Drosselung älterer iPhone-Modelle: Apple bezahlt in USA bis zu einer halben Milliarde US-Dollar

Im Januar 2018 wurde bekannt, dass das iPhone-Betriebssystem iOS bei Spitzenlasten die Leistung älterer iPhone drosselt, wenn diese über einen angeschlagenen Akku verfügen. Apple zufolge wurde damit die Stabilität des Systems sichergestellt. Nach einem weltweiten Aufschrei kam es in verschiedenen Ländern zu Untersuchungen – beispielsweise wegen «vorsätzlicher Täuschung» und «geplanter Obsoleszenz». Bei ersterem wurde Apple kürzlich in Frankreich ein Schuldspruch gegen Apple ausgesprochen. Nun kam auch eine Sammelklage in den USA zum Abschluss. Apple hat eingewilligt, bis zu 500 Millionen US-Dollar zu bezahlen, um den Rechtsstreit beizulegen.

Der vorläufige Vergleichsvorschlag für eine Sammelklage bedarf aber noch einer Zustimmung des US-Bezirksrichters Edward Davila aus San Jose, in Kalifornien. Dem Vergleich zufolge wird Apple 25 US-Dollar pro iPhone bezahlen – «je nach Anzahl der berechtigten iPhone kann der Betrag auch nach oben oder unten angepasst werden, mit einer Mindestauszahlung von insgesamt 310 Millionen US-Dollar».

Apple hat bis zuletzt ein Fehlverhalten bestritten, den Fall nun aber beigelegt, um noch höhere Kosten aus dem Rechtsstreit zu vermeiden, wie Reuters berichtet.

Details zum Sachverhalt der Drosselung älterer iPhone-Modelle und der Akku-Problematik hatten wir damals in einem gesonderten Artikel zusammengefasst.

Beim Urteil in Frankreich vor knapp einem Monat befand die dortige Wettbewerbsbehörde, Apple habe die Nutzer nicht über die Leistungs-Drosselung informiert und Kunden dadurch getäuscht. Nicht schuldig gesprochen wurde Apple bezüglich «geplanter Obsoleszenz». Die irreführende geschäftliche Handlung und das Unterlassen einer offenen Kommunikation kostete Apple in Frankreich 25 Millionen Euro.

Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am