Politischer Schachzug: Apple will mögliche Zollrückzahlungen in USA reinvestieren

Kürzlich hat das höchste US-Gericht Donald Trumps die im zweiten Halbjahr 2025 erhobenen hohen Einfuhrzölle in die USA als rechtswidrig erklärt. Die von den Unternehmen deshalb zu viel bezahlten Zölle sollen jetzt zurückgefordert werden können. Wie Apple anlässlich der Telefonkonferenz nach der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen am Donnerstag-Abend kommunizierte, möchte das Unternehmen jetzt genau das tun. Die möglichen Zollrückzahlungen will Apple dann aber wiederum vollständig in die US-Wirtschaft reinvestieren. Insbesondere in Fertigung und Innovation soll das Geld fliessen – zusätzlich zu den von Apple bereits angekündigten und teils seit Jahren getätigten Investitionen in Höhe von mehreren hundert Milliarden US-Dollar.

Beobachter sehen darin vor allem ein kluges politisches Manöver von Apple-CEO Tim Cook. Indem Apple die Rückzahlungen nicht als Gewinn verbuche, sondern in den Standort USA investiere, dürfte der Mac-Hersteller trotz der Rückforderung politisch kaum in Konflikt mit Donald Trump geraten.

Beim genaueren Blick auf die Zahlen relativiert sich auch die wirtschaftliche Bedeutung dieses Schritts: Apples Versprechen, «mehr als 600 Milliarden US-Dollar» in den Standort USA zu investieren, sei bewusst unscharf formuliert – die zusätzlichen Mittel aus den Rückzahlungen, auch wenn es mehrere Milliarden US-Dollar sind, lassen sich problemlos darin unterbringen.

Kritiker argumentieren daher, dass Apple diese Investitionen grösstenteils ohnehin geplant hatte. Die neue Ankündigung sei vor allem eine Frage der Darstellung – und primär politisch gestrickt.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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