gold» ist die Vorderseite des Gerätes wie bisher in sattem Weiss gehalten, bei «Space Grau» in Schwarz. Mehr Farben gibt es beim iPhone 8 nicht mehr. Die Rückseiten verfügen über einen etwas milchigen Farbton – bei Silber ein eher milchig-hellgraues Weiss, bei Gold ein milchig-rosa Gold und bei Space-Grau ein milchiges Dunkelgrau. Auffallend ist vor allem bei der auch von uns getesteten silbernen Farbvariante, dass die neue Rückseite Farben aus der unmittelbaren Umgebung nahezu «aufzunehmen» scheint. Die Rückseite erscheint je nach Umgebung entsprechend immer einwenig anders – unter freiem blauem Himmel etwas bläulich oder auf einer grünen Wiese etwas grünlich und so weiter …

Da es sich beim iPhone 8 mehrheitlich um das traditionelle Design der letzten drei Jahre handelt, findet sich auch alles dort, wo man es erwartet. Die Schaltflächen für die Lautstärke, sowie der Stummschalter und die Standby-Taste sind an gewohnter Stelle links und rechts vom Gehäuse. Auf der rechten Seite findet sich ausserdem weiterhin ein SIM-Kartenslot. Am unteren Ende des Gerätes ist wie gewohnt der Lightning-Anschluss zu finden, eingemittet zwischen links und rechts in das Gehäuse eingelassenen je acht Löchern für das Mikrofon und den Lautsprecher. Auf der Rückseite hebt sich die Dual-Kamera weiterhin leicht vom Gehäuse hervor, daneben ein weiteres Mikrofon und der «True Tone»-Blitz mit Quad-LED. Auf der Vorderseite über dem Display sind ebenfalls wie gewohnt die FaceTime-Kamera, der Telefon-Lautsprecher mit einem weiteren integrierten Mikrofon und die Sensoren für Annäherungen und Umgebungslicht angesiedelt. Und unten am Bildschirm die noch ikonische Home-Taste mit integriertem Fingerabdrucksensor «Touch ID».

Neuer Home-Button

Seit dem letztjährigen iPhone 7 verfügt das Apple-Smartphone über keine physikalische Home-Taste mehr. Stattdessen ist die ikonische iPhone-Taste neu «solid-state», also unbeweglich. Dass sich das «Drücken» der Home-Taste der neuen iPhone dank cleverem haptischem Feedback trotzdem absolut echt anfühlt, haben wir im letztjährigen iPhone-7-Plus-Review ausführlich behandelt.

Übrigens: Einen analogen Kopfhörer-Anschluss sucht man selbstverständlich auch beim iPhone 8 vergebens. Apples letztjährigem Vorbild mit dem Entfernen des (ur-)alten Anschlusses sind mittlerweile auch andere Hersteller gefolgt. Zuletzt Google mit seinen neuen Pixel-2-Smartphones.

Ein Detail betrifft die Gravierungen. Neben dem Apple-Logo und dem «iPhone»-Schriftzug auf der Rückseite, ist auf dem Schweizer Modell nur noch «Designed by Apple in California» und «Assembled in China» zu lesen. Die Modell-Nummer und die FCC-, sowie IC-ID sind nicht mehr eingraviert. Weiter gibt es mit dem CE-Logo und dem durchgestrichenen Abfallkorb nur noch zwei statt vier Symbole.

Bei den Abmessungen ist das iPhone 8 gegenüber dem iPhone 7 minimal grösser – in Breite, Länge und Höhe 0.1 bis 0.2 Millimeter – und 10 Gramm (iPhone 8) bzw. 14 Gramm (iPhone 8 Plus) schwerer. Trotz den neuen Abmessungen lässt sich das iPhone 8 in die meisten (sofern etwas strapazierfähigen) iPhone-7-Hüllen quetschen. Der Gewichtszuwachs ist höchstens am Anfang und im direkten Vergleich spürbar.

Die neue Glas-Rückseite fühlt sich sehr gut und geschmeidig an und bietet neben den bereits kurz angetönten technischen Vorteilen auch noch einen anderen grossen Vorteil: das Gerät hält besser in den Händen, rutscht also nicht so einfach durch die Finger wie noch die bisherigen Aluminium-Gehäuse. Gleichzeitig ist die Glas-Rückseite aber auch ein wahrer Magnet für Fingerabdrücke. Zumindest beim silbernen Modell sind diese aber nur auf dem silbrig-glänzenden Apple-Logo zu sehen – etwas anders sieht es beim Space-Grau-Modell aus, welches sehr schnell «vertööplet» daherkommt.

Die neue Glas-Rückseite beim iPhone 8 Plus.
Die neue Glas-Rückseite beim iPhone 8 Plus.

Während das Gerät dank dem glatten Glas in den Fingern vorzüglich hält, rutscht das neue iPhone 8 auf anderen Oberflächen nahezu ohne Widerstand herum. Beispielsweise, wenn man es beim Telefonieren zwischen Kopf und Schultern einklemmt und das Gesicht zu wenig fest auf das Gerät drückt, übergibt sich das Gerät schnell der Schwerkraft. Beobachtet haben wir das auch auf anderen glatten Oberflächen. Zum Beispiel, wenn das iPhone 8 auf einen Poststapel gelegt wird. Ist dieser nicht perfekt waagerecht, rutscht das Gerät ganz langsam – oder sehr schnell – von diesem herunter. Ähnliches passiert, wenn das Gerät auf einer glatten Oberfläche liegt und durch Mitteilungen, einen Alarm oder einen Anruf vibriert und sich so Zentimeter für Zentimeter von seinem ursprünglichen Ort fortbewegt, bis irgendwann das Ende der Oberfläche und somit Kante hin zum Boden erreicht wird …

Gibt das iPhone 8 mal der Schwerkraft nach und fällt herunter, dann soll das «widerstandsfähigste Glas», welches «jemals in einem Smartphone verbaut wurde», einiges aushalten können. Dies zumindest, wenn man Apples Marketingthesen glaubt. Demnach besteht sowohl die Vorder- wie auch die Rückseite aus einem neu entwickelten Glas, welches über 50 Prozent härtere Layer verfügt. Auch der verbesserte Metall-Rahmen soll die Struktur des Gerätes weiter verstärken. In der Praxis zeigt sich, dass das Glas und der Metall-Rahmen zwar tatsächlich einiges aushalten (siehe obige Poststapel-Rutsch-Beobachtungen; bisher vier oder fünf Stürze von über einem Meter auf den Fussboden ohne jegliche Spuren am Metall-Rahmen geschweige denn gesprungenes Glas). Gegen Kratzer aber sind auch die neuen Gläser nicht gänzlich immun. Haarfeine Kratzer gibt es auch auf dem neuen Glas – wenn auch weniger als noch auf den Vorgänger-Vorderseiten. Immerhin auch hier zeigt sich ein Vorteil eines silber-weissen iPhone: solche haarfeinen Kratzer sind bei der hellen iPhone-Rückseite ohne ganz genaues Hinschauen eigentlich nicht sichtbar. Etwas anders sieht es erneut beim iPhone 8 in Space Grau aus. Dennoch: derart magnetisch Kratzer anziehend wie noch das diamant-schwarzene iPhone 7 im vergangenen Jahr, sind die neuen iPhone 8 nicht – auch das Space Graue nicht.

Die vergangenes Jahr mit dem iPhone 7 und iPhone 7 Plus eingeführte «Wasserresistenz» bietet auch die neue iPhone-Generation. Konkret handelt es sich beim neuen iPhone-Modell um den gleichen IP67-Standard, wie bereits beim Vorgänger. Diese Wasserdichte garantiert den Schutz gegen das Eindringen von Wasser für bis zu 30 Minuten, wenn man das Gerät komplett bis zu 1 Meter in die Flüssigkeit eintaucht. Um diese zu gewährleisten wurden alle Stellen, an denen Wasser eindringen könnte, hermetisch abgeriegelt. Und wie auch schon beim Vorgänger, zeigen verschiedene Tests im Internet, dass auch das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus tatsächlich sogar noch einen viel höheren Wasserdruck standhalten können.

Wir überlassen solche Extrem-Tests weiterhin gerne anderen, und prüfen die Geräte stattdessen lieber in alltäglichen Situationen. Nicht überraschend zeigt sich beim iPhone 8 das gleiche Bild wie bereits vor einem Jahr beim iPhone 7: Plumst das iPhone aus Versehen im Badezimmer ins Lavabo oder in die Badewanne, in der Küche in den Schüttstein oder draussen mal in eine Pfütze, in den Brunnen oder beim Sonnenbaden in den Bach, Fluss oder See, bleibt das iPhone ohne Einbussen operabel. Auch kann das neue iPhone ohne Probleme als Kamera beim Plantschen und Schwimmen oder gar als Action-Cam bei sonstigen Wassersportarten oder allgemein Outdoor eingesetzt werden. Mit dem IP67-Standard ist das iPhone im übrigen nicht nur gegen Wasser, sondern auch gegen Staub und Sand geschützt.

Display

Bei den Bildschirmen hat sich auf den ersten Blick nichts getan. Das «kleinere» neue iPhone, das iPhone 8, verfügt, wie schon die drei Vorgänger-Generationen seit dem iPhone 6, über ein 4.7-Zoll LCD-Display mit IPS-Technologie und einer Auflösung von 1334 mal 750 Pixel (326ppi). Das «grössere» neue iPhone, das von uns getestete iPhone 8 Plus, verfügt, wie alle Plus-Vorgänger, über ein 5.5-Zoll grosses Display mit angezeigten 1920 mal 1080 Pixel, aber tatsächlich gerenderten 2208 mal 1242 Pixel (401ppi).

Das Display deckt mit dem Farbraum P3 ein breites Farbspektrum ab, bietet laut Tests die industrieweit beste Farbechtheit und kann Apples Force-Touch-Technologie «3D Touch». Auch bei den restlichen technischen Spezifikationen gab es keine Änderung: das Display kann bis zu 625 cd hell leuchten und hat ein typisches Kontrastverhältnis von 1400:1 (iPhone 8) bzw. 1300:1 (iPhone 8 Plus).

Es bleibt spannend zu sehen, wie nahe Apple mit dem OLED-Display des Zukunfts-iPhone, dem «iPhone X», an die hervorragende Display-Qualität der LCD-iPhone herankommen wird.

Verbessert wurde das bereits im Vorjahresmodell exzellente Display in diesem Jahr mit der «True Tone»-Technologie. Diese bisher nur im iPad Pro eingesetzte Display-Technologie macht sich anhand Sensoren ähnlich wie der gleich benannte Blitz die Farbtemperatur der Umgebung zu Nutze und bietet bei der Anzeige ein angepasstes Licht für natürlichere Farben. Konkret passt die Technologie unter anderem den Weissabgleich des Displays den Lichtgegebenheiten der Umgebung an. Damit nimmt zwar die Farbechtheit ab, dafür erscheint das Angezeigte in natürlicheren Farben. Möglich machen dies vier Sensoren auf der Vorderseite der neuen iPhone, welche das Umgebungslicht analysieren. Anhand dieser Erkenntnisse wird die Farbausgabe und -intensität des Displays automatisch diesen Umständen angepasst.

Am einfachsten ist der Vergleich mit einem Blatt weissem Papier. Je nach vorhandenem Licht — direkte Sonneneinstrahlung, kalte LED-Lampen oder Leuchtröhren, warme Glühbirne etc. — erscheint das Weiss des Papiers leicht andersfarbig, wohl aber nie vollends weiss. Gleichzeitig haben frühere Displays digitaler Geräte aber immer die gleiche Farb-Temperatur. Egal was für ein Umgebungslicht beim Einsatzort vorherrscht.

«True Tone» kann als eine mit dem vor zwei Jahren mit iOS 9.3 eingeführten «Nightshift»-Modus verwandte Technologie betrachtet werden. Mit dieser wird der Blau-Ton des Displays abgeschwächt und die Farbtemperatur wärmer, sobald es Abend wird oder man sich in dunklen Räumen befindet. Durch diese Änderungen sollen die Augen mehr dem Bio-Rhythmus entsprechend am Abend und am frühen Morgen nicht unnötig mit blauem Licht beschossen werden. Mit «True Tone» geht Apple noch einen Schritt weiter. Genau wie sich die Farbe des weissen Papiers je nach Umgebungslicht für uns in einem anderen Farbton hält, wird die Anzeige der neuen iPhone diesem Umstand angepasst. Wie bereits bei den iPad ersetzt «True Tone» auch beim iPhone den «Nightshift»-Modus nicht, sondern sie lassen sich parallel nutzen.

True Tone hört sich so nicht umbedingt nach einer grossen Änderung an, aber wenn man die Technologie zum Vergleich abwechselnd ein- und ausschaltet, ist der Unterschied markant: Die Farben sind zwar nicht mehr hundert Prozent korrekt, aber sie sehen viel natürlicher aus. Wer sich zudem schon nach kurzem daran gewohnt hat, dass True Tone die Farbausgabe immer automatisch entsprechend der Umgebung anpasst, und die Funktion dann versuchsweise deaktiviert, will sofort wieder zurück zur angepassten True-Tone-Anzeige. Die «normale» Anzeige erscheint einem auf einmal total «falsch», «grell», irgendwie «ungesund» und wird erstaunlicherweise als «verfälscht» wahrgenommen. Wie so oft bei Display-Technologien muss man das selbst einmal live erlebt haben.

Die Technologie überzeugt bereits beim iPad Pro seit über einem Jahr, und nun funktioniert dieser künstliche «wahre Farbton» auch auf dem neuen iPhone ausgesprochen gut. Was die Technologie insbesondere sehr gut macht: «True Tone» ist meist gar nicht direkt erkennbar. Erst, wenn man die Funktion manuell abschaltet, merkt man sofort wie viel meist «bläulicher» die Display-Anzeige eigentlich wäre.

Übrigens: Wer lieber die volle Farbechtheit hat oder z.B. im professionellen grafischen Einsatz keine Farbverzerrungen durch Umgebungslicht-Anpassungen haben darf, kann «True Tone» jederzeit manuell ein- und ausschalten. Dies kann dank dem neuen Kontrollzentrum von iOS 11 auch sehr schnell und komfortabel gemacht werden.

Für Otto-Normalnutzer und alle, die nicht gerade ihre Bilder oder Videos «farbkorrekt» bearbeiten müssen, ist «True Tone» ein wahrer Segen.

Funktechnik

Apple hat beim iPhone 8 die neueste Funktechnik verbaut. Beim WLAN ist dies weiterhin der Wi-Fi-Standard nach IEEE 802.11ac mit MIMO. Der NFC-Chip kann nun mit iOS 11 auch in einem Lese-Modus für andere Aufgaben genutzt werden als nur für Apple Pay. Weiter kann das iPhone 8 überdies mit noch schnellerem «LTE Advanced» funken. Beim iPhone 7 Plus war der Mobilfunk noch auf bis zu 450 Mbps limitiert. Je nach Modell ist nun beim iPhone 8 ein neueres Modem von Intel oder von Qualcomm verbaut. Ersteres erlaubt theoretisch LTE-Advanced-Verbindungen mit bis zu 600 Mbps, letzteres bis im Gigabit-Bereich. Schlussendlich muss der jeweilige Mobilfunkanbieter, in dessen Netz man sich befindet, die hohe Geschwindigkeit aber auch unterstützen – was bisher erst bei wenigen Providern und in wenigen Regionen der Fall ist.

Bluetooth wird für Apples Ökosystem immer wichtiger. Die Apple Watch ist meist mittels Bluetooth mit dem zugehörigen iPhone verbunden. Der Apple Pencil verbindet sich so mit dem iPad. Und Integrations-Funktionen («Continuity») wie «Handoff», die «Allgemeine Zwischenablage», «Instant Hotspot», das automatische Entsperren oder das geräteunabhängige Annehmen und Führen von Telefonaten, sowie das Empfangen und Versenden von SMS- und MMS-Nachrichten bauen auch auf dieser Funktechnologie auf. Beim iPhone 8 sorgt nun das neue «Bluetooth 5» für eine noch stabilere und energie-effizientere Funk-Kommunikation.

Um von den verbesserten Eigenschaften von Bluetooth 5 profitieren zu können, müssen sowohl Sender wie auch Empfänger die neue Generation beherrschen. Natürlich ist der Standard rückwärtskompatibel – jene Geräte die Bluetooth 5 verstehen, können auch von deren Möglichkeiten Gebrauch machen, mit anderen Geräten wird wie bisher gefunkt.

In Verbindungen kann Bluetooth 5 Interferenzen besser ausgleichen. Weiter wurde der Stromsparmodus (LE, Low Energy) verbessert und umfasst nun zwei Modi. Im normalen LE-Betrieb kann Bluetooth 5 nun bis zu 20 Meter funken. Das entspricht der doppelten Reichweite der bisherigen Generation. Im zweiten Modus funkt Bluetooth 5 zwar wieder «nur» 10 Meter weit, dafür aber mit einer doppelter Datenrate von 2 Megabit pro Sekunde.

Performance

Das Herz des neuen iPhone 8 und iPhone 8 Plus ist der neue «A11 Bionic»-Chip. Dieser von Apple entwickelte Chip wird auch das iPhone X betreiben. Das System-on-a-Chip ist im wahrsten Sinne des Wortes eindrücklich.

Wie immer verrät Apple nicht viele Details zu seinen Prozessoren, doch aus der iPhone-8-Präsentation, einigen Entwickler-Ressourcen, sowie verschiedenen publizierten Interviews mit Apple-Managern und -Ingenieuren sind über die vergangenen Wochen doch ein paar Informationen zum neuen Power-House bekannt geworden.

Der A11 Bionic besteht aus einer Vielzahl an Rechenelementen und Controllern. Diese sind jeweils für eine bestimmte Aufgabe optimiert. Konkret umfasst der A11 Bionic unter anderem einen 6-Core CPU, ein neuer SSD-Controller, ein Bildprozessor mit Neural Engine, eine neue GPU, ein neuer Video Encoder und natürlich die Secure Enclave.

Der hochleistungsfähige SSD-Controller verwendet Error-Correcting-Code-Algorithmen (ECC). Damit soll nicht nur schneller mit dem internen SSD-Speicher kommuniziert werden können, sondern dieser auch länger mit der besten Leistung betrieben werden können. Der Speicher soll entsprechend nicht mit der Zeit langsamer werden – ein Problem, welches mit den kurzlebigen SSDs bisher oft auftrat. Weiter sind die auf dem internen Speicher abgelegten Daten wie Fotos, Videos, Apps und sonstige Dokumente besser vor Daten-Korruption und Speicher-Fehlern geschützt, verspricht Apple.

Eigene SSD-Controller entwickelt Apple bereits seit einigen Jahren. Erstmals eingesetzt wurden solche in den 2015er MacBooks und im gleichen Jahr auch im A9 des iPhone 6s.

Teil des neuen Bildsignalprozessors (Image Signal Processor; ISP) ist die «Neural Engine». Dieser neue Chip ist dafür entwickelt worden, dass er ganz spezifische Prozesse wie beispielsweise das Berechnen, Analysieren und Vergleichen von unzähligen Referenz-Punkten in den Bildern, die der Kamera-Sensor aufnimmt, übernehmen kann. Während solche Aufgaben auch von der Grafikeinheit übernommen werden könnten, hat Apple beim A11 Bionic dafür extra eigene Rechenelemente geschaffen, welche perfekt auf diese Prozesse abgestimmt sind.

Die Neural Engine besteht aus zwei Cores, die parallel Echtzeit-Berechnungen mit je bis zu 600 Milliarden Operationen pro Sekunde durchführen können.

Der ISP war bisher für die ausgefeilten Berechnungen und Effekte der aufgenommenen Fotos zuständig – Dual Camera, Noise Reduction, HDR, Live Photos, Filter, Porträt-Modus, aber auch für das Erkennen von Sujets und Objekten und vielem Anderem. Der neue ISP mit Neural Engine erlaubt nun die Anzeige dieser und weiterer Effekte und Berechnungen bereits im «Viewer», also beim angezeigten Kamera-Bild auf dem iPhone-Display und auch live während dem Aufzeichnen eines Videos – auch bei 4K.

Der A11-Bionic-Chip in einem Rendering von Apple.

Während die Bildsignalprozessoren bei den iOS-Geräten schon länger von den Ingenieuren von Apple stammen, umfasst der A11 Bionic nun erstmals auch eine von Apple selbst entwickelte Grafikeinheit. In den letzten Jahren setzte Apple beim iPhone und iPad auf GPU basierend auf Chips von Imagination.

Die Grafikeinheit des iPhone 7 konnte schon mit eindrücklichen Werten überzeugen, nun soll die im A11 Bionic Application Processor integrierte GPU des iPhone 8 und iPhone 8 Plus laut Apple weitere 30 Prozent schneller sein. Überdies soll die Grafikeinheit nicht nur schneller, sondern auch effizienter arbeiten können als noch die Imagination-GPU der iPhone-7-Generation – angeblich braucht der Chip bei gleicher Leistung nur halb so viel Strom wie die A10-Fusion-GPU.

Wer nun denkt «Eine schnelle Grafikkarte nützt mir nichts, weil ich kaum Games spiele.» sei eines Besseren belehrt. Eine schnelle Grafikeinheit ist nicht nur für Gamer interessant. GPU wurden zwar einst für die Beschleunigung von Grafik-Berechnungen entwickelt, doch in den vergangenen Jahren zeigte sich, dass bei den Grafikeinheiten viel schneller neuer Boden gutgemacht werden konnte als bei den CPU. Dank den immensen Leistungssprüngen wurden GPU über die letzten Jahre auch für andere Prozesse genutzt, die einen ähnlichen Charakter haben wie die Grafik-Berechnungen. Gemeinhin werden solche Prozesse als «General Purpose Computation on GPU», kurz GPGPU, bezeichnet.

Vor zehn Jahren hat Apple mit «OpenCL» eine Schnittstelle geschaffen, um die Leistung der Grafikprozessoren auch für nicht-grafische Anwendungen nutzbar machen zu können. Darauf folgte vor wenigen Jahren «Metal» und jüngst mit macOS 10.13 «High Sierra» und iOS 11 nun «Metal 2». Die neue API erlaubt fortgeschrittene GPGPU-Berechnungen mit maschinellem Lernen – diese Modell-lastigen Prozesse sind wie gemacht für Grafikeinheiten.

Als «Hauptkomponente» des A11 Bionic darf man die eigentliche CPU bezeichnen. Mit dem iPhone 7 wurde vor einem Jahr beim «A10 Fusion» eine Architektur eingeführt, bei welcher die CPU aus je einem Core-Paar mit Fokus auf Leistung und einem Core-Paar mit Fokus auf Effizienz bestand. Ein Controller in der CPU konnte so je nach Aufgabe die dafür geeigneten Cores ansprechen und demnach entweder mehr Performance leisten, oder aber effizienter haushalten.

Der A11 Bionic verfügt nun über die zweite Generation dieser neuen Architektur bzw. dieses Controllers. Neu verfügt die CPU zudem über nicht mehr nur zwei, sondern über vier auf Effizienz getrimmte Low-Power Cores. Weiter kann der Controller neu auch alle sechs Cores gleichzeitig befeuern, also die vier Low-Power Cores und die neu noch schnelleren auf höchste Leistung gepolten zwei High-Power Cores. Mittels asymmetrischem Multiprocessing kann der neue iPhone-Chip überdies je nach anstehender Aufgabe auch eine beliebige Anzahl Cores individuell ansteuern.

Apple zufolge sind die beiden High-Performance-Cores des A11 Bionic bis zu 25 Prozent schneller als jene des letztjährigen A10 Fusion. Bei den nun vierfach vorhandenen Efficiency-Cores betrage der Leistungssprung sogar bis zu 70 Prozent.

Es dürfte deshalb nicht verwundern, dass der A11 Bionic ein mobiles Rechenmonster ist. Apple ist mit seinen eigenen A-Chips dem Rest der Industrie um wohl mindestens ein oder zwei Jahre voraus, teils sogar noch mehr – das zeigen verschiedene Benchmarks und bestätigen Aussagen von Experten. Ein Direktvergleich von Geekbench-Resultaten zeigt, dass das iPhone 8 mit A11 Bionic sogar schneller ist als ein mit aktuellen Intel-CPU ausgestattetes 13-Zoll MacBook Pro.

Verglichen mit der Vorgängergeneration, dem iPhone 7 mit dem A10 Fusion, ist das iPhone 8 mit A11 Bionic um etwa 25 Prozent schneller bei Single-Core-, und ca. 80 Prozent schneller bei den Multicore-Werten. Das ist insbesondere auch deshalb eindrücklich, weil solche CPU-Benchmarks die zusätzliche Leistungssteigerung durch ISP mit Neural Engine, GPU und Co. gar nicht berücksichtigen. Dedizierte GPU-Benchmarks zeigen eine Steigerung von 20 bis sogar 100 Prozent bei der Grafikleistung.

Während durch solche Benchmarks zwar die mögliche Rechenleistung gemessen werden und dadurch auch mit anderen Geräten verglichen werden können, ist das wirklich Wichtige aber die erlebte Performance der Geräte während dem Nutzen dieser.

Beim iPhone 8 Plus ist man gewillt zu sagen, dass es «nur so vor sich hin schnurrt». Nachdem auch die kleinen Kinderkrankheiten in iOS 11.0 mit den ersten Updates ausgemerzt wurden, läuft auf dem Gerät alles absolut flüssig – nirgends stockt etwas, nie scheint das Gerät an den Anschlag zu kommen.

Wer vom letztjährigen iPhone 7 oder iPhone 7 Plus auf das iPhone 8 oder iPhone 8 Plus wechselt, wird indes keine wirklichen Unterschiede bemerken beim Durchstöbern oder Starten von Apps, Surfen im Internet oder Betrachten von Filmen. Sobald aber etwas mehr Leistung verlangt wird, zeigt sich die Power des A11 Bionic – egal was wir versucht haben, wir konnten das iPhone 8 Plus nicht wirklich an den Anschlag bringen. Video-Effekts werden performant berechnet und exportiert – auch bei 4K und 60 Bildern pro Sekunde oder bei rechenintensiven Spielen gibt es keine Ruckler und auch bei AR-Apps glänzt die Leistung des Gerätes. Bei letzterem ist das Tracking genau und schnell und die Grafiken scheinbar makellos. Nicht zuletzt wird die Leistung des A11 Bionic aber auch nicht unbedingt dazu genutzt, Bestehendes schneller zu machen, sondern damit auch neue Funktionen zu ermöglichen – beispielsweise das «Porträt-Licht» bei der Dual-Kamera des iPhone 8 Plus.

Die geballte Leistung, die der A11 Bionic bietet, ist zudem auch eine gute Hypothek für die nächsten Jahre und macht das iPhone 8 entsprechend zukunftssicher.

Batterie

Der Review-Abschnitt über den Akku des iPhone 8 ist in drei Akten erzählt.

Kleinerer Akku

Beide neuen iPhone-Modelle verfügen gegenüber ihren Vorgängern vom letzten Jahr über Batterien mit geringerer Kapazität. Konkret fassen die Akkus etwa 7 Prozent weniger beim iPhone 8 als beim iPhone 7, und etwa 9 Prozent weniger beim iPhone 8 Plus als noch beim iPhone 7 Plus.

Der Lithium-Ionen-Akku des neuen iPhone 8 Plus fasst knapp 2700 Milliampèrestunden. Damit hat das iPhone 8 Plus was die Kapazität anbelangt den kleinsten Akku aller bisherigen Plus-iPhone (7 Plus: 2900 mAh, 6s Plus: 2750 mAh, 6 Plus 2915 mAh).

Trotzdem verspricht Apple bei den neuen Geräten die gleiche Batterielaufzeit wie bei den letztjährigen Modellen. Grund dafür, so Apple, sind die erneut energieeffizienteren Komponenten – allen voran der soeben beschriebene A11-Bionic-Chip.

Offiziell nennt Apple bei der Internetnutzung bis zu 13 Stunden mit 3G, 13 Stunden mit LTE und 15 Stunden mit WLAN, bis zu 21 Stunden Telefonieren über 3G, bis zu 14 Stunden HD-Video-Wiedergabe und bis zu 60 Stunden Audiowiedergabe.

Wie schon in den Vorjahren bestätigt sich auch beim iPhone 8 Plus Apples Versprechen für die Batterielaufzeit. Tatsächlich schnitt das neue iPhone 8 Plus in unseren Tests noch besser ab als das iPhone 7 Plus beim Test vor einem Jahr.

In unserem Video-Test, in welchem wir Filme aus dem iTunes Store bei voller Lautstärke und einer Display-Helligkeit von 50 Prozent wiederholt laufen lassen, hielt der Akku 15 Stunden und 3 Minuten. In unserem Alltagstest, in welchem wir das Gerät über den Tag verteilt oft, aber nicht durchgehend, für Alltägliches nutzen (Mail, Nachrichten, Surfen, Facebook, Slack, Instagram, iBooks, Video- und Audio-Wiedergabe abwechselnd über LTE, 3G und WLAN), zeigte iOS 11 am Abend beim iPhone 8 Plus noch 52 Prozent Akkulaufzeit an.

Schneller leert sich der Akku natürlich, wenn man leistungshungrige Spiele oder eine der neuen AR-Apps für längere Zeit nutzt.

Auch wenn der Akku länger hält – auch das iPhone 8 Plus ist ein Smartphone, welches in den meisten Fällen jeden Tag aufgeladen werden muss. Oder ein-einhalb-täglich an den Strom muss. Wenn das Gerät aber nicht wahnsinnig oft und intensiv genutzt wird und nicht dauernd mit Push-Nachrichten bombardiert wird, dann kann das iPhone 8 Plus durchaus auch zwei volle Tage oder sogar noch länger durchhalten.

«Wireless Charging»

Der Akku wurde beim iPhone 8 aber nicht nur kleiner, sondern gleichzeitig immerhin auch vielseitiger, denn er kann nun «wireless» geladen werden. Zumindest nennt es Apple und der Rest der Industrie «Wireless Charging». Mit «Wireless» im eigentlichen Sinne hat das alles aber nur wenig zu tun, denn es handelt sich eigentlich um induktives Laden. Kabel sind trotzdem im Einsatz. Das Gerät kann auf eine kompatible Lademappe (mit Kabel) gelegt werden, wodurch der Ladevorgang des Gerätes per Induktion (ohne Kabel) initiiert wird.

Wie weiter oben erwähnt, ist das neue induktive Laden auch mit ein Grund, weshalb die Rückseite des neuen iPhone aus Glas ist. Denn die Strahlen der Ladestation können nicht durch das Aluminium der bisherigen iPhone – durch Glas hingegen schon.

Glücklicherweise setzt Apple beim «Wireless Charing» auf den «Qi»-Standard (Ausgesprochen als «Tschii»). Dieser hat bei Android-Geräten bereits eine gewisse Verbreitung, und dürfte nun durch die neuen iPhone-Modelle endlich zum grossen Durchbruch kommen. Qi-Lademappen gibt es bereits von verschiedenen Herstellern – sogar IKEA hat entsprechende im Angebot.

Das Aufladen durch eine Qi-Station funktioniert so, dass zwischen der Ladestation und dem iPhone eine resonante induktive Kopplung aufgebaut wird. Die Ladestation, zum Beispiel eine Lademappe, sendet dabei regelmässig ein Prüfsignal aus, welches erkennt, ob sich ein zu ladendes Gerät auf der Station befindet. Befindet sich ein solches Gerät auf der Station, wird die Kompatibilität mit dem Qi-Standard überprüft und herausgefunden, ob eine Energieübertragung überhaupt notwendig ist – der Akku also nicht bereits geladen ist. Ist die Kompatibilität gegeben, wie beispielsweise beim iPhone 8, und ist dieses «durstig nach Strom», wird der Ladevorgang gestartet. Während das iPhone geladen wird, bleibt das Smartphone und die Ladestation ständig in Kontakt. Ist das iPhone vollständig geladen, wechselt die Ladestation in den Standby-Modus. Die Qi-Ladestation wird also nur dann aktiv und überträgt nur dann Energie, wenn sich auch tatsächlich ein kompatibles Gerät auf der Station befindet, welches noch dazu auch wirklich Energie benötigt. Die elektromagnetische Strahlung soll so und durch gute Abschirmung verringert werden.

Das iPhone 8 Plus auf dem Ladepad «BOOST UP» von Belkin.
Das iPhone 8 Plus auf dem Ladepad «BOOST UP» von Belkin.

Das «Wireless» in Apples Bezeichnung führt natürlich daher, dass man am iPhone selbst dank Qi kein Kabel mehr einstecken muss, um es mit Strom zu versorgen. Wirkliches «Wireless Charging» aber natürlich wäre, wenn das iPhone dazu auch nicht mehr auf eine spezielle Station oder Mappe gelegt werden müsste, sondern jederzeit durch einen entfernten Sender entsprechender Energiestrahlen kabellos aufgeladen würde. Solche Entwicklungen sind aber noch nicht marktreif.

So angenehm Qi auch sein mag, es hat doch zwei nicht zu unterschätzende Nachteile: Das iPhone muss fürs Aufladen immer auf der Mappe liegen. Bereits ein Anheben unterbricht den Ladevorgang – anders als mit eingestöpseltem Lightning-Kabel kann das per Qi ladende iPhone also nur beschränkt gleichzeitig benutzt werden. Zum anderen ist Qi nicht unbedingt schnell. Aktuell unterstützten die neuen iPhone-Modelle Ladegeschwindigkeiten von 5 Watt. Das entspricht zwar der Leistung des mit den iPhone gelieferten Netzadapters, wer sein iPhone aber mit dem 12-Watt-Netzteil eines iPad lädt, ist einiges schneller am Ziel.

In unserem Test mit dem Ladepad «BOOST UP» von Belkin zeigt sich, dass ein komplett «entleertes» iPhone mit der Qi-Mappe in einer halben Stunde etwa zu 15 bis 20 Prozent gefüllt wird. In der gleichen Zeit bekommt man mit dem 12-Watt-Netzteil zwischen 35 und 40 Prozent hin.

Komplett aufgeladen ist ein leerer iPhone-8-Plus-Akku mit dem Ladepad in gut drei Stunden. Mit dem 12-Watt-Netzteil eines iPad geht das eine Drei-Viertel-Stunde zügiger.

Apple zufolge soll ein künftiges iOS-11-Update die Leistungsaufnahme noch vergrössern. Viele Qi-Ladestationen unterstützen denn auch bis zu 7.5 Watt. Wie viel leistungsfähiger die Aufnahme bei den neuen iPhone durch das iOS-Update werden wird, ist indes bisher unbekannt. Theoretisch wären gar noch mehr als 7.5 Watt möglich. Mit der 1.2-Spezifikation des Qi-Standards werden bis zu 15 Watt («fast charging») unterstützt.

Ebenso unklar ist, wie leistungsfähig Apples angekündigte eigene Lademappe «AirPower» sein wird. Auf dieser werden sich dereinst mehrere Geräte gleichzeitig aufladen lassen – also neben dem iPhone beispielsweise auch noch die Apple Watch. Details zu AirPower gibt es aber noch fast keine. Es ist noch nicht offiziell bekannt, wann genau die Mappe auf den Markt kommen wird. Auch ist der Preis noch nicht offiziell kommuniziert worden, geschweige denn die technischen Spezifikationen zur Mappe.

Fast Charging

Die neuen iPhone-Modelle sind nicht nur die ersten Apple-Smartphones, die per Induktion aufgeladen werden können, sondern es sind auch die ersten, die sogenanntes «Fast-Charging» erlauben. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, einen signifikanten Teil des Akkus innert kurzer Zeit aufzuladen.

Dazu notwendig ist jedoch ein noch leistungsfähigeres Netzteil als jenes des iPad. Mindestens 29 Watt sollte das Netzteil liefern. Ein solches verkauft Apple mit dem 12-Zoll MacBook – oder einzeln für 59 Franken. Da es sich dabei um ein USB-C-Netzteil handelt, braucht es für den Einsatz mit einem iPhone ein USB-C-zu-Lightning-Kabel. Ein solches kostet bei Apple 30 bis 40 Franken. Ebenfalls für das Fast-Charging genutzt werden können die 61- bzw. 87-Watt-Netzteile der neueren 13- oder 15-Zoll MacBook Pro.

Dank dem schnelleren Laden kann ein leerer Akku laut Apple innerhalb von einer halben Stunde auf 50 Prozent gefüllt werden. In unserem Test mit einem 29-Watt-Netzteil war der Akku nach 30 Minuten auf 55 Prozent. Komplett aufgeladen war die Batterie mit dem MacBook-Netzteil aber in knapp 2 Stunden – also nur etwa eine Viertelstunde schneller als mit dem 12-Watt-Netzteil des iPad. Nicht wirklich schneller ist übrigens das Aufladen mit den noch potenteren Netzteilen des MacBook Pro. Das getestete 87-Watt-Netzteil des 15-Zoll MBP war nur minimal schneller bei 50 Prozent und brauchte für die vollständige Ladung 1 Stunde und 53 Minuten. Fast-Charging nützt also vor allem für das «schnelle Laden einer gewissen Kapazität» etwas. Dafür ist es nützlich. Ob sich dafür aber die Investition in die teuren Netzteile (und Kabel) lohnt, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Nützlich aber allemal, wenn man dieses Zubehör bereits durch das eigene MacBook besitzt.

Wir haben überdies auch ein komplett entleertes iPhone 7 Plus an die potenteren Netzteile gehängt und überrascht festgestellt, dass sich auch dieses schneller laden lässt – wenn auch nicht ganz so schnell wie die neuen iPhone 8 Plus. Nach einer halben Stunde war der Akku des iPhone 7 Plus mit dem 29-Watt-Netzteil bei 41 Prozent.

Lautsprecher

Nicht von schlechten Eltern waren bereits die «Stereo-Lautsprecher» des iPhone 7 Plus im Vorjahr. Beim iPhone 8 Plus hat Apple nun die Leistung dieser kleinen Dinger noch weiter aufgedreht. Die Lautsprecher sollen um bis zu 25 Prozent lauter sein und über einen noch grösseren Dynamikbereich verfügen.

Tatsächlich hören sich die Lautsprecher des 8 Plus noch besser an als diejenigen des 7 Plus. Sie können nochmals spürbar lauter aufgedreht werden und liefern einen tieferen Bass, was zu einem noch saubereren Klangbild führt. Ein wirklich satter Bass ist natürlich für ein Gerät dieser Grösse rein physikalisch nicht möglich, aber es ist wahrlich eindrücklich, was die Lautsprecher des iPhone 8 Plus leisten können.

Der «Trick» mit dem in einen normalen Lautsprecher gewandelten Telefon-Lautsprecher des iPhone 7 funktioniert beim iPhone 8 sogar noch besser. Obwohl die Lautsprecher ja weiterhin nur etwa eine Handbreite voneinander entfernt sind, kommt der Stereo-Effekt nun beim neuen Modell richtig verblüffend einiges besser zum Tragen.

Kopfhörer

Dass die neuen iPhone-Modelle über keinen Kopfhörer-Anschluss mehr verfügen und das ganze Drama, welches sich deshalb darum ergeben hat, hatten wir bereits im vergangenen Jahr thematisiert. Gerne verweisen wir deshalb für das Thema «Kopfhörer-Anschluss» auf das letztjährige Review zum iPhone 7 Plus.

Die Dual Kamera beim iPhone 8 Plus.

Kamera

Sieht man sich nur das Datenblatt an, dann könnte man meinen das neue iPhone 8 Plus verfügt über das genau gleiche Dual-Kamera-System wie bereits das iPhone 7 Plus im Vorjahr: Zwei mit 12 Megapixel auflösende Kameras. Die eine Weitwinkel mit einer grossen ƒ/1.8 Blende, die andere Tele und mit ƒ/2.8. Dank dem Umschalten zwischen den beiden Kameras ist so ein zweifacher Zoom möglich, oder digital bis zu 10-fach. Weiterhin verfügt nur die Kamera mit dem Weitwinkel-Objektiv über eine optische Bildstabilisierung.

Soweit «same-same» zum iPhone 7 Plus. Doch wie es sich für ein iPhone gehört, hat Apple auch beim 8 Plus an der Kamera-Qualität geschraubt. Keine Infos gibt es seitens Apple, ob die Gläser im neuen Modell verändert wurden, oder ob auch hier keine Änderung vorgenommen wurde. Verbessert wurde hingegen der Sensor. Dieser ist grösser und verfügt über tiefere Pixel sowie einen neuen Farbfilter. All das erlaubt eine bessere Farbechtheit und klarere Aufnahmen mit weniger Rauschen. Die tieferen Pixel beispielsweise ermöglichen eine bessere Isolation der auf den Sensor fallenden Lichtstrahlen, was in weniger Zerstreuung und damit weniger Farb-Irritationen zwischen den Pixeln resultiert.

Die Sensoren sind auch performanter – Apple zufolge ist der Datendurchsatz um 83 Prozent schneller, was die Kamera schneller arbeiten lässt. Das ermöglicht ein schnelleres Fotografien, aber es ist auch die Voraussetzung für das schnelle Video-Aufzeichnen mit 60 fps bei 4K oder 240 fps bei 1080p.

Die Rauschunterdrückung wurde bisher softwareseitig gelöst – mit dem neuen iPhone ist diese (multi-band) erstmals Hardware-beschleunigt durch den Bildsignalprozessor, was zu durchwegs besseren Resultaten führt. Das reduzierte Rauschen führt zu schärferen und nicht so «weichen» Details.

In diesen 100%-Crops von Fotos des iPhone 7 Plus (links) und iPhone 8 Plus (rechts) sind die schärferen Details deutlich erkennbar.

Eben dieser ebenfalls verbesserte Bildsignalprozessor (ISP) im A11 Bionic erlaubt überdies einen schnelleren Autofokus insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, eine breitere Farberfassung und noch bessere Hochkontrastbilder (HDR).

HDR ist beim iPhone 8 überdies neu standardmässig aktiviert. Beziehungsweise: Das System analysiert die aufzunehmenden Sujets und Szenerie in Echtzeit und aktiviert oder deaktiviert HDR je nach Situation automatisch. Der Nutzer muss sich entsprechend keine Gedanken über «Soll ich HDR aktivieren oder nicht?» mehr machen, sondern kann einfach drauflos knipsen. Es werden von Haus aus auch keine zwei separaten Bilder mit und ohne HDR mehr gespeichert. Wer trotzdem noch zwei Bilder haben möchte, kann dies in den System-Einstellungen unter «Kamera» jederzeit entsprechend einstellen. Falls man dem automatischen HDR nicht traut, kann man in den Einstellungen auch wieder auf manuelles Aktivieren dieses Effektes umschalten. In unseren Tests hatte uns das automatische HDR aber bisher gute Dienste geleistet.

Bei HDR werden drei unterschiedlich belichtete Aufnahmen – leicht überbelichtet, normal und leicht unterbelichtet – zu einem einzigen Foto zusammengefügt. Aufnahmen werden so Kontrastreicher und wirken oft «echter», da helle Bereiche nicht ausgewaschen und dunkle Bereiche etwas aufgehellt erscheinen.

Das Kamera-System beim iPhone 8 Plus ist wie bereits erwähnt spürbar schneller als noch beim iPhone 7 Plus. Weil die Kamera schneller einsatzfähig ist und zügiger und besser Fokussiert, gelingen mehr Schnappschüsse.

Damit Schnappschüsse überhaupt wirklich gelingen, werden beim iPhone schon seit längerem schon vor dem eigentlichen Drücken des Auslösers Bilder geschossen. Diese werden dem Nutzer aber nicht angezeigt und nachher sofort wieder gelöscht. Tatsächlich erlaubt diese Prozedur aber eine Aufnahme, die tatsächlich zu dem Zeitpunkt aufgenommen wurde, in dem man ein Foto machen wollte. Wenn man nämlich etwas sieht, das man fotografieren möchte, dauert es einen kurzen Moment, bis das Gehirn das Gesehene und Aufzunehmende selber verarbeitet und den Befehl «Drück auf den Knopf» an den Finger weitergeleitet hat. Dann kommt noch dazu, dass auch das iPhone nicht absolut ohne Verzögerung auslösen kann. Dadurch, dass bereits vor dem Auslösen Bilder aufgenommen werden, ist idealerweise eines der letzten vor dem tatsächlichen Betätigen des Auslösers aufgenommene Bild jenes, das eben diesen Moment zeigt, den man eigentlich aufnehmen wollte. Beim iPhone 8 wurde diese Prozedur dahingehend verbessert, dass vorzeitig aufgenommene Bilder in ihrer Anzahl vergrössert und für die Auswertung dieser neue intelligente Algorithmen maschinellen Lernens angewendet werden.

Weiter sind Fotos von Sujets mit Texturen dank den verbesserten Komponenten detailreicher und führen nur mehr selten zu einem Moiré-Effekt.

Die Verbesserungen am Sensor und am ISP überzeugen auch sehr bei Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Hier bedeutete das iPhone 7 bereits einen grossen Schritt nach vorne und nun setzt das iPhone 8 Plus noch einen drauf. Wirklich eindrücklich was für eine Leistung bei solch schwierigen Voraussetzungen so ein Smartphone bereits bringt.

Generell sind Aufnahmen mit dem iPhone 8 Plus farb-intensiver, ohne dabei unecht saturiert zu erscheinen wie bei vielen anderen Smartphones. Die Farben sind intensiver als bisher, aber erscheinen sehr natürlich. Die Aufnahmen sind reicher an Details und erscheinen schärfer als noch beim iPhone 7 Plus.

Auf einer gesonderten Seite können verschiedene Fotos vom iPhone 7 Plus mit solchen vom iPhone 8 Plus verglichen werden.

Der zum Dual-Kamera-System gehörende «True Tone»-Blitz mit 4 LEDs kann neu «Slow Sync». Dabei handelt es sich um ein «Trick», durch welchen beim Fotografien die Blende länger geöffnet bleibt. So kann vom Hintergrund länger (= mehr) Licht aufgenommen werden. Erst kurz vor dem Schliessen der Blende wird der Blitz ausgelöst. Objekte im Vordergrund erscheinen so nicht mehr übermässig beleuchtet, während im Hintergrund kaum etwas erkennbar ist, sondern Hinter- und Vordergründe werden «gleichmässiger» beleuchtet. Apple zufolge beträgt die gleichmässigere Ausleuchtung «40 Prozent». In der Praxis funktioniert das am iPhone 8 Plus tatsächlich sehr gut. Wer sich bisher – aus Gründen – vor dem Mit-Blitz-Fotografien am iPhone gescheut hat, sollte das mal mit dem iPhone 8 Plus ausprobieren. Die Resultate lassen sich sehen.

Porträt-Modus mit Porträt-Licht

Vor einem Jahr wurde mit dem Dual-Kamera-System des iPhone 7 Plus der neue «Porträt-Modus» eingeführt. Gestartet ist dieser als eine Beta-Funktion. Mit anfänglich ein paar kleineren Problemen, wurde der Modus mit der Zeit immer besser.

Beim iPhone 8 Plus verspricht Apple nun einen weiteren Qualitäts-Sprung beim Porträt-Modus. Die Bilder sollen über einen natürlicher weichgezeichneteren Hintergrund («Bokeh»-Effekt) verfügen und auch bei schlechten Lichtverhältnissen besser funktionieren. In unseren Tests überzeugt der verbesserte Porträt-Modus. Für entsprechende Aufnahmen kann das Sujet neu auch etwas näher oder weiter entfernt sein als bisher und der Modus funktioniert neuerdings auf Wunsch auch mit Einsatz des Blitzes. Die künstlich erzeugte Tiefenschärfe (Depth-of-field) erscheint tatsächlich natürlicher und die Aufnahme verfügt über mehr Details. Weiter erkennt das iPhone 8 Plus besser wo genau die Kanten hin zum Hintergrund verlaufen.

Der Porträt-Modus beim iPhone 8 Plus.

Mit dem Porträt-Modus fand im vergangenen Jahr eine bisher teuren Spiegelreflex-Kameras vorenthaltene Fototechnik Einzug in die Kamera-Möglichkeiten des iPhone. In diesem Jahr will Apple nun einen weiteren Aspekt professioneller Fotografie auf das Smartphone bringen: professionelle Lichtführung. Die leistungsfähigen neuen Kamera-Komponenten und der performante A11-Bionic-Chip ermöglichen beim iPhone 8 Plus die Funktion «Porträt-Licht».

Hierbei handelt es sich um fortgeschrittene Bild-Manipulationen, welche durch Tiefen-Karten und Orientierungspunkten auf dem automatisch erkannten Gesicht Aufnahmen mit dem Porträt-Modus erlauben, welche über eindrückliche Schatten und Spot-Effekte verfügen. Dazu wird anhand ausgeklügelten Algorithmen berechnet, wie die Gesichts-Eigenschaften auf Licht reagieren.

Ermöglicht haben sollen die neue Licht-Funktion «umfangreiche Forschungen» über «die Kunst und Wissenschaft der Porträt-Fotografie und Lichtführung», heisst es seitens Apple. Man habe für die Funktion unzählige Fotografien von Porträt-Grössen wie Richard Avedon und Annie Leibovitz, oder Malereien von Künstlern wie Johannes Vermeer studiert. Weiter habe man im Studio «unzählige Stunden» damit verbracht, Licht von unterschiedlichen Winkeln auf Personen zu leuchten. Ingenieure sollen die Gesichts-Konturen studiert haben und sich Prozesse ausgedacht haben, wie man mittels Software Licht auf diese applizieren könne. Die Chip-Entwickler wiederum sollen daran gearbeitet haben, diese Prozesse «superschnell» ausführen zu können.

Konkret bietet «Porträt-Licht» fünf verschiedene Licht-Einstellungen. «Natürliches Licht» ist die normale Porträt-Modus-Aufnahme, bei welcher das aufgenommene Gesicht in direktem Fokus ist. «Studiolicht» hellt die Gesichtszüge auf und «Konturenlicht» erlaubt eine dramatischere Beleuchtung des Gesichtes. Alle drei Modi verfügen über einen weichgezeichneten Hintergrund. Bei «Bühnenlicht» wird das Motiv in einem Spot-Licht isoliert und der Hintergrund ausgeschwärzt. Die «Bühnenbeleuchtung Mono» ist das Bühnenlicht in klassischem schwarz-weiss.

Die Funktion trägt – wie vor einem Jahr der Porträt-Modus – noch den «Beta»-Status. Und das zum Teil noch aus gutem Grund. Während «Studiolicht» sehr gute Resultate liefert, muss das Ausgangsmaterial bei «Konturenlicht» doch sehr optimal sein, um gute Resultate zu erzielen. Oft ist die dramatischere Beleuchtung hier etwas zu dramatisch. Weiter sind «Bühnenlicht» und «Bühnenbeleuchtung Mono» noch etwas fehleranfällig. Hier werden oft Bereiche, die sonst vom System korrekt als Vordergrund erkannt werden, in den Hintergrund gesetzt – also abgedunkelt, was zu Bildfehlern führt. Am meisten Probleme scheint die schwarz-weisse Bühnenbeleuchtung zu haben, jene Lichteinstellung, die – der Meinung des Authors zufolge – bei Apples Demo-Bildern am meisten verblüffen konnte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Auch der Porträt-Modus hatte bei seiner Einführung (auch als «Beta») wie erwähnt noch ein paar Kinderkrankheiten – wurde dann aber zügig immer besser und besser. Überdies werden die Licht-Effekte wie alle Bearbeitungen in «Fotos» ja nur «auf das Foto gelegt», und können jederzeit wieder rückgängig gemacht werden.

Wenn das Porträt-Licht aber funktioniert, dann sind die Bilder echt sehenswert.

Auf einer weiteren gesonderten Seite können die verschiedenen Porträt-Licht-Modi miteinander verglichen werden.

Neben den Foto-Neuerungen bringt das iPhone 8 Plus auch signifikante Verbesserungen beim Aufzeichnen von Bewegtbild mit sich. 4K-Videos können neu mit schnellen R60 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden – etwas, wozu bisher Kameras für zwei oder dreitausend Franken notwendig sind. Für die Cinetasten unter euch können 4K-Videos auch mit 24 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden. In FullHD-Auflösung (1080p) sind neu «Super Slow Motion»-Aufnahmen mit 240 fps möglich. Diese neuen Fähigkeiten werden durch den neuen Sensor und einen neuen Video-Encoder sowie den neuen ISP im A11 Bionic ermöglicht.

Der grössere und schnellere Sensor ermöglicht durch die tieferen Pixel und den neuen Farbfilter wie bei den Fotos auch in den Videos echtere Farben, einen grösseren Dynamikbereich und weniger Bildrauschen. Der neue Video-Encoder und der verbesserte ISP erlauben die höheren Bildraten und auch eine bessere Video-Stabilisierung. Ausserdem werden auch bei 4K mit 60 fps in Echtzeit Bild- und Bewegungs-Analysen durchgeführt, durch deren Vorhersagen das Video schon live während der Aufnahme optimiert wird.

AR – die erweiterte Realität

Apple setzt mit iOS 11 und dem ARKit stark auf den neuen Mega-Trend «Augmented Reality» («Erweiterte Realität»). Die Technologie, bei welcher in ein normales Kamera-Bild künstliche Objekte hineinprojiziert werden können, ist schwer im Kommen. Mit dem ARKit hat Apple in iOS bereits ein mächtiges und leistungsfähiges Framework für Entwickler geschaffen, damit diese die Technologie in ihren Apps einsetzen können. Apples Engagement hört aber nicht bei der Software auf, sondern gipfelt aktuell bei den neuen Smartphones. Diese verfügen über Hardware-Komponenten, die extra für AR optimiert sind. Die neuen iPhone-Kameras sind extra für die erweiterte Realität kalibriert worden und Sensoren wie der Gyroskop und der Beschleunigungssensor wurden für den AR-Einsatz erneuert. Der leistungsfähige A11-Bionic-Chip ermöglicht schlussendlich die Ausführung von möglichst realistischen AR-Erlebnissen auf den neuen iPhone-Modellen. Auch die Vorgänger-Generationen der neuen iPhone können von ARKit profitieren (bis zurück zum 6s), doch die für die neue Technologie optimierten Komponenten des iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X ermöglichen auf den neuen Geräten eine noch genaueres Tracking von Umgebung und Objekten und eine performantere Ausführung der AR-Apps.

Kaufempfehlung

Sowohl das iPhone 8 wie auch das iPhone 8 Plus gibt es entweder mit 64 oder mit 256 GB Speicherplatz. Der Kaufpreis beträgt CHF 839.– bzw. 1029.– für das iPhone 8, oder CHF 959.– bzw. 1149.– für das iPhone 8 Plus.

Gute Sache: Nachdem das Unternehmen für viele Jahre – einige zu viel – beim günstigsten Modell noch 16 GB verbaut hatte, sind nun bei den kleinsten neuen Modellen 64 GB Speicherplatz Standard. Das ist eine sehr freudige Entwicklung.

Wer sich die 190 Franken Aufpreis leisten kann, sollte dennoch zur 256-GB-Variante greifen. Auch wenn diese Speichergrösse wohl nicht von allen tatsächlich gefüllt wird – wer oft 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufnimmt, viele Fotos schiesst oder des Öfteren grössere Spiele oder Medien herunterlädt und nutzt, wird auch bei eigentlich grosszügigen 64 GB bald mal an den Anschlag kommen.

Während bei den neuen iPhone 8 somit die Auswahl von drei auf zwei Speicher-Grössen und von fünf auf drei Farben verkleinert wurde, ist die iPhone-Familie im Grossen und Ganzen aber nicht kleiner oder übersichtlicher geworden. Apple verkauft weiterhin das iPhone 7 (inkl. Plus) und behält sogar das iPhone 6s (inkl. Plus) im Sortiment. Dazu kommt noch das 4-Zoll grosse iPhone SE. Gesamthaft bietet Apple zusammen mit dem iPhone X nun neu 8 verschiedene iPhone-Modelle in sage und schreibe 60 Ausführungen an. Die Preisspanne eines nicht durch einen Mobilfunkanbieter subventionierten iPhone-Kauf liegt damit zwischen 419 und 1389 Schweizer Franken.

Für alle, denen die ebenfalls neue Highend-Generation «iPhone X» aus welchem Grund auch immer nicht in Frage kommt (Bedenken über die neue Bedienung, dem Kauf einer «Generation 1», der Gesichtserkennung «Face ID» oder schlicht der schlechten Verfügbarkeit wegen), ist das iPhone 8 oder das iPhone 8 Plus die logische Wahl.

Ebenso, wenn man mit gleichen Voraussetzungen aufgrund einer Abo-Verlängerung ein neues Gerät subventioniert bekommt oder man in einem Upgrade-Plan ist: das iPhone 8 oder iPhone 8 Plus sind «the way to go».

Kunden, die um jeden Preis das Neueste haben wollen, was die Technik derzeit zu bieten hat, werden sowieso das iPhone X kaufen. Derweil werden Kunden, denen die neueste Technologie egal ist und einfach ein gutes und nicht zu teures Smartphone haben wollen auf das iPhone 7 oder SE zurückgreifen – denn diese sind doch einiges günstiger als das neue iPhone 8 und durchwegs gute Geräte.

Trotz einer Fülle an Neuigkeiten beim iPhone 8 zeigt sich also erneut das gleiche Bild wie in den Vorjahren: Wer das letztjährige Modell besitzt – also ein iPhone 7 oder iPhone 7 Plus – muss nicht umbedingt auf das iPhone 8 oder iPhone 8 Plus aktualisieren. Das iPhone 7 ist nach wie vor sehr performant, verfügt über ein sehr ähnliches Design und bietet fast die gleiche Funktionspalette von iOS 11, die auch das iPhone 8 bietet. Noch dazu ist das 7ner etwas leichter. Falls induktives Laden mit Qi das persönliche «Must Have» sein sollte, dann kann man dieses auch mit einer entsprechenden Hülle beim iPhone 7 «nachrüsten». Ist zwar natürlich nicht so elegant wie direkt integriert, aber nur für Qi lohnt sich der doch teure Wechsel wohl nicht.

Wechselt man hingegen von einem älteren iPhone als dem letztjährigen 7 auf das neue iPhone 8, dann wird man von den Verbesserungen in der Kamera und der immensen Leistungsfähigkeit des Gerätes sehr positiv überrascht sein.

Das iPhone 8 nämlich bietet vieles von dem, was auch das neue iPhone X bieten wird. Grandiose Performance auf allen Ebenen, ein exzellentes Display und ein sehr gutes Kamera-System. Auch sind die neuen iPhone-Modelle die aktuell wohl besten AR-Geräte überhaupt. Beim iPhone X bekommt man einfach noch ein neues All-Screen-Design mit OLED-Display, die TrueDepth-Kamera mit Face ID und eine noch bessere Kamera auf der Rückseite dazu. Der Rest der Innereien ist bei beiden neuen Generationen ein und dasselbe.

Gäbe es kein iPhone X, wäre eine Kaufempfehlung für das iPhone 8 eine ganz einfache Sache. Viel schwieriger gestaltet sich die Empfehlung in diesem Jahr aber trotzdem nicht. Wer das Geld hat und sich auf das Abenteuer iPhone X einlassen will (und unter Umständen einiges an Geduld hat bis die Geräte geliefert werden), soll sich das neue Highend-iPhone kaufen. Für alle anderen sind das iPhone 8 und iPhone 8 Plus aber dank der schieren Fülle an Neuerungen und dem erneuten Leistungssprung unsere Kaufempfehlung.

Wie bereits vor einem Jahr empfehlen wir dabei allgemein eher den Griff hin zum 5.5-Zoll-Modell, als zum 4.7-Zoll-Modell. Zum einen hält der Akku beim Plus-Modell länger, zum anderen ist das grandiose Dual-Kamera-System das Killer-Feature des Plus und den Aufpreis allemal wert.

Fazit zum iPhone 8 Plus

Wäre das iPhone X nicht gleichzeitig mit dem iPhone 8 vorgestellt worden, würde sich die ganze Welt heute über die wohl umfassendste neue iPhone-Generation seit dem iPhone 6 vor drei Jahren freuen. Das iPhone X wirft nun aber seinen Schatten über das iPhone 8. Und das erscheint doch etwas unfair dem 8er gegenüber.

Auch wenn das iPhone 8 auf den ersten Blick designtechnisch den iPhone-Modellen der letzten Jahre sehr gleicht, ist das neue iPhone in vielerlei Hinsicht ein markanter Schritt nach vorne. Wer es für ein langweiliges Update hält, irrt. Das iPhone 8 bringt die grösste Design-Änderung seit drei Jahren mit sich. Der A11-Bionic-Prozessor deklassiert die Konkurrenz. Mit induktivem Laden wird beim iPhone etwas nachgereicht, was es bei der Android-Konkurrenz schon länger gibt. Das Kamera-System ist noch besser. Die Lautsprecher sind noch besser. Und das ohnehin schon exzellente Display ist noch besser. Das meisterhaft verarbeitete iPhone 8 bringt im Gesamtpaket die meisten Verbesserungen seit dem iPhone 6.

Das iPhone 8 Plus ist eine Art «OS X Snow Leopard» für das iPhone – die letzte, vollendete Iteration der alten Garde, bevor das Smartphone mit dem iPhone X neu interpretiert wird.

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Bild: Das neue iPhone 8 PlusBild: Das neue iPhone 8 PlusBild: Das neue iPhone 8 PlusBild: Das neue iPhone 8 PlusBild: Das neue iPhone 8 PlusBild: Das neue iPhone 8 PlusBild: Das neue iPhone 8 PlusBild: Das neue iPhone 8 Plus (rechts) und das iPhone 7 Plus (links)Bild: Das neue iPhone 8 Plus (rechts) und das iPhone 7 Plus (links)Bild: Das neue iPhone 8 Plus (rechts) und das iPhone 7 Plus (links)Bild: Das neue iPhone 8 Plus (oben) und das iPhone 7 Plus (unten)Bild: Das neue iPhone 8 Plus (oben) und das iPhone 7 Plus (unten)Bild: Belkin «BOOST UP» Qi-LademappeBild: Das neue iPhone 8 Plus auf der Belkin «BOOST UP» Qi-LademappeBild: Das neue iPhone 8 Plus auf der Belkin «BOOST UP» Qi-Lademappe

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