Swisscom: rasant steigendes Datenvolumen, neuer CEO und bedeutungsloses iO

Swisscom hat heute die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2013 vorgestellt. Im Zuge dessen hat das Unternehmen auch neue Daten zur Nutzung ihrer Dienste veröffentlicht — und bekannt gegeben, dass interim Chef Urs Schaeppi neu CEO der Swisscom ist.

Der Verwaltungsrat der Swisscom AG hat Urs Schaeppi per sofort zum neuen CEO ernannt. Er arbeitet seit 15 Jahren bei Swisscom, seit 2007 als Leiter des Grosskundenbereichs, leitet seit Anfang 2013 Swisscom Schweiz und ist seit dem 23. Juli ad interim CEO.

Wie die Swisscom weiter mitteilt, werden die im Jahr 2012 eingeführten Infinity-Angebote bei den Kunden immer beliebter. Ende September 2013 zählte Swisscom 1.5 Millionen Infinity-Kunden, was rund der Hälfte aller Abo-Kunden entspricht. Ausgenommen von diesen Zahlen sind die Grosskunden des Unternehmens. An Bedeutung verlieren im Gegensatz dazu die Prepaid-Nutzer. Die Zahl dieser Kunden sank im Vergleich zum Vorjahr um 37’000.

Im Zuge der Lancierung der Infinity-Abos beschleunigte sich das Wachstum bei der Nutzung des Mobilfunknetzes. Innerhalb der ersten neun Monate des Jahres 2013 wurden 130 Prozent mehr Daten mobil übermittelt als in derselben Vorjahresperiode.
Durch die Reduktion der Roaming-Tarife erhöhte sich das verkaufte Daten-Volumen für die Nutzung im Ausland im Vergleich zum Vorjahr um das Siebenfache.

Auf dem internationalen Markt bedeutungslos ist die Nachrichten-App «Swisscom iO». Seit der Lancierung im Juni verschickten die Nutzer der App laut Swisscom-Angaben 4.75 Millionen Nachrichten aus 195 Ländern. Im Gegensatz zu den über 17 Milliarden Nachrichten, die täglich mit WhatsApp verschickt werden, ist die Nutzung von Swisscom iO irrelevant.
Aktuell haben rund 400’000 Nutzer «Swisscom iO» installiert. Angesichts der geringen Anzahl der verschickten Nachrichten handelt es sich wohl grossmehrheitlich um Nutzer, die die App noch nie oder fast nie genutzt haben.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2013 verkaufte die Swisscom zudem 1.125 Millionen Mobiltelefone. Dies entspricht einem Wachstum von 12 Prozent. Von diesen 1.125 Millionen Geräten waren 66 Prozent (rund 742’000 Geräte) Smartphones. Ungenannt blieb dabei die Anzahl der verkauften iPhones.

Von Patrick Bieri
Veröffentlicht am

12 Kommentare

Kommentar von Devotee

@Léon: Frechheit finde ich frech. Wenn Du eine Bäckerei betreibst und jeder will Dein X-Brot, aber für die Brötchen und das Y-Brot will keiner mehr wirklich etwas zahlen und der Verkauf von Brötchen und Y-Brot ist stabil, d.h. Du musst nicht wirklich etwas investieren, dann sagst Du doch auch, Brötchen und Y-Brot gibt es immer “gratis” dazu. Aber das X-Brot, das berechnest Du genau nach Gramm ;-) Und da immer mehr Leute ein X-Brot wollen, musst Du immer neue Ofen kaufen. Das ist teuer. Daher kann ich gut nachvollziehen, dass die Swisscom genau das macht. Voice und SMS sind einfach immer dabei und das, was Investitionen verursacht (Datennutzung), das kostet. Geh mal nach Frankreich oder Deutschland. Klar bekommst Du für 10€ schon Angebote. Aber der Speed ist unterirdisch oder das Volumen begrenzt und/oder das Netz ist Müll. Wenn Du ein vergleichbares Angebot willst, bezahlst Du auch in Deutschland 80-100€ (mindestens). So ein gutes Netz wie in der Schweiz findest Du fast nirgends. Aber das wird gerne vergessen.

Kommentar von Devotee

Du kannst bei Apple auch kein halbes MacBook kaufen, nur weil es Dir reicht. Und bei Coop bekommst Du auch kein halbes Brot, nur weil Du nicht mehr brauchst. Geh mal zu McDonalds und sag denen, Du hättest gerne einen Viertel-BigMac, zwei Pommes und 0.3768 Liter Cola. ;-)

Es gibt ein Angebot. Dabei wird sich Swisscom sicherlich etwas gedacht haben. Und davon zahlen die vielen Menschen einen Lohn, investieren viel in ein gutes Netz und zahlen den Eigentümern eine angemessene Dividende. Und das Coole ist: das meinste Geld bleibt auch noch in der Schweiz und schafft hier Arbeitsplätze. ;-)

Kommentar von Devotee

Gewinnmaximierung: uih, schlimmes Wort. Ein Unternehmen will Geld verdienen. Das gehört verboten. Ja, alle Macht dem Volk.

Im Ernst: natürlich will und muss ein Unternehmen Geld verdienen. Es muss ja Löhne zahlen, Geld investieren und dem Besitzer eine angemessene Rendite zahlen. Also, wo ist das Problem?

Wenn Du billig willst, dann musst Du wohl nach Indien zügeln.

Profilfoto von gentux

Kommentar von gentux

@Devotee

Wie wäre es, wenn die SBB nächstes Jahr nicht die Billette teurer macht, sondern einfach sagt: “Dafür bekommst du eine Reduktion von 50 Rappen wenn du beim Wägeli was kaufst und musst nur 2 Franken zahlen, wenn du was im Zug liegen lässt und dein Gepäck kannst du am Vortag am Schalter abgeben und bezahlst dafür nur 50%, dagegen sind die Tickets nun nur 10% teurer, aber da du all diese Services hast, zahlst du ja nicht mehr.” Das wäre auch eine Frechheit, wobei eigentlich noch weniger als bei Swisscom, denn diese Dienste wären nicht überlappend. Ich kann per FaceTime Audio telefonieren und per Threema Nachrichten austauschen, wozu muss ich nun eine Flat dafür nehmen?

Ich hatte es nicht nur privat sondern auch geschäftlich mit der Swisscom zu tun und kann sagen, die versenken an vielen Stellen unnötig Geld, das arbeiten viele Menschen im Kreis und die Entwicklung von iO war auch nicht gratis aber umsonst. Was ich Swisscom noch zu Gute halten kann, im Gegensatz zu UPC und Sunrise scheint es wenigstens noch Kompetenz an der Kundenfront zu geben.

Anmelden um neue Kommentare zu verfassen

Allegra Leser! Nur angemeldete Nutzer können bei diesem Inhalt Kommentare hinterlassen. Jetzt kostenlos registrieren oder mit bestehendem Benutzerprofil anmelden.