Apple setzt künftig auf mehr Flexibilität bei Barreserven und Schulden statt auf Net-Cash-Neutralität
Seit 2018 verfolgt Apple das Ziel einer neutralen Net-Cash-Position – also eines Gleichgewichts zwischen Barreserven und Schulden. Mit dieser «Netto-Cash-Neutralität» sollen sich beide Grössen in etwa ausgleichen. Dieses Vorgehen habe sich für Apple bewährt, wie Apples neuer CFO Kevan Parekh anlässlich der Telefonkonferenz nach der Bekanntgabe der neuesten Q2-Geschäftszahlen erklärte. Derzeit überprüfe das Unternehmen jedoch seine Liquiditäts- und Schuldenportfolios, um das Geschäft weiter zu unterstützen.
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Seit der Einführung der Strategie im Jahr 2018 hat Apple seinen damaligen Netto-Cash-Bestand von über 163 Milliarden US-Dollar durch aggressive Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen deutlich reduziert. Per Ende des letzten Fiskalquartals (Ende März) lag die Netto-Liquidität noch bei 62 Milliarden US-Dollar. Diese ergibt sich aus 147 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und marktfähigen Securities abzüglich einer Gesamtverschuldung von rund 85 Milliarden US-Dollar.
Mit diesem weiterhin positiven Wert ist die Netto-Cash-Neutralität zwar noch nicht erreicht. Die Reduktion um über 100 Milliarden US-Dollar habe die Bilanz jedoch deutlich verschlankt, so Parekh.
«Net-Cash-Neutral» habe dem Unternehmen in den vergangenen Jahren einen «wertvollen Rahmen für unsere Kapitalstruktur» gegeben, sagte der Apple-CFO.
Künftig wird Apple dieses Ziel jedoch nicht mehr als formelle Vorgabe ausweisen; Barreserven und Schulden sollen stattdessen unabhängig voneinander bewertet werden.
Von diesem Strategiewechsel verspricht sich Apple mehr Flexibilität: Barreserven und potenzielle Kreditaufnahmen können getrennt gesteuert werden.
Gleichzeitig bedeutet die Abkehr vom Ziel nicht, dass Apple seine Kapitalrückführungen reduziert – wahrscheinlich eher im Gegenteil: Diese könnten sich sogar noch verstärken. Apple bleibe entschlossen, überschüssige Mittel an die Investoren zurückzugeben, so Parekh anlässlich der Telefonkonferenz. Ohne die bisherige Richtlinie gewinnt das Unternehmen zusätzlichen Spielraum, um seine Kapitalstruktur unter Berücksichtigung sich verändernder Marktbedingungen, Zinssätze und künftiger Investitionsmöglichkeiten zu optimieren.
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