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Apple zeigt neue Apple Watch Series 4, iPhone XR, iPhone XS und iPhone XS Max

10 Kommentare — Veröffentlicht am Mittwoch, 12. September 2018, um 20:48 Uhr von Stefan Rechsteiner

Grössere Bildschirme seien «erst der Anfang», titelt der Mac-Hersteller nach der jüngsten Produkte-Präsentation auf seiner Webseite. Mit der Apple Watch Series 4 und einer neuen iPhone-Familie feiert Apple die grossen Bildschirme. Das neue «iPhone XS Max» beispielsweise verfügt über einen massiven 6.5 Zoll Bildschirm. Das Gerät selber ist dabei aber gleich gross wie die bisherigen Plus-Modelle. Derweil wächst dafür die neue Uhren-Generation. Das Display ist um einen Drittel grösser als bei den bisherigen Modellen und reicht näher zu den Rändern hinaus und verfügt über abgerundete Ecken. Und wie es Apple schreibt, sind die grösseren Bildschirme tatsächlich erst der Anfang.

Zum von einigen Gerüchteköchen erhofften Produkte-Feuerwerk ist es am Mittwoch-Abend im «Steve Jobs Theater» auf dem neuen Firmengelände von Apple im kalifornischen Cupertino nicht gekommen. Hoffnungen darauf machte Apple-CEO Tim Cook bereits kurz nach dem Betreten der Bühne zunichte. Der Event drehe sich vollends um «die zwei persönlichsten Geräte», die es von Apple gäbe. Den Start machte die Apple Watch.

Apple Watch Series 4

Die Uhr des Mac-Herstellers sei nicht nur die «Nummer 1 Smartwatch der Welt», so Cook, sondern sogar die «Nummer 1 Uhr der Welt». Der immense Erfolg der Uhr beeindrucke Apple, schliesslich habe es diese Geräte-Kategorie «erst vor wenigen Jahren» noch gar nicht gegeben.

Um die Neuigkeiten bei der Apple Watch zu präsentieren, holte sich Cook für einmal nicht Technologie-VP und watchOS-Chef Kevin Lynch auf die Bühne, sondern jenen Mann, der ihn vor sieben Jahren bei seiner Ernennung als CEO von Apple als Operations-Chef ablöste – Jeff Williams. Das kommt nicht von ungefähr, denn Williams ist auch Leiter der Apple-Watch-Entwicklung.

Die neue Uhren-Generation heisst «Apple Watch Series 4». Dies wurde bereits im Vorfeld der Präsentation so erwartet, reiht sich diese Bezeichnung doch in die bisherige Namensgebung des Produktes ein.

Williams wurde nicht müde zu erwähnen, dass es sich bei der neuen Generation um eine komplett-neugestaltete und -neuentwickelte Uhr handle. Die Uhr ist weiterhin in zwei verschiedenen Grössen verfügbar. War die Apple Watch bisher mit Durchmessern von 38mm und 42mm erhältlich, handelt es sich bei der neuen Generation um Modelle mit 40mm und 44mm. Apple gibt aber an, dass das Gehäuse neu «kleiner» und auch dünner seien, als bei den bisherigen Modellen. Tatsächlich ist das Gehäuse des kleineren Modells neu 40 mal 34 mal 10.7 Millimeter gross, das bisherige 38mm-Modell mass noch 38.6 mal 33.3 mal 11.4 Millimeter. Das neue 44mm-Modell misst derweil 44 mal 38 mal 10.7 Millimeter, während das bisherige 42mm-Modell über Abmessungen von 42.5 mal 36.4 mal 11.4 Millimeter verfügte. Mit 30.1 bzw. 36.7 Gramm ist die neue Uhr minimal schwerer als die bisherigen Modelle (zwischen 26.7 und 34.9 Gramm).

Der Bildschirm erstreckt sich neu noch weiter an die Ränder und in die Ecken. Eben diese Ecken sind übrigens neu abgerundet – genauso wie es das iPhone X vor einem Jahr vormachte. Laut Datenblatt sind die Displays um 35 Prozent (beim 40mm-Modell) bzw. 32 Prozent (44mm) grösser als noch jene der bisherigen Generationen.

Die Lautsprecher-Öffnungen auf der linken Seite der Uhr sind ebenfalls etwas grösser geworden. Die Boxen sollen neu um 50 Prozent lauter sein, «optimiert für Telefonate, Siri und Walkie-Talkie». Gleichzeitig hat Apple das Mikrofon von der linken auf die rechte Seite versetzt und verspricht daraus ein reduzierteres Echo und eine bessere Aufnahme-Qualität.

Die grösseren Displays erlauben es auch, mehr Informationen auf eben diesen darzustellen. Man habe deshalb «jeden Teil der Benutzeroberfläche» neu gestaltet, um der grösseren Fläche gerecht zu werden, so Williams auf der Bühne. Es gibt neue Zifferblätter und neue Komplikationen. Beispielsweise gibt es zur «Atmen»-App neu ein eigenes Zifferblatt – in drei verschiedenen Ausführungen. Und es gibt neue «dynamische Zifferblätter» mit Feuer, Wasser oder Gas als Sujet.

Auch die Digitale Krone wurde «komplett überarbeitet und neu entwickelt» und bietet neu eine haptische Rückmeldung, sodass sich das Drehen dieser «mechanischer und responsiver» wie eine «Aneinanderreihung von Klicks» anfühle. Die rote Kennzeichnung für das LTE-Modell ist neu zudem nur noch ein dünner Kreis und füllt nicht mehr die ganze Oberfläche der Krone aus.

Die Rückseite der neuen Apple Watch Series 4 kommt visuell ebenfalls etwas anders daher. Sie besteht aus schwarzem Keramik und Saphir-Kristall-Glas. Die Mobilfunk-Strahlen können so neu sowohl komplett von vorne durch das Display wie auch durch die Rückseite hindurch, betont Williams.

Ausgerüstet ist die neue Apple-Uhr mit dem von Apple selbst entwickelten «S4» System-in-Package (kurz: SiP). Beim Chip handelt es sich um einen 64-bit Dual-Core-Prozessor, welcher doppelt so schnell arbeiten soll wie noch sein Vorgänger in der Apple Watch Series 3.

Ebenfalls neu sind der Beschleunigungs-Sensor und der Gyroskop. Beide erlauben einen «doppelt so grossen dynamischen Umfang», «32 g-forces» und noch weitere Verbesserungen – was genau das aber alles bedeute, sei schlussendlich «unwichtig», merkt Williams an. Wichtig sei hingegen, dass eben diese Sensoren neu acht mal schneller arbeiten und eine neue Funktion erlauben. Die neue Apple Watch erkennt neu Stürze.

Neben der Aufzeichnung genauerer Daten durch die Sensoren hat die iPhone-Company dafür «Stürze von tausenden Leuten» analysiert und kann Stürze nun anhand fortgeschrittener Algorithmen berechnen.

Wird ein Sturz erkannt, erscheint auf der Uhr sofort die Möglichkeit einen SOS-Notruf auszulösen. Wenn die Uhr zusätzlich registriert, dass sich der Träger während einer Minute nach dem Sturz nicht bewegt, wird der SOS-Anruf automatisch abgesetzt und gleichzeitig auch die Standort-Daten des vermeintlich bewusstlosen Nutzers an die Notrufzentrale geschickt.

Werbespot zur Apple Watch Series 4

Die Herzfrequenz-Messung der Uhr bemerkt neu nicht nur mehr nur eine erhöhte Herzfrequenz, sondern meldet dem Träger neu auch, wenn die Herzfrequenz zu tief ist. Das nämlich bedeute, dass das Herz womöglich zu wenig Blut in den Körper pumpe.

Weiter beobachtet die Apple Watch den Herzrhythmus im Hintergrund und erkennt mögliches Vorhofflimmern. Dabei handelt es sich laut der Schweizerischen Herzstiftung um die häufigste Herzrhythmusstörung. «Die Herzvorhöfe schlagen nicht mehr regelmässig, sondern zu schnell, unregelmässig und unkoordiniert.» Meist stellte dies keine akute Gefahr dar, unbehandelt könne das Vorhofflimmern aber schwerwiegende Folgen haben, wie die Vereinigung anmerkt.

Technisch die eindrücklichste Neuerung aber dürfte die Erweiterung des Herzfrequenz-Sensors um einen Elektroden-Sensor sein. Der neue «elektrische Herzfrequenzsensor» erlaubt das Aufzeichnen eines Elektrokardiogramm, also eines EKG.

Williams merkt an, dass die neue Apple Watch das erste Gerät überhaupt ist, welches im normalen Handel erhältlich ist und ein EKG aufzeichnen kann.

Um ein EKG durchzuführen, muss der Watch-Träger während 30 Sekunden einen Finger auf die mit einem entsprechenden Sensor ausgestatteten neuen Digital Crown halten. Zusammen mit dem erweiterten Herzfrequenz-Sensor auf der Rückseite wird so ein Kreislauf geschlossen und das Elektrokardiogramm aufgezeichnet.

Die detaillierten EKG-Daten inklusive Klassifizierungen und festgestellten Symptome werden verschlüsselt in der Health-App abgespeichert und können von dort aus als PDF beispielsweise einem Arzt vorgezeigt werden.

Die Batterielaufzeit der neuen Uhr soll die gleichen 18 Stunden betragen wie beim Vorgängermodell. «All-Day Battery Life», nennt Apple dies. Williams merkt jedoch an, dass bei Trainings neu bis zu sechs Stunden Gesundheitsdaten aufgezeichnet werden können – «genug für jeden Marathon».

Apples Produkt-Video zur neuen Apple Watch Series 4

Erhältlich sein wird die neue Apple Watch Series 4 in einem Aluminium-Gehäuse in «Silber», «Gold» oder «Space Grau» oder in einem Edelstahl-Gehäuse in «Silber», «Space Schwarz» oder einem neuen «Gold».

Auch von der neuen Generation wird es wieder spezielle Modelle mit Nike und Hermès geben.

Kosten wird die neue Uhr 449 Schweizer Franken mit GPS oder 549 Schweizer Franken für mit LTE-Mobilfunk («GPS + Cellular»; LTE in der Schweiz mit Sunrise oder mit Swisscom).

Vorbestellt werden kann die Apple Watch Series 4 ab diesem Freitag, 14. September, und in den Handel kommen wird sie in weltweit 26 Märkten am Freitag, 21. September. Die LTE-Modelle gibt es vorerst jedoch in nur 17 Märkten – darunter anders als die «Nur GPS»-Version zwar in der Schweiz und auch in Deutschland, nicht aber in Österreich.

Weiterhin im Handel bleibt die Vorgängerversion Apple Watch Series 3. Diese kostet neu nur noch CHF 319.– (GPS) bzw. CHF 419.– (GPS + Cellular).

iPhone XS und iPhone XS Max

Das Zweite der von Tim Cook angesprochenen «zwei persönlichsten Apple-Geräte» ist freilich das iPhone. Wie erwartet lüftete Apple während der Präsentation die Schleier zur nächsten, mittlerweile vierzehnten iPhone-Generation.

Präsentiert wurde die neue neue iPhone-Generation «iPhone XS» (gesprochen: «iPhone ‹tʰɛn ɛs›») von Marketing-Chef Phil Schiller.

Äusserlich gleicht das neue Modell dem iPhone X, jedoch gibt es das Edelstahl-und-Glas-Smartphone neu neben «Silber» und «Space Grau» auch in einem neuen «Gold»-Farbton. Beim neuen Glas, welches im neuen iPhone verbaut ist, handle es sich ausserdem um das «widerstands-fähigste Glas», welches bisher in einem Smartphone verbaut wurde, so Apple.

Anders als das iPhone X, iPhone 8 auch schon das iPhone 7 ist das neue iPhone X nicht mehr «nur» nach dem IP67-Standard resistent gegen Wasser und Staub, sondern nach dem stärkeren Standard IP68. Das neue iPhone hält deshalb dem Wasserdruck in einer Tiefe von 2 Meter während bis zu 30 Minuten aus.

Wie das iPhone X verfügt auch das iPhone XS über ein OLED «Super Retina Display» mit einer Diagonale von 5.8 Zoll. Die Auflösung beträgt weiterhin 2436 mal 1125 Pixeln (458ppi), welche als 3x Retina-Auflösung genutzt wird.

Von der neuen iPhone-Generation gibt es aber anders als vom iPhone X vor einem Jahr wieder eine «grössere» Version. Diese hat einen 6.5 Zoll grossen OLED «Super Retina Display» mit 2688 mal 1242 Pixel (458ppi). Während das Display zwar massiv grösser ist, bleibt das neue Gerät in etwa gleich gross wie die bisherigen Plus-Modelle. Damit die Gesellschaft auch merke, dass das neue Modell grösser ist als das bisherige «Plus», nennt Apple das neue grosse Modell auch anders. «Und was ist grösser als Plus? Max!», meint Schiller im Steve Jobs Theater. Das grosse neue iPhone-Modell hört somit auf den Namen «iPhone XS Max».

Die Displays beider Geräte-Grössen verfügen über die Force-Touch-Technologie «3D Touch», sind True-Tone- und P3-fähig und bieten Touch-Erkennung mit 120 Hertz.

Der Akku des neuen iPhone XS soll gegenüber dem iPhone X bis zu 30 Minuten länger und jener des iPhone XS Max sogar 1.5 Stunden länger halten.

Den bisherigen Informationen zufolge dürften die Display-Grösse und die Kapazität des Akkus die einzigen Unterschiede zwischen iPhone XS und iPhone Ss Max sein.

Beide Modelle verfügen über «noch besseren Stereo-Sound» und eine schnellere Gesichtserkennung mit «Face ID» dank schnelleren Algorithmen und einer neuen schnelleren Secure Enclave.

Der neue Apple-entwickelte CPU «A12 Bionic» in den neuen iPhone-Modellen ist industrieweit der erste 7nm-Prozessor. Auf dem kleinen Chip finden 6.9 Milliarden Transistoren Platz. Es handelt sich um einen 6-Core-Prozessor mit Fusion-Architektur, spricht dedizierten Kernen für eine entweder effizientere (4x) oder leistungsfähigere (2x) Erledigung der Aufgaben. Die High-Performance-Cores sollen um 15 Prozent schneller und um 40 Prozent effizienter, die 4 Efficiency-Cores um 50 Prozent Strom-sparender arbeiten als noch im A11 Bionic vom letzten Jahr.

Ebenfalls Teil des A12-System-on-a-Chip ist eine Quad-Core GPU. Die Grafikeinheit sei um 50 Prozent leistungsfähiger, so Apple.

Und ebenfalls ein Highlight des neuen Chips ist die Neural Engine, welche massiv ausgebaut wurde. Statt bisher über zwei Kerne verfügt sie neu über acht Kerne. Konnten mit der Neural Engine des letztjährigen A11 Bionic eindrückliche 600 Milliarden Neural-Engine-Berechnungen pro Sekunde durchgeführt werden, sind es mit dem neuen A12 nun atemberaubende 5 Billionen pro Sekunde.

Überdies Teil des SoC sind verbessere andere Chips wie der Bildsignalprozessor oder der Storage-Controller. Eben dieser erlaubt die Verwaltung grösserer Speichermengen, weshalb es die neuen iPhone-Modelle neu auch mit 512 GB Speicherplatz zu erwerben gibt.

Die massive Power des A12 Bionic erlaube nun «Real Time Machine Learning». Das Machine-Learning-Framework «Core ML» beispielsweise erhält neu Zugriff auf die Neural Engine, wodurch solche Berechnungen bis zu neun mal schneller und mit bis zu einem Zehntel der Energie ausgeführt werden können als bisher. Ausserdem wird dabei Last von der Haupt-CPU genommen, wodurch der Prozessor gleichzeitig mehr für andere Sachen eingespannt werden kann.

Die Kamera des iPhone XS und iPhone XS Max ist ein Dual-Lens-System (wie bisherige Plus-Modelle und das iPhone X). Beide lösen weiterhin mit 12 Megapixel auf. Die eine Weitwinkel mit einer grossen ƒ/1.8 Blende, die andere Tele und mit ƒ/2.4. Während diese Spezifikationen die Gleichen sind wie bei der iPhone-X-Kamera, sind die Pixel auf den Bildsensoren mit 1.4μm grösser als bisher, womit die Sensoren mehr Licht aufnehmen können.

Der True-Tone-Blitz soll ebenfalls verbessert worden sein.

Die TrueDepth-Kamera auf der Vorderseite löst neu mit 7 Megapixel auf und hat eine ƒ/2.2-Blende. Sie soll doppelt so schnell auslösen und 1080p-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen können.

Der neue Bildsignalprozessor arbeitet bei den Aufnahmen neu direkt mit der Neural Engine zusammen, womit zu den verschiedenen bereits bisher durchgeführten Berechnungen beim Aufnehmen von Fotos und Videos noch weitere Intelligenz hinzu kommt – eine erweiterte Gesichtserkennung, eine Erkennung von Orientierungspunkten im Gesicht und eine ausgereifte Segmentierung. Die Kombination der beiden Chips soll pro Foto bis zu einer Billion Operationen ausführen können.

Die Kamera-Weiterentwicklungen scheinen vor allem im A12-Bionic-Chip und in der Software passiert sein. Die Belichtung einer Porträt-Aufnahme beispielsweise, und damit der Bokeh-Effekt dieser Fotos, kann neu im Nachhinein angepasst werden – Apple nennt dies «Depth Control» («Tiefen-Kontrolle»).

Weiter biete «Smart HDR» eine noch ausgefeiltere Art, Fotos aufzunehmen. Statt wie bisher pro Aufnahme «nur» vier Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen in ein HDR-Bild zusammenzufügen, löse die neue Technologie zwischen den bisherigen Bildern noch je eine weitere Aufnahme mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aus, plus noch ein zusätzliches Foto mit einer extra langen Belichtungszeit. All diese Aufnahmen werden dann intelligent zu einem «perfekten HDR-Foto» zusammengefügt, so Schiller. Apples Marketing-Chef nennt all die Kamera-Neuerungen sogar eine «Neue Ära für die Fotografie».

Sowohl das iPhone XS wie auch das iPhone XS Max können neu Stereo-Ton aufnehmen. Weiter bieten die Smartphones neu Gigabit LTE (mit 4x4 MIMO und LAA4). Ebenfalls neu: «Dual SIM». Via DSDS («Dual SIM, Dual Standby») können zwei SIM-Karten im gleichen Gerät benutzt werden. Dies beispielsweise, wenn man für das Geschäft und Privat zwei verschiedene Nummern, ungern aber zwei verschiedene Geräte verwenden möchte. Oder wenn man bei einem Ausland-Aufenthalt zusätzlich zum persönlichen Abo ein lokales Angebot nutzen möchte. Tatsächlich können beide neuen iPhone-XS-Modelle mit einer physikalischen SIM und einer eSIM ausgerüstet werden. Eine Ausnahme machen die Modelle, die in China verkauft werden. Weil im Reich der Mitte eSIM nicht möglich ist, kann der SIM-Kartenschacht der neuen iPhone dort zwei physische SIM-Karten fassen.

Für alle die sich nun schon zum Verkaufsstart der neuen iPhone-Modelle auf Dual-SIM gefreut haben: Laut einem Support-Dokument wird eSIM erst «später im Jahr» durch ein Software-Update freigeschaltet. Auf der Bühne wurde indes kein Logo eines Schweizer Mobilfunkanbieters gezeigt – es ist entsprechend noch unklar, wann eSIM und damit Dual-SIM beim iPhone XS und iPhone XS Max auch in der Schweiz verfügbar sein wird.

Das neue iPhone XS wird mit 64, 256 oder 512 GB Speicherplatz ab Freitag, 14. September vorbestellt werden können und kommt am Freitag, 21. September in den Handel. Kostenpunkt: Je nach Kapazität 1199 bis 1639 Schweizer Franken für das iPhone XS bzw. zwischen 1299 und 1739 Schweizer Franken für das iPhone XS Max. Erhältlich sein werden die neuen Modelle in 30 Ländern – darunter auch in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

iPhone XR

Die beiden neuen iPhone-XS-Modelle ergänzen wird das farbenfrohe «iPhone XR». Dieses Gerät trägt Eigenschaften des iPhone 8 in sich, ist aber in weiten Teilen den beiden neuen iPhone XS ebenbürtig. Statt einem Edelstahl-Gehäuse verfügt es über einen Rahmen aus 7000er Aluminium. Das Gerät ist nach dem IP67-Standard Wasser- und Staub-resistent und statt der Force-Touch-Technologie «3D Touch» setzt Apple bei diesem Gerät auf ein sogenanntes «Haptic Touch», ein haptisches Feedback ähnlich der Trackpad-Funktionsweise der MacBook.

Das Display ist kein OLED-Bildschirm, sondern ein LCD. «Liquid Retina» genannt, reicht es wie das Display des iPhone X und der neuen iPhone XS bis nahe an die Gehäuse-Ränder. Schiller zufolge ist es das «fortschrittlichste LCD», welches bisher in einem Smartphone verbaut wurde. Es bietet überdies industrieweit die grösste Farbechtheit. Das Display misst in der Diagonale 6.1 Zoll und bietet mit 1.4 Millionen Pixeln eine Pixeldichte von 326 ppi. Es unterstützt wie nun alle modernen iPhone-Modelle «Tap to Wake», True Tone und den P3-Farbraum, sowie Touch-Sensing mit 120 Hz. Das Display ist zwar einiges grösser, das Gerät selbst aber ist kleiner als die bisherigen Plus-Modelle. Im direkten Vergleich zwischen iPhone X / iPhone XS und iPhone XS Max.

Ebenfalls mit an Bord ist die Gesichtserkennung «Face ID» – wobei auf das gleiche schnellere System und die gleiche TrueDepth-Kamera gesetzt wird wie beim neuen iPhone XS. Weiter werkelt im Innern der gleiche A12-Bionic-Chip. Auf der Rückseite ist eine mit 12 Megapixel auflösende Kamera mit verbessertem True-Tone-Blitz. Allesamt identisch zum iPhone XS und iPhone XS Max – ausser, dass die noch über eine zweite Kamera («Dual Lens») auf der Rückseite verfügen.

Trotz eben dieser fehlenden zweiten Kamera bietet auch das iPhone XR mit nur einer Linse auf der Rückseite die Möglichkeit für Porträt-Aufnahmen. Diese bisher nur iPhone-Modellen mit Dual-Kamera vorbehaltene Kamera-Funktion wird nun dank iOS 12 und dem A12-ISP mit verbesserter Segmentation auch auf der Single-Lens-Kamera des iPhone XR ermöglicht.

Der Akku des XR-Modells soll gegenüber dem iPhone 8 Plus um 1.5 Stunden länger halten.

Erhältlich sein wird das iPhone XR in sechs verschiedenen Farben: Weiss, Schwarz, Blau, Coral, Gelb und einem Product(RED)-Rot. Kosten wird das iPhone XR CHF 879.– für mit 64 GB, CHF 949.– für mit 128 GB und CHF 1069.– für mit 256 GB Speicherplatz. Anders als die iPhone–XS-Modelle (ab 14.09.) kann das iPhone XR erst ab Freitag, 19. Oktober vorbestellt, und dann ab dem darauf-folgenden Freitag, 26. Oktober, im Handel erworben werden.

64 verschiedene iPhone-Modelle

Aus dem Sortiment entfernt hat Apple das 4-Zoll grosse iPhone SE, das iPhone 6S und das iPhone 6S Plus.

Das iPhone-Lineup besteht damit neu aus dem iPhone 7 (ab CHF 529.–) und iPhone 7 Plus (ab CHF 669.–) von 2016, dem iPhone 8 (ab CHF 699.–) und dem iPhone 8 Plus (ab CHF 819.–) von 2017 und den neuen iPhone XR (ab CHF 879.–) sowie iPhone XS (ab CHF 1199.–) und iPhone XS Max (ab CHF 1299.–).

Über alle Generationen und verschiedenen Kapazitäts- und Farb-Optionen besteht Apples Sortiment somit neu aus 64 verschiedenen iPhone.

Apples CEO Tim Cook (rechts) und Design-Chef Jonathan Ive (links) mit dem neuen iPhone XR im Steve Jobs Theater auf dem Apple Park in Cupertino.

Kategorie: Apple
Tags: Apple, Apple Watch Series 4, iPhone XR, iPhone XS, iPhone XS Max, Special Event, Special Event 20180912

10 Kommentare

Kommentar von sierra (#30043)

Apple kämpft verzweifelt darum, dass User die Uhr als Uhr und nicht als Gadget akzeptieren.
Bei der Krone hat man gut beim Ventura Sparc MGS Modell geschaut. Auch, dass Apple jetzt klassische Milanaise Uhrenarmbänder einbaut, deutet darauf hin, dass klassische Modelle gefragt sind. Feinmaschiges Metall.

Kommentar von Gaia (#30045)

Für mich stellt sich die Frage ob der Goldton der Apple Watch derselbe bleibt, bzw. ist der Goldton bei Watch Series 3 und 4 gleich? Und entspricht das dann auch dem Goldton des neuen iPhone XS? Müsste man eben erst sehen. Aber wenn ab morgen vorbestellbar und man haben möchte asap ohne Kompromisse, muss man morgen bestellen (ab Mitternacht oder erst am Morgen…..?)

Kommentar von Gaia (#30047)

Lieber Ivo
Die grossen Sprünge sind schon längst vorbei. Im Moment geht es v.a. um Verbessern, Ausbessern, alles ausschöpfen, was man kann.
Apple ist so schnell so gross geworden, hat X Baustellen aber dafür machen sie es in meinen Augen trotzdem nicht schlecht.
Das iPad Update wird sicher kommen. Irgendwann ;-)

Kommentar von Ivo (#30048)

Punkto iPhone sehe ich das schon. Dort finde ich es sogar gut, wenn man vorerst verbessert oder ausschöpft. Das Rad kann nicht jedes Mal neu erfunden werden.

Grosse Sprünge war mehr dahingehend gemeint, dass es unterdessen viele Produkte gibt, welche dringend ein Update benötigen (u.a. das iPad). Aber wie du richtig gesagt hast: es wird sicher kommen :-)

Kommentar von Gaia (#30049)

Oh ja da geb ich dir recht….eben Baustellen ;-) z.B. iTunes ist so ein Beispiel…oder was ist mit den Mac’s ?

Auf der anderes Seite empfinde ich meine Apple-Welt als aufgeräumter und v.a. sehr stabil (was man vor OS 10 gar nicht behaupten konnte).

Und dann sind da Wünsche die nie Realität werden: wenn Nachrichten OS unabhängig geworden wäre inkl. Desktop-Version hätte es einen wunderbar schönen Messanger frei von Facebook gegeben. WA hat schlicht nie die Eleganz des Apple-Produktes. Aber man will eben sein eigenes Süppchen köcheln was schade ist, denn weil alle WA benutzen kommt man um WA kaum drumrum. All die netten verspielten Apple-Features gehen unter. Einfach nur schade.

Kommentar von giova (#30051)

Die Preise sind einfach jenseits von gut und böse. Wenn ich das grosse Modell mit Apple care nehme, bin ich bei rund Fr. 2’000.00—> byebye Apple, hello Google

Die Baustelle iTunes wird’s nicht mehr so lange geben… ich glaube, iTunes hat keine grosse Zukunft und wird bald eingestellt. Heutzutage wird eh alles gestreamt, Apple Music, Spotify usw. Oder wer von euch kauft noch Lieder in iTunes?

Und zur Update-Politik. Die Mac Minis sollten mal aktualisiert werden ;-)

LG

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