Apples Aktionärsversammlung 2026 am 24. Februar

Think-Tank fordert mehr Infos zur Abhängigkeit zu China

Traditionell findet in der zweiten Hälfte des Februar die jährliche Aktionärsversammlung von Apple statt. So auch in diesem Jahr, wie einem vom Mac-Hersteller bei der US-Börsenaufsicht «SEC» eingereichten Schreiben zu entnehmen ist. Angesetzt ist das «Annual Shareholders Meeting» für den Dienstag, den 24. Februar, um 8 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ).

Wie auch die letzten fünf Male respektive seit dem Start der Corona-Virus-Pandemie findet die diesjährige Veranstaltung virtuell statt.

An der Versammlung teilnehmen können alle Personen, die per 2. Januar 2026 Apple-Aktien besassen. Auf der Webseite virtualshareholdermeeting.com/AAPL2026 wird eine Viertelstunde vor dem Start der Veranstaltung die Anmeldung für die Konferenz aufgeschaltet.

Auf der Traktandenliste des Jahrestreffens befindet sich wie immer die Wiederwahl des Verwaltungsrates von Apple. Dieser besteht aktuell aus James Bell (seit 2015), Tim Cook (seit 2005), Andrea Jung (seit 2008), Art Levinson (seit 2000), Monica Lozano (seit 2022), Ronald Sugar (seit 2010), Sue Wagner (seit 2014), Alex Gorsky (seit 2021) und Dr. Wanda Austin (seit 2024). Weiter wird an der Versammlung über Geschäftliches wie die Bestätigung von «Ernst & Young» als Apples Wirtschafts-Prüfungsgesellschaft abgestimmt, es stehen die Genehmigung der Vergütung der Führungskräfte und die Genehmigung des Mitarbeiter-Aktienplans 2026 sowie Anträge der Aktionäre zur Abstimmung. Weiter können Teilnehmende der Führungsriege um CEO Tim Cook und Verwaltungsratspräsident Art Levinson auch Fragen stellen.

China-Audit

Ein Antrag aus dem Kreis der Aktionärinnen und Aktionären ist heuer ein «China Entanglement Audit» vom konservativen Think-Tank «National Center for Public Policy Research». Dieser warnt vor «erheblichen Risiken» für Apple – und die USA – durch die starke Abhängigkeit des Mac-Herstellers von China. Die eskalierenden Handelskonflikte zwischen den USA und China könnten, so der Antrag, zu extrem hohen Zöllen führen und die Kosten der Apple-Produkte massiv erhöhen. Zwar verlagert Apple Teile der Produktion stetig nach Indien, Vietnam und in andere Länder, auch diese blieben jedoch «von chinesischen Zulieferern abhängig» und «sind teurer», so der Think-Tank. China könnte zudem künftig mehr gegen diese Verlagerung vorgehen. Wie die Gruppe befürchtet, könnten bei geopolitischen Konflikten die rund 20 Prozent von Apples Umsatz, die in «Greater China» erwirtschaftet werden, abrupt wegfallen. Ebenfalls Risiken würden sich durch Chinas Kontrolle über seltene Erden sowie früherem Diebstahl von Apples geistigem Eigentum ergeben, wie es im Antrag weiter heisst. Kritisiert wird ausserdem, dass Apple diese Risiken gegenüber Aktionären «unzureichend» offenlege, was «rechtliche Folgen» haben könnte. Der Think-Tank fordert deshalb vom Apple-Vorstand einen Bericht, der die Kosten und die Risiken der China-Abhängigkeit des Unternehmens bewertet – insbesondere zu möglichen Zöllen, Umsatzrisiken, IP-Diebstahl und der zeitlichen sowie finanziellen Umsetzung weiterer Lieferketten-Diversifizierungen. Ziel des Antrags sei «mehr Transparenz, um Apples langfristige Stabilität besser einschätzen zu können».

Der Apple-Vorstand empfiehlt die Ablehnung des Antrags. Der geforderte Bericht sei «unnötig», da das Unternehmen bereits umfassend über seine internationalen Geschäftsaktivitäten informiere. Zudem kritisiert Apple den Vorschlag als «zu detailliert» und «bevormundend», da er unangemessen in die unternehmerische Freiheit eingreife und Apples Fähigkeit einschränke, das operative Geschäft und die Geschäftsstrategie selbst zu steuern.

Eigentlich zu alt: Levinson und Sugar stehen zur Wiederwahl

Apples eigene Richtlinien sehen eigentlich vor, dass Mitglieder des Aufsichtsrats ab einem Alter von 75 Jahren «in der Regel» nicht erneut kandidieren sollen. Jetzt stehen, wie oben erwähnt, aber erneut auch der heute 75-jährige Verwaltungsratsvorsitzende Art Levinson und auch der 77-jährige Ron Sugar erneut zur Wahl. Apple begründet dies im beim «SEC» eingereichten Schreiben damit, dass der Vorstand in den vergangenen Jahren durch bereits deutlich verjüngt wurde: «In den letzten vier Jahren hat der Vorstand drei neue Mitglieder aufgenommen, die mehr als ein Drittel seiner Mitgliederzahl ausmachen, und zwei andere, langjährige Mitglieder sind ausgeschieden.» Weiter seien beide aufgrund ihrer grossen Erfahrung und tiefen Verständnisses des Unternehmens weiterhin «im besten Interesse von Apple und den Aktionären», weshalb man die beiden angefragt habe, sich zur Wiederwahl zu stellen. Das Unternehmen habe dabei auch «die Kontinuität in der Führung des Boards berücksichtigt».

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

Gönner-Abo

Ab CHF 5.– im Monat

👉🏼 Wir benötigen deine Unterstützung! Unterstütze macprime mit einem freiwilligen Gönner-Abo und mache die Zukunft unseres unabhängigen Apple-Mediums aus der Schweiz mit möglich.

macprime unterstützen

Kommentare

Anmelden um neue Kommentare zu verfassen

Allegra Leser! Nur angemeldete Nutzer können bei diesem Inhalt Kommentare hinterlassen. Jetzt kostenlos registrieren oder mit bestehendem Benutzerprofil anmelden.