Apple Silicon: Nicht müssen, sondern können

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die letzten beiden Architektur-Wechsel der Mac-Plattform in den Neunziger- und in den Nuller-Jahren hatte Apple vollzogen, weil das Unternehmen dazu gezwungen war. Die nun begonnene Transition von Intel zu Apple-eigenen Chips hingegen führt das Unternehmen durch nicht, weil es Apple muss, sondern weil es Apple kann.

Stefan Rechsteiner

Sowohl 1994, als Apple den Wechsel von den Motorola 68k zu PowerPC einläutete, wie auch 2006, als der Umstieg der Mac-Plattform von den PowerPC-Chips zu Intels Core-Prozessoren begann, war diejenige Architektur, von der Apple zur neuen wechselte, von der Konkurrenz abgehängt worden. Ohne die Wechsel wäre der Mac in beiden Fällen technologisch veraltet und die Plattform wohl früher oder später eingegangen – inklusive des Mutterhauses. Unsere Welt würde heute ganz anders aussehen.

Dieses Mal aber sind die Vorzeichen anders. Die Macs werden – wie die Computer der Konkurrenz – vorzu mit den neuesten Prozessoren des Branchen-Quasistandards Intel ausgerüstet. Auch verkaufen sich Macs besser den je – im vergangenen Quartal konnte Apple mit dem Mac sogar neue Verkaufsrekorde aufstellen. Der Mac ist so stark wie noch nie.

Für eine derart tief greifende Veränderung wie einen Architektur-Wechsel bei einer eigentlich gut geölten Plattform wie der aktuellen des Mac bedarf es triftige Gründe. Ebendiese scheint es eigentlich keine zu geben. Und doch strebt Apple ausgerechnet jetzt in diesen für die Plattform starken Zeiten einen weiteren Architektur-Wechsel an. Dass Apple dies nun tut, zeigt, wie sehr der Mac-Hersteller an die eigenen Chips glaubt.

Mit der Markteinführung der M1-betriebenen Macs zeigt sich: Die ersten Apple-Chips versprechen für die Mac-Plattform eine goldene Zukunft. Apple ist bisher jedes Mal viel stärker aus einer Transition herausgekommen. Die Zeichen stehen gut, dass dies dieses Mal nicht anders sein wird.

Mehr Details

In unserem ausführlichen Testbericht zum neuen 13-Zoll MacBook Pro mit Apple-Chip «M1» haben wir das neue Pro-Notebook auf Herz und Nieren getestet und sind noch detaillierter auf die technischen Finessen des M1 eingehen.

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