Speicher-Kosten und Chip-Engpässe fordern Apple – Auswirkungen verzögert

Apple sieht Folgen erst in der zweiten Jahreshälfte; sondiert Optionen zur Kostendämpfung

Seit einigen Monaten gibt es eine «Speicherknappheit» auf dem Markt, weil Komponenten wie DRAM und SSD-Speicher immens nachgefragt sind. Zudem bahnt sich in den Produktionslinien für hochmoderne Chips ein Engpass an. Beide Probleme sind direkte Folgen des seit geraumer Zeit grassierenden AI-Hypes. Die Knappheit dieser essenziellen Computer-Bauteile hat in den vergangenen Monaten bereits dafür gesorgt, dass die Preise für solche Geräte stark in die Höhe getrieben wurden und Produkte nicht auf dem Markt lanciert werden konnten. Mit den ansteigenden Preisen dürfte es noch weitergehen, gleichzeitig dürfte es auch zu noch mehr Lieferengpässen für betroffene Geräte kommen.

Beide Faktoren sind mit ein Grund, weshalb einige Marktbeobachter die Zukunft von Apple nicht sonderlich rosig sehen – sie sind besorgt, dass Apple die Kaufpreise für seine Geräte nach oben korrigieren oder die Marge markant verkleinern muss, und teils Geräte nicht entsprechend deren Nachfrage ausliefern kann.

Die Engpässe waren deshalb gleich mehrmals Thema anlässlich der Telefon-Konferenz im Anschluss auf die Veröffentlichung der neuesten Rekord-Geschäftszahlen von Apple am vergangenen Donnerstag.

CEO Tim Cook wurde darin von den Journalisten unter anderem gefragt, wie Apple mit den steigenden Speicher-Kosten umgehen wird. Bisher hätten die Engpässe erst «minimale Auswirkungen» auf das erste Quartal gehabt, so Cook. Apple rechne mit «etwas stärkeren Auswirkungen» im nun laufenden zweiten Fiskalquartal – belässt die erwartete Bruttomarge aber bei 48 bis 49 Prozent. Eher dann erwartet der Apple-Chef einen «deutlichen Anstieg» für «über das zweite Quartal hinaus». Wie er weiter sagt, prüfe Apple «eine Reihe an Optionen, um damit umzugehen». Konkret darauf angesprochen, ob Apple für das Entgegenwirken der gestiegenen Kosten womöglich den Preishebel einsetzen würde, winkte Cook ab – er wolle «darüber nicht spekulieren».

Bezüglich des Rekord-Umsatzes mit den iPhone-Verkäufen im vergangenen Quartal habe die Nachfrage die Erwartungen des Unternehmens «bei Weitem» übertroffen. Das Quartal soll mit einem «sehr knappen Angebot» geendet haben. Auch bleibe die Verfügbarkeit des iPhone im Q2 2026 weiterhin eingeschränkt, so Cook – sonst wäre die Prognose für das laufende Quartal noch höher ausgefallen. Und auch hier sei die «begrenzte Advanced-Node-Kapazität für Apple Silicon» Grund dafür gewesen. Über das laufende Quartal hinweg möchte Cook aber keinen Kommentar bezüglich des Angebots abgeben.

Auf eine weitere Frage zu den steigenden Komponenten-Kosten und den Lieferengpässen antwortete Cook, es sei «schwierig, abzuschätzen, wann die Engpässe enden werden». Er wolle zudem keine Prognose darüber abgeben, wann sich das Angebot und die Nachfrage wieder ausgleichen werden.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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