Zuerst AAPL-Rekorde, dann der Einbruch – wegen fehlenden Prognosen

In der vergangenen Woche präsentierte Apple spektakuläre Geschäftszahlen. Erstmals setzte das Unternehmen in einem Quartal über 100 Milliarden US-Dollar um. Der erreichte Umsatz in der Höhe von 111.439 Milliarden US-Dollar überstieg den Vorjahres-Rekord um starke 21.37 Prozent und auch die meisten Analysten-Erwartungen konnte Apple damit übertreffen. Der im Weihnachtsquartal erzielte Gewinn von 28.755 Milliarden US-Dollar übertraf denjenigen aus dem Vorjahresquartal sogar um 29.32 Prozent. Analysten hatten viel weniger Gewinn erwartet gehabt. Apples herausragende Geschäftszahlen der Monate Oktober bis Dezember 2020 sorgten am Markt zwar für reichliches Staunen, trotzdem ging es für die Apple-Aktie in der Folge an der Wall Street nach unten. Nach der Präsentation der Zahlen am Mittwoch nach Börsenschluss fuhr Apples Aktienkurs bis zum Handelsschluss am Freitag-Abend ein Minus von 7.5 Prozent ein.

Dabei begann die letzte Woche noch sehr stark. Nachdem der Kurs bereits eine Rekord-Woche hinter sich hatte, stieg der Kurs am vergangenen Montag noch stärker in den Handel ein. AAPL stieg am Montag um 2.77 Prozent auf 142.92 US-Dollar – was einem neuen Schlusswert-Rekord entsprach. Tagsüber erreichte der Kurs kurzzeitig sogar einen Spitzenwert von 145.09 US-Dollar – ein neues Allzeithoch für AAPL. Am Dienstag konnte die Apple-Aktie gegenüber dem Montag nochmals leicht steigen (+0.17%) und stellte mit 143.16 US-Dollar erneut einen neuen Schlusswert-Rekord auf. Am Mittwoch bewegte sich der Kurs auf diesem Niveau, bevor er wie erwähnt am Donnerstag und Freitag nachgab.

Grund für die negative Reaktion der Händler trotz den diverse Rekorde-brechenden Quartalszahlen war, dass Apple keinen Ausblick auf das laufende Quartal gab. Bereits seit einem Jahr gibt es von Mac-Hersteller keine Einschätzungen mehr zu den kommenden Quartalszahlen. Der Markt sei weiterhin zu unsicher, die anhaltende Corona-Virus-Pandemie verunmögliche es Prognosen abzugeben. Wie ein Blick auf eben das vergangen Jahr und den auf das Jahr gesehen stark angestiegenen Aktien-Kurs von Apple zeigt, haben diese negativen Effekte keine längerfristigen Auswirkungen auf AAPL.

Für das Minus an der Börse sorgte womöglich auch, dass Apples Finanzchef Luca Maestri anlässlich der Quartalszahlenkonferenz bemerkte, dass sich Apples Geschäft mit Wearables und Zubehör im neuen Jahr womöglich «verlangsamen» werde. Weiter sei das Dienste-Geschäft im vergangenen Jahr derart stark gewesen, dass es dieses wohl viel kleinere Wachstumsraten verzeichnen werde («faces a tougher YoY comparison»).

Von Stefan Rechsteiner
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