Apples Dienste-Sparte verfehlt trotz Rekordumsatz die Prognosen
«Mobile Gaming» und App-Store-Umbau bremsen Apples Dienste-Geschäft
Mit 30.74 Milliarden US-Dollar hat die Dienste-Sparte von Apple im Q3-2026-Geschäftsbericht zwar einen neuen Rekord für ein Juni-Quartal erzielt und rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zugelegt. Als einziges Segment blieb der Bereich im ansonsten rekordträchtigen Quartal aber unter den Analystenerwartungen, die gemäss TechCrunch im Schnitt bei rund 31.22 Milliarden US-Dollar lagen. Auch wegen zugleich schwächerer Dienste-Zahlen im chinesischen Markt verlor die Apple-Aktie nachbörslich über 6 Prozent.
Laut Apples Finanzchef Kevan Parekh seien mehrere Faktoren für das gebremste Wachstum verantwortlich. Als Haupttreiber nennt der Konzern ungünstige Wechselkurse. Beim App Store hätten zudem eine schwächere Nachfrage im Bereich Mobile Gaming sowie Anpassungen am Geschäftsmodell in verschiedenen Ländern belastet. In den USA darf Apple aufgrund einer Gerichtsentscheidung derzeit keine Provision auf «Link-out»-Transaktionen erheben, bei denen Apps ihre Nutzenden für Käufe auf externe Webseiten und damit an Apples Bezahlsystem vorbei leiten – der Fall soll demnächst vor dem US Supreme Court verhandelt werden. In der EU gelten tiefere Gebühren für Apps aus alternativen Marktplätzen, weitere Anpassungen gab es in Japan und Brasilien. Als zusätzlichen Vergleichseffekt führt Apple die Kino-Auswertung des Films «F1» im Vorjahr an, der im aktuellen Quartal kein gleichwertiger Filmstart gegenüberstand.
Von einem Einbruch kann derweil keine Rede sein: Der App Store erreichte gemäss Apple auch mit den regulatorischen Änderungen einen neuen Umsatzrekord für ein Juni-Quartal. Juni-Quartals-Rekorde meldet der Konzern zudem bei Werbung, AppleCare, Apple Music und Apple TV, Allzeit-Höchstwerte bei den Cloud- und Zahlungsdiensten. Die Zahl der bezahlten Abos über Apples Plattformen ist gemäss Parekh auf über 1.5 Milliarden gestiegen – nach einer Milliarde im Januar 2025.
Für das laufende September-Quartal erwartet Apple beim Dienste-Geschäft ein ähnliches Wachstum wie zuletzt – herausgerechnet ist dabei ein zusätzlicher negativer Wechselkurseffekt von rund 2.5 Prozentpunkten.
Interaktive Grafiken zu den Apple-Zahlen
Ausführliche Analysen und Grafiken zu Apples Umsatz, Gewinn und Verkaufszahlen seit dem Jahr 2000 haben wir in einem Wissensartikel im Lexikon zusammengetragen.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am
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