Apple mit erstem Blick auf iPadOS 18

Zusammen mit Jenny Chen, Managerin bei Apples «Input Experience»-Team, hat Apples Software-Chef Craig Federighi gestern anlässlich der WWDC24-Keynote eine neue Generation des iPad-Betriebssystems «iPadOS» vorgestellt.

Stefan Rechsteiner

Wie bei iOS 18, umfasst auch iPadOS 18 neben den unten gelisteten Neuerungen zudem eine Fülle an neuen Funktionen durch Apple Intelligence, Apples Sammlung an Neuerungen basierend auf künstlicher Intelligenz.

Die kommende Version des iPad-Betriebssystems umfasst viele der von Apple gestern Abend auch bereits für iOS 18 gezeigten Funktionen – mehr Möglichkeiten auf dem Home- und Sperr-Bildschirm, ein weiter anpassbares Kontrollzentrum und eine neugestaltete «Fotos»-App – plus einige speziell für das Tablet-OS entwickelte Neuerungen.

Für iPad-Apps gibt es eine neue Navigations-Art namens «Floating Tab-Bar» – diese soll es vereinfachen, innerhalb einer App auf unterschiedliche Bereiche zu springen. Dank der neuen Floating-Tab-Bar können die Inhalte über die ganze Bildschirmbreite dargestellt werden. Über eine Schaltfläche lässt sich die neue Tab-Bar in die bekannte «Sidebar» umwandeln – dort können dann auch mehr Navi-Punkte dargestellt werden. Die Floating-Tab-Bar lässt sich auf Wunsch auch mit jenen Tabs bestücken, die am meisten genutzt werden.

Neu gestaltet hat Apple auch die Datei-Auswahl in iPadOS – als Beispiele nennt Federighi «Keynote», «Pages» und «Swift Playgrounds».

Über das ganze System hinweg hat Apple in iPadOS 18 Animationen verfeinert und überarbeitet. Beim Öffnen oder bei «Quick Look (Vorschau)» vergrössern sich Dateien direkt zur Anzeige – oder die neue Tab-Bar wandelt sich «elegant» in die Sidebar und zurück, so Apples Software-Chef.

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Beim Teilen des eigenen Bildschirms via «SharePlay» ist es neu möglich, durch einfaches Zeichnen auf dem iPad der verbundenen Person zu zeigen, was als Nächstes angetippt werden soll. Und wer noch direkter unterstützen möchte, kann neu um die Remote-Übernahme des iPad (oder iPhone) fragen.

In «Freeform» können künftig über Bereiche eines Dokuments auch Szenen definiert werden, welche später ablaufend anderen präsentiert werden können.

Mächtige Rechner-App für das iPad

Nach vierzehn langen Jahren bringt iPadOS 18 die «Calculator (Rechner)»-App auf das iPad. Einerseits ist es die von anderen Apple-Plattformen bekannte App, angepasst auf den iPad-Bildschirm – inklusive History und Einheiten-Konverter. Andererseits gibt es mit «Math Notes» in der iPad-Version der Rechner-App in Kombination mit dem Apple Pencil eine Fülle an sehr intelligenten Funktionen. Handgeschriebene Rechnungen werden einfach durch das Schreiben eines Gleich-Zeichens ausgerechnet – inklusive Updates, wenn Zahlen verändert oder weitere mathematische Ausdrücke und Funktionen hinzugefügt werden. Die Resultate werden dabei in der eigenen Handschrift dargestellt.

Die Rechner-App unterstützt auch den Umgang mit Variablen, damit noch komplexeres berechnet werden kann. Werte werden dabei erkannt und sie können auf Wunsch auch interaktiv verändert werden – so gibt es bei einer Grad-Angabe ein Rad, an welchem gedreht werden kann für die schnelle Anpassung eines solchen Wertes. Aus komplexen Formeln können auch sehr einfach Graphen erstellt werden.

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Die Rechner-App erhält mit «Math Notes» quasi eine integrierte Notizen-App – so gibt es nicht nur ein einzelnes Blatt, auf dem mit Handschrift gerechnet werden kann, sondern es können mehrere Blätter angelegt werden.

Die App ist auch so intelligent, dass Zahlen, die untereinander geschrieben werden, mit einem Strich automatisch zusammengezählt werden können.

«Math Notes» funktioniert nicht nur in der Rechner-App, sondern auch in der «Notizen»-App.

Handschrift, neu konzipiert

Während «Math Notes» Mathematik auf dem iPad neu konzipiert, soll «Smart Script» die Handschrift auf dem iPad neu konzipieren. Bereits heute gibt es hervorragende Handschrift-Funktionen in «Notizen» – darunter die Möglichkeit, Handgeschriebenes auszuwählen und als normaler Text zu kopieren oder visuell gerader auszurichten. Mit iPadOS 18 sollen die Handschrift-Funktionen auf ein noch höheres Level gebracht werden.

Während dem Schreiben von Hand wird das Schriftbild laufend visuell verbessert – dazu lernt ein Algorithmus den eigenen Stil und hübscht basierend darauf fortan «schludriger» Geschriebenes an. Neu kann also so schnell wie nur möglich geschrieben werden – und das iPad passt das Schriftbild dem eigenen Stil an. «Es ist immer noch Ihre eigene Schrift, aber sie wirkt glatter, geradliniger und besser lesbar», so Federighi.

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Weiter ist handgeschriebenes nun genauso flexibel wie normal geschriebener Text am iPad. Kopierter Text kann als eigene Handschrift eingesetzt werden. Es können Rechtschreibfehler mit automatischer Prüfung nachträglich unauffällig korrigiert werden. Oder es können Passagen (einzelne Wörter, ganze Sätze oder Absätze) gelöscht werden und statt einer klaffenden Lücke schmiedet sich der nachfolgende Text wieder nahtlos an den vorhergehenden Text.

Auf der Zusammenfassungs-Slide zu iPadOS 18 erwähnt Apple ausserdem noch «zusammenklappbare Abschnitte in ‹Notizen›».

iPadOS 18 ist ab sofort als Entwickler-Beta verfügbar. Veröffentlicht werden soll die neue Betriebssystem-Generation in diesem Herbst – höchstwahrscheinlich im September oder Oktober.

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