Ankündigung zum Wechsel auf Apple-Chips beim Mac angeblich zur WWDC

Informationen des Wirtschaftsblattes Bloomberg zufolge wird Apple anlässlich der in zwei Wochen startenden Entwickler-Konferenz «WWDC» für die Mac-Plattform den Wechsel von Intel-Prozessoren hin zu eigenen ARM-Chips bekanntgeben. Das Projekt soll intern auf den Namen «Kalamata» hören. Gemäss den Insider-Informationen des Magazins könnte sich der Fahrplan aber auch nochmals ändern, weshalb die Ankündigung auch noch verschoben werden könnte.

Dass dieser Wechsel kommen wird, darüber gibt es schon seit Jahren Gerüchte. Auch über eine nahe bevorstehende Ankündigung wird schon länger spekuliert. Trotzdem sorgt die Meldung des Wirtschaftsblattes seit gestern für allerlei Schlagzeilen. Kommt hinzu, dass sich jüngst die Spekulationen verdichteten, dass die ersten auf Apple-Chips-basierten Mac-Computer bereits 2021 auf den Markt kommen sollen. Damit dies überhaupt möglich ist, muss Apple frühzeitig seine Entwickler-Gemeinde auf den Wechsel einschwören.

Gleich verfahren ist Apple bei der letzten «Chip-Transition» von den RISC-basierten PowerPC auf die CISC-Chips von Intel vor mittlerweile 15 Jahren. Steve Jobs gab 2005 anlässlich der damaligen WWDC den bevorstehenden Wechsel bekannt und kündigte an, erste Mac-Modelle mit Intel-Chips würden ein Jahr später erscheinen. Das Mac-Betriebssystem wurde intern schon von Beginn an im Geheimen zweigleisig entwickelt, so Jobs gegenüber dem darüber verblüfften Publikum. Das damals aktuelle Mac OS X «Tiger» konnte entsprechend schnell für Intel-CPU veröffentlicht werden. Schlussendlich sind auch die ersten Intel-Macs früher als erwartet vorgestellt worden: Im Januar 2006 wurde das erste «MacBook Pro» (als Nachfolger des «PowerBook») und neue iMac-Modelle mit Intel «Core Duo»-Prozessoren eingeführt.

Lesetipp: Die Geschichte des «Switch» kann im 16. Kapitel «Die PowerPC-Krise» unserer ausführlichen Apple History (von 2009) nachgelesen werden.

Apples diesjährige WWDC wird am 22. Juni starten. Aufgrund der Corona-Virus-Pandemie und den vielerorts weiterhin geltenden Lockdowns, Veranstaltungs-Verboten und Reisebeschränkungen führt der Mac-Hersteller die Entwickler-Konferenz erstmals komplett virtuell durch. Genaue Details wird Apple in den kommenden Tagen bekannt geben – gut möglich, dass dies bereits heute geschieht. Eröffnet wird die Konferenz, soviel ist bereits bekannt, wie gewöhnlich mit einer Keynote und mit einer «Platforms State of the Union»-Session. Für die Konferenz werden erste Details für die für den Herbst erwarteten neuen Betriebssystem-Generationen zu macOS, iOS, iPadOS, watchOS und tvOS erwartet. Nicht ausgeschlossen sind auch neue Hardware-Produkte – und eben allenfalls die Ankündigung eines Wechsels der Prozessor-Architektur bei der Mac-Plattform.

 

Von Stefan Rechsteiner
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