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Bald Intel-Prozessoren im iPhone?

Oder überwiegen die ARM-Vorteile?

Veröffentlicht am Donnerstag, 17. Mai 2012, um 10:40 Uhr von Patrick Bieri

Intel macht angeblich Fortschritte bei mobilen Prozessoren. Ist dies genug, damit Apple umsteigt?

Intel hat an seiner jährlichen Investorenkonferenz seine Ziele für den Markt für mobile Geräte konkretisiert. Dabei hat der Konzern klar gemacht, dass mobile Geräte vermehrt mit Intel Prozessoren ausgestattet werden sollen. Mit seinen Wireless-Chips ist Intel bereits auf dem Markt für Smartphonekomponenten aktiv, der Durchbruch bei den Prozessoren ist jedoch noch nicht gelungen. Auf diesem Feld dominieren weiterhin ARM-Prozessoren.

Intel ist sich sicher, dass ihre Technologie bei kleinerer Form bessere Leistung erziehle. CEO Paul Otellini meint, dass diese Technologie Vorteile biete, welche Apple «nicht ignorieren» könne.
Intels Smartphone-Chips basieren auf der gleichen x86-Architektur, welche auch in den Notebook-Modellen zur Anwendung kommt. Die Strategie, wie Apple und andere Smartphone-Hersteller überzeugt werden sollen, war schon in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Dabei will Intel seine enormen Produktions- und Forschungskapazitäten respektive seine Marktmacht nutzen, um die Konkurrenz zu überholen.

Wieso ist Intel auf dem Smartphone-Markt nicht stärker?

Wieso Intel das Geschäft mit mobilen Prozessoren so lange stiefmütterlich behandelte, könnte auch mit dem Preis der Prozessoren zusammenhängen. Diese sind teilweise nur ein fünftel so teuer wie ein x86-Chip, und für das Management wohl zu wenig margenträchtig.
Hinzu kommt, dass Intel sich im Jahre 2006 von seiner Sparte, welche ARM-Prozessoren produzierte («XScale»), trennte.
Designbedingt brauchen x86-Prozessoren deutlich mehr Energie als ARM basierte Prozessoren. Intel kündigte zwar immer wieder an, den Verbrauch zu senken, scheiterte jedoch an den Erwartungen.

Wieso könnte Apple auf Intel-Prozessoren umsteigen?

Hier sind vier Gründe, wieso Apple auf Intel-Prozessoren umsteigen könnte:

  1. Intel steht nicht in direkter Konkurrenz zu Apple. Anders als Apples Chip-Hersteller Samsung beliefert Intel ausschliesslich die Hersteller und stellt keine Konkurrenz-Produkte her.
  2. Keine Patentstreitigkeiten: Intel und Apple haben umfangreiche Abkommen über Patente und Intel unterstützt Apple aktuell aktiv bei einer Klage gegen Samsung.
  3. Die neuste Generation der x86-Prozessoren soll deutlich weniger Energie verbrauchen als bisherige Modelle.
  4. Schliesslich könnte Intels Ankündigung, dass Apple ihre Produkte nicht länger ignorieren könne, auch ein Hinweis darauf sein, dass man eine aggressive Expansion im Post-PC Bereich anstrebt. Dies würde bedeuten, dass Intel mit aller Macht Marktanteile gewinnen will.

Die Stärke von Intel besteht darin, dass Intel der zweitgrösste Open-Source Software Entwickler weltweit ist. Alleine 1200 Ingenieure helfen Google, damit Android auch mit Intel Prozessoren funktioniert. Diese Abteilung half schon Apple bei der Transformation von PowerPC-Prozessoren zu Intel Prozessoren. Der weltweit grösste Chiphersteller wäre sicher auch bereit, Apple bei einer Umstellung auf mobile Prozessoren aus dem eigenen Haus zu helfen. Damit würde der Konzern seinem Ziel, auch grösster Chiphersteller bei mobilen Geräten zu werden, ein grosses Stück näher kommen.

Durch grossen Forschungsanstrengungen gelingt es Intel, die Prozessoren auf immer kleinerem Raum unterzubringen. Apples A5X wird momentan mit 45nm grossen Strukturen gefertigt. Intel will nächstes Jahr mobile Prozessoren mit 22nm grossen Strukturen herstellen, 2014 will man bereits bei 14nm sein.

Vorteile von ARM

Apple würde wohl sofort umsteigen, wenn vier Vorteile, welche die ARM-Architektur bietet, auch von Intel erfüllt würden. Dies wären: Die Kosten, die Leistungsaufnahme, die Anpassbarkeit und das Eigentum am Chip-Design.

Der grösste Vorteil von ARM Prozessoren ist, dass sie anpassbar sind. Wenn man eine ARM-Lizenz hat, kann man den Prozessor so anpassen, dass er genau zu dem Produkt passt, welches man auf den Markt bringen will. Man kann überflüssige Komponenten rausstreichen und es können auch Komponenten von Drittanbietern hinzugefügt werden. Die aktuellen Chips in iPad 3 und iPhone 4S zeigen: Apple hat das Know-How für Spitzen-ARM-Chips.
Intel hingegen bietet ein geschlossenes System an, standardisierte Massenware.

Zur Konkurrenz von Intel meinte ARM CEO Warren East, dass Intel vor grossen Herausforderungen stehe. Momentan würden täglich 700’000 Android-Smartphones mit ARM-Prozessoren produziert. Hinzu kommen iPads, iPhones und Apple TV, bei welchen der Prozessor ebenfalls auf der ARM-Architektur aufbaut. Ausserdem würden über 20 Lizenznehmer ARM-Prozessoren herstellen.
Durch die vielen Auftragsfertiger wäre es Apple durchaus auch möglich, die Prozessoren von einem anderen Hersteller als Mobiltelefon-Konkurrent Samsung fertigen zu lassen.

Fazit

Einer der Hauptgründe, wieso Apple bei seinen iDevices wohl trotz Bemühungen von Intel nicht auf x86-Prozessoren umsteigen wird, ist wohl, dass diese nicht anpassbar sind. In einem so umkämpften Markt wie dem Smartphone-Markt ist es unabdingbar, dass man über Technologien verfügt, welche der Konkurrent nicht hat. So schafft man einen Mehrwert für den Konsumenten und bindet diesen gleichzeitig an die Marke.

Tags: A5X, A6, ARM, Intel, iPhone, Leistung, Mobiltelefonie, Prozessoren, Samsung, Smartphone, TSMC, XScale

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