Ternus verteidigt Apple Vision Pro – Nachfolger laut Bericht auf der Kippe
Apples neuer CEO, John Ternus, sieht in der Apple Vision Pro keinen Fehlschlag, sondern die frühen Tage einer neuen Computer-Gattung. Gleichzeitig wird spekuliert, dass ein komplett überarbeiteter Nachfolger intern auf der Kippe steht: Das Vision-Team prüfe derzeit vier Konzepte – mit einer Markteinführung sei allerdings frühestens Ende 2028 zu rechnen, falls es überhaupt dazu kommt.
Ternus: «Die frühen Tage einer langen Reise»
In einem ausführlichen Interview mit dem französischen Format «Clique TV» von Canal+ wurde der neue Apple-CEO John Ternus gefragt, ob er die Apple Vision Pro als Test, als Flop oder als ersten Schritt in die Zukunft des Computers betrachte. Ternus antwortete:
Vision Pro to me is an amazing device. It’s an absolutely amazing device. But I think of it as like the early days of computers. It is the early days of a long journey. (Vision Pro ist für mich ein erstaunliches Gerät. Es ist ein absolut erstaunliches Gerät. Aber ich sehe es wie die frühen Tage der Computer. Es sind die frühen Tage einer langen Reise.)
Ternus zog dabei den Vergleich zum frühen Mac, der mit dem Desktop Publishing eine ganze Branche erobert hatte. Heute nutzten neben begeisterten Early Adopters etwa auch Chirurginnen und Chirurgen die Vision Pro bei Operationen, weil sie für sie «ein grundsätzlich besseres Werkzeug» sei als ein danebenstehender Monitor, so der Apple-CEO. Auch in der Filmproduktion werde der räumliche Computer bereits für die Set-Entwicklung eingesetzt. Er sehe daher eine «sehr strahlende Zukunft» für das Gerät. Eine konkrete Zusage zu kommenden Generationen machte Ternus allerdings nicht – womit er Apples bisheriger Verschwiegenheits-Linie treu bleibt.
Bemerkenswert sind die Aussagen vor dem Hintergrund, dass Apple im Sommer Stellen im Vision-Bereich abgebaut hat. Zudem soll Ternus gemäss verschiedenen Berichten intern als Skeptiker der Produktkategorie gelten.
Bericht: Vier Nachfolger-Konzepte
Wie der Apple-Gerüchte-Koch Mark Gurman von «Bloomberg» in der gestrigen Ausgabe seines Newsletters «Power On» berichtet, arbeite das Vision-Team an einer «komplett überarbeiteten» Apple Vision Pro mit dem Codenamen «N224». Dafür würden derzeit vier Konzepte geprüft. Eines dieser Konzepte soll die derzeitige Grundform beibehalten, Apple experimentiere aber mit Kunststoff sowie Titan und anderen Metallen, um Gewicht zu sparen. Ein anderes Konzept lagere Rechenmodul und Akku in einen externen «Puck» aus – so wie heute schon den Akku allein, und vergleichbar mit den jüngst vorgestellten «VR Glasses» von Meta, deren Brille dadurch leichter ausfällt. Führende Entscheidungsträger bei Apple sollen die Puck-Lösung allerdings als «schlechte Nutzungserfahrung» ablehnen und stattdessen ein All-in-One-Design bevorzugen.
Ob das Gerät je erscheint, ist gemäss Gurman allerdings offen: Das Projekt befinde sich in einem «Life Support»-Zustand; sei also quasi an lebenserhaltenden Massnahmen durch deren Manager und Teams gebunden. Falls dieses neue Modell überhaupt lanciert werde, sei frühestens Ende 2028 oder Anfang 2029 damit zu rechnen, so der Gerüchte-Koch. Die Vision-Leitung dränge intern zwar darauf, die Kategorie am Leben zu halten, Apples Fokus liege aber auf smarten Brillen, die Ende 2027 erscheinen sollen. Der Vision-Skeptiker Gurman weist ausserdem darauf hin, dass die «Vision Products Group» neu unter «Chief Hardware Officer» Johny Srouji angesiedelt und damit eine Ebene weiter vom CEO entfernt sei.
AppleInsider hält derweil dagegen, dass die schon mehrfach spekulierten und angeblich verworfenen Prototypen kein Zeichen des Scheiterns seien, sondern Ausdruck von Apples bekannter Zurückhaltung – von aussen lasse sich ohnehin nicht beurteilen, woran Apple den Erfolg der Vision Pro messe.
Hierzulande ist die Apple Vision Pro nach wie vor nicht offiziell erhältlich – daran dürfte sich angesichts der derzeitigen Berichte auf absehbare Zeit wenig ändern.
Gönner-AboAb CHF 5.– im Monat
👉🏼 Wir benötigen deine Unterstützung! Unterstütze macprime mit einem freiwilligen Gönner-Abo und mache die Zukunft unseres unabhängigen Apple-Mediums aus der Schweiz mit möglich.
Kommentare
Anmelden um neue Kommentare zu verfassen
Allegra Leser! Nur angemeldete Nutzer können bei diesem Inhalt Kommentare hinterlassen. Jetzt kostenlos registrieren oder mit bestehendem Account anmelden.