MacBook Pro: Neu mit Touchscreen, OLED und Dynamic Island
Apple hat soeben ein neu-gestaltetes MacBook Pro mit «PROLED XDR»-Display vorgestellt. Die 14- und 16-Zoll-Modelle setzen erstmals auf ein OLED-Panel, lassen sich als erste Mac-Modelle überhaupt per Touch bedienen und verfügen über eine vom iPhone her bekannte «Dynamic Island». Zudem sind die neuen Pro-Notebooks dünner und leichter geworden. Im Innern stecken die bereits bekannten Hochleistungs-Chips «M5 Pro» und «M5 Max». Vorbestellt werden können die neuen Geräte ab sofort, in den Handel kommen sie am 6. November.
Apple-Marketingchef Greg Joswiak hatte am Montag eine «aufregende Woche» angekündigt. Zum Wochenstart machten das neue iPad mini mit OLED-Display sowie die Updates auf Version 27.2 für alle Plattformen den Auftakt, gestern Dienstag folgten der iMac und das Einstiegsmodell des 14-Zoll-MacBook-Pro mit «M6»-Chip sowie grosse Updates für die «Apple Creator Studio»-Apps. Zum wahrscheinlichen Höhepunkt hat Apple soeben anlässlich des «Pro and tell»-Events in Los Angeles ein neu gestaltetes MacBook Pro vorgestellt – weitgehend so, wie es in der Gerüchteküche im Vorfeld spekuliert wurde.
Apple-Hardwarechef Johny Srouji spricht in der Pressemitteilung zum neuen Touchscreen-MacBook-Pro von einem «monumental step forward for the Mac (gewaltigen Schritt nach vorn für den Mac)».
«PROLED XDR»: Tandem-OLED statt Mini-LED
Herzstück des neuen Touch-MacBook-Pro ist das neue «PROLED XDR»-Display, das erste OLED-Display in einem Mac. Apple setzt dabei auf «Tandem-OLED»: Bei dieser Technologie liegen zwei selbstleuchtende Schichten übereinander und erzeugen das Licht gemeinsam, wodurch jede Schicht mit weniger Strom auskommt und das Panel länger halten soll. Anders als beim bisherigen «Liquid Retina XDR»-Display mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung soll es dank selbstleuchtender Pixel gar kein Blooming und keine Lichthöfe mehr geben.
Die Spitzenhelligkeit gibt Apple mit 2000 nits bei HDR-Inhalten an – bei sehr hellem Umgebungslicht soll dieser Wert auch bei SDR-Inhalten erreicht werden. Dauerhaft im Vollbild sind demnach 1000 nits möglich, das Kontrastverhältnis soll – typisch OLED-Werbegeschwafel – bei «10’000’000:1» liegen. ProMotion arbeitet mit 10 bis 120 Hertz, abgedeckt werden die Farbräume P3 und Adobe RGB sowie 81 Prozent von BT.2020. Die Bildschirmdiagonalen betragen 14.2 resp. 16.3 Zoll bei 254 Pixeln pro Zoll, der Displayrand misst nur noch 4.6 Millimeter.
Dem bei OLED gefürchteten Burn-in will Apple mit der dafür optimierten «Display-Engine» der «M5 Pro»- und «M5 Max»-Chips begegnen, die die Nutzung jedes einzelnen Pixels überwacht und ausgleicht. Weitere Details – etwa zu den 16 Referenzmodi, darunter zwei DICOM-Modi für nicht-diagnostische medizinische Bildgebung – erläutert Apple in einem technischen Whitepaper (PDF). Optional gibt es weiterhin eine Option für Nanotexturglas, welches direkt ins Deckglas geätzt wird.
Erster Mac mit Touchscreen
Der Touch-Sensor ist direkt ins Panel integriert. Unterstützt werden gemäss Apple Gesten wie Scrollen, Zoomen mit zwei Fingern oder Drag-and-Drop; Fenster lassen sich zudem per Tippen füllen oder kacheln. Ein neu konstruiertes Scharnier soll dafür sorgen, dass das Display bei Berührungen stabil bleibt. Bestehende Apps sollen ohne Anpassung funktionieren, da die neue macOS-Generation neu Berührungen automatisch in Klicks übersetzt; für Entwicklerinnen und Entwickler gibt es zudem neue API für System-Gesten. Die Apps aus Apple Creator Studio – Pixelmator Pro, Final Cut Pro und Logic Pro mit einer Multi-Touch-Klaviatur – habe Apple bereits für Touch optimiert. Angepasste Versionen von Dritt-Apps wie Microsoft Office, Lightroom, DaVinci Resolve, Blender oder Zoom sollen später in diesem Jahr folgen, so der Mac-Hersteller.
Oben im Display sitzt neu eine «Dynamic Island», die Spotlight, «Live Activities (Live-Aktivitäten)» und die neue «Siri AI» beherbergt. Spotlight wandert allerdings nur dann in die Dynamic Island, wenn Siri AI verfügbar und aktiviert ist. Die Siri-AI-Beta unterstützt neu in macOS 27.2 neben Englisch auch Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch – Deutsch und Italienisch hingegen noch nicht.
Dünner, leichter – mit M5 statt M6
Das 14-Zoll-Modell wird als 230 Gramm leichter und 0.5 Millimeter dünner ausgewiesen als der Vorgänger, das 16-Zoll-Modell rund 320 Gramm leichter und knapp einen Millimeter dünner.
Wie beim «normalen» MacBook Pro setzt Apple auch beim neuen OLED-Modell auf die im März mit den damals aktualisierten MBP eingeführten M5 Pro und M5 Max mit bis zu 128 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher und bis zu 16 TB SSD-Speicher. Mit dem M5 Max sollen sich laut Apple lokal LLM mit «Hunderten Milliarden Parametern» ausführen lassen.
Die Akkulaufzeit gibt Apple bei den neuen Modellen mit bis zu 24 Stunden an, innert 30 Minuten soll der Akku zu 50 Prozent geladen sein. Weiter verbaut sind eine 12-Megapixel-Kamera mit «Center Stage (Folgemodus)» sowie sechs Lautsprecher mit laut Apple neu um 50 Prozent tieferem Bass. An Anschlüssen gibt es drei Mal Thunderbolt 5, HDMI, einen SDXC-Kartenleser, MagSafe und eine Kopfhörerbuchse; drahtlos funkt das MacBook Pro mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 über Apples N1-Chip. Touch ID ist ebenfalls verfügbar.
Verfügbarkeit und Preise
Das neue MacBook Pro kann ab sofort vorbestellt werden, die Auslieferung und der Verkauf in den Apple Stores starten am Freitag, 6. November. Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro kostet ab 2799 Schweizer Franken resp. 3299 Euro oder 2899 US-Dollar, das 16-Zoll-Modell ab 3299 Franken resp. 3899 Euro oder 3399 US-Dollar. Mit M5 Max liegen die Einstiegspreise bei 4399 resp. 4699 Franken oder 5199 resp. 5599 Euro oder 4499 resp. 4799 US-Dollar.
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