Tim Cook: «Erhebliche» Lieferengpässe bei iPhone, iPad und Mac

An seiner gestrigen letzten Geschäftszahlen-Telefonkonferenz als Apple-CEO hat Tim Cook vor deutlich zunehmenden Lieferengpässen gewarnt: Für das laufende Sommer-Quartal (Q4 2026) rechnet Apple mit einer «erheblichen» sequenziellen Zunahme der Engpässe bei iPhone, Mac und iPad.

Im abgelaufenen Quartal (Q3 2026) hätten die Einschränkungen primär den Mac und in geringerem Ausmass iPhone und iPad getroffen. Ursache sei aber kein Zulieferer-Problem, betonte Cook, sondern ein «Demand Forecast Issue (Nachfrageprognose-Problem)»: iPhone und Mac liefen «remarkably better (bemerkenswert besser)» als erwartet – das iPhone legte im Quartal um 22, der Mac um 29 Prozent zu.

Zusätzlich belasteten die begrenzte Flexibilität in der Lieferkette und die knappe Verfügbarkeit moderner Fertigungsprozesse für die «Apple Silicon»-Cips.

Apple habe Nachschub bereits zeitlich vorgezogen, irgendwann sei damit aber die Grenze erreicht – im laufenden Quartal werde man auf der Angebotsseite «regelrecht kämpfen müssen» (O-Ton: «scrambling»), so Cook.

Verschärft wird die Lage durch die anhaltend steigenden Speicherpreise. Für Speicher habe Apple im Juni-Quartal mehr bezahlt als im März-Quartal, für das jetzt laufende vierte Fiskalquartal erwartet Cook nochmals höhere Kosten. Der DRAM-Markt wird im Wesentlichen von drei Herstellern kontrolliert; es sind dies Samsung, SK Hynix und Micron (Anm. d. Red.). Zusätzliche Anbieter könnten Apple auf der Angebotsseite und «vielleicht» auch bei den Preisen helfen, Letzteres sei aber unklar; man prüfe alle Optionen, heisst es bei Apple. Die Speicherpreis-Situation bezeichnete Cook erneut als «hundred-year flood (Jahrhundert-Flut)» und als Grund für die im Juni «widerwillig» vorgenommenen Preiserhöhungen bei Mac und iPad.

Ungewöhnlich für Apple: Der Konzern hat laut TechCrunch Lagerbestände von rund 11.1 Milliarden US-Dollar ausgewiesen – fast doppelt so viel wie die 5.7 Milliarden im Vorjahr und ein Bruch mit Cooks langjährigem Ansatz, möglichst schlanke Lager zu haben.

Interaktive Grafiken zu den Apple-Zahlen

Ausführliche Analysen und Grafiken zu Apples Umsatz, Gewinn und Verkaufszahlen seit dem Jahr 2000 haben wir in einem Wissensartikel im Lexikon zusammengetragen.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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