Tim Cook: Höhere Apple-Preise wegen Speicherknappheit «unvermeidlich»

Wegen der schon länger anhaltend-hohen Kosten für Memory- und Storage-Chips wird Apple die Preise für seine Produkte erhöhen. Das hat der scheidende Apple-CEO Tim Cook in einem Interview mit dem Wall Street Journal durchblicken lassen.

Unfortunately, price increases are unavoidable (Leider sind Preiserhöhungen unvermeidlich).
Apple-CEO Tim Cook im WSJ-Interview

Der Konzern habe versucht, die an ihn weitergegebenen Kostensteigerungen abzufedern und die Kundschaft davor zu schützen – die Situation sei nun aber «unhaltbar» geworden. Welche Produkte konkret teurer werden und in welchem Umfang, liess Cook offen.

Ursache des Preisdrucks ist die hohe Nachfrage nach DRAM- und NAND-Speicher für KI-Rechenzentren, durch die sich die Preise für diese Komponenten gemäss Bericht seit dem Vorjahr vervierfacht haben sollen. Cook bezeichnete die Lage dem Bericht zufolge als «hundred-year flood (Jahrhundert-Flut)» und etwas, wie er es in über 40 Jahren nie gesehen habe. Apple sei bereit, seine starke Bilanz einzusetzen, um die Versorgung zu verbessern, schliesse den Bau eigener Speicher-Fabriken aber aus. Cook brachte den Angaben zufolge zudem eine Lockerung gewisser nationaler Sicherheitsauflagen im Umgang mit chinesischen Speicher-Herstellern ins Spiel. Mit der Speicher-Knappheit und den daraus folgenden Preissteigerungen hatte sich macprime bereits Ende 2025 befasst; im März dieses Jahres strich Apple zudem erste Modelle aus dem Sortiment.

Betroffen sein dürften unter anderem das für September erwartete iPhone 18 Pro sowie für die kommenden Monate erwartete neue Mac- und iPad-Modelle. Beim Mac mini hat Apple den Einstiegspreis durch Streichung des günstigsten Modells bereits von 599 auf 799 Franken resp. US-Dollar angehoben. Das Analyse-Unternehmen TechInsights schätzt, dass allein die höheren Speicherkosten rund 270 US-Dollar zum Preis des nächsten iPhone 18 Pro beitragen könnten; Apple-Analyst Morgan Stanley rechnet für die USA mit Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent bei Smartphones und Computern. Apple ist damit nicht der erste Hersteller, der höhere Preise wegen des Speichermangels in Aussicht stellt – auch etwa Samsung, HP, Microsoft, Nintendo und andere haben in den vergangenen Monaten entsprechende Schritte angekündigt.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am

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