Bericht: Apple streicht über 200 Stellen bei Apple Vision Pro und Siri

Apple baut in zwei seiner wichtigsten Zukunftsbereiche Personal ab. Betroffen sind Berichten zufolge über 200 Stellen: rund die Hälfte im Umfeld der Apple Vision Pro, die andere Hälfte bei Siri und im Software-Engineering. Anscheinend soll das Team für Spiele auf dem räumlichen Computer weitgehend aufgelöst und jenes für immersive Videoinhalte deutlich verkleinert worden sein. Apple bestätigte den Umbau, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen.

Stefan Rechsteiner

Zuerst berichtete am vergangenen Donnerstag, 20. August, AppleInsider unter Berufung auf eine eigene Quelle, Apple habe ein komplettes auf die VR-Entwicklung ausgerichtetes Team entlassen. Mindestens 60 Personen aus der «Vision Products Group» und aus «ähnlichen Positionen» sollen betroffen sein. Als Grund für die Entlassungen vermutete das Gerüchte-Portal eine stärkere Priorisierung auf KI-Brillen und auf Siri unter dem kommenden neuen Apple-CEO John Ternus.

Einen Tag später zog der Apple-Gerüchte-Koch Mark Gurman von «Bloomberg» nach: Ihm zufolge sollen über 200 Stellen gestrichen worden sein – rund 100 in der Vision Products Group und rund 100 bei Siri und im Software-Engineering der Abteilung «Intelligent Systems Experience», welche an der Geräte-Integration von AI-Funktionen arbeitet.

Im Bericht heisst es, Apple habe das auf Spiele ausgerichtete Vision-Pro-Team weitgehend aufgelöst – und jenes für «Apple Immersive Video» verkleinert. Mitarbeitenden sei erklärt worden, die Prioritäten würden an der tatsächlichen Nutzung des Geräts ausgerichtet. Die Produktion einzelner immersiver Videos soll mehrere Millionen US-Dollar kosten – bei zu wenigen aktiven Nutzenden rechne sich das nicht, schlussfolgert Bloomberg. Künftig will Apple demnach weniger Inhalte selbst produzieren und stärker auf immersives Video-Material von Drittanbietenden setzen.

Siri-Umbau wegen «Siri AI»

Bei Siri betrifft der Abbau gemäss dem Bericht vorwiegend Personal, das an der bisherigen Assistenz-Generation gearbeitet hatte; da die neue «Siri AI» auf einer anderen technischen Architektur beruht, verlangt sie andere Fachkenntnisse. Gleichzeitig sollen aber auch neue Stellen in diesem Bereich entstehen.

Ein Apple-Sprecher hat gegenüber «Bloomberg» argumentiert, das Unternehmen richte mehrere Teams neu aus, um das eigene Geschäft weiterzuentwickeln. Betroffen sei dabei «a limited number of existing roles» («eine begrenzte Zahl bestehender Stellen»). Den Betroffenen sichert der Mac-Hersteller Unterstützung zu; sie könnten sich intern auf andere Positionen bewerben.

Die Apple Vision Pro und visionOS würden nicht eingestellt, hiess es angeblich gegenüber den Mitarbeitenden. Ein neues Modell erwartet Gurman allerdings «frühestens Ende 2028». Eine für 2027 spekulierte KI-Brille soll weder 3D-Spiele noch immersive Videos unterstützen. Der räumliche Computer kostet seit den Preiserhöhungen im Juni 3699 US-Dollar – und ist hierzulande nach wie vor nicht offiziell erhältlich; sollten sich die Vermutungen von Gurman bestätigen, dürfte sich die Schweizer Nicht-Verfügbarkeit der Apple Vision Pro auf absehbare Zeit nicht ändern.

Gönner-Abo

Ab CHF 5.– im Monat

👉🏼 Wir benötigen deine Unterstützung! Unterstütze macprime mit einem freiwilligen Gönner-Abo und mache die Zukunft unseres unabhängigen Apple-Mediums aus der Schweiz mit möglich.

macprime unterstützen

Zugehörige Themen

1 Kommentar

Anmelden um neue Kommentare zu verfassen

Allegra Leser! Nur angemeldete Nutzer können bei diesem Inhalt Kommentare hinterlassen. Jetzt kostenlos registrieren oder mit bestehendem Account anmelden.