Siri AI lernt neue Sprachen – Deutsch und Italienisch fehlen weiterhin

Siri AI, Apples neueste Generation des digitalen Assistenten, versteht neu auch Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch und Koreanisch. Wie Apple nun bekannt gegeben hat, sollen bis Ende Jahr vier weitere Sprachen folgen – Deutsch ist weiter nicht darunter. In der Romandie lässt sich Siri AI damit erstmals in einer Landessprache nutzen, in der Deutschschweiz, im Tessin und in Graubünden bleibt es beim Umweg über eine der bisher verfügbaren sechs Sprachen.

Stefan Rechsteiner

Seit dem Start mit den neuen OS-Generationen «27» Mitte September war Siri AI ausschliesslich auf Englisch verfügbar – und das nur, wenn Geräte- und Siri-Sprache übereinstimmend auf Englisch eingestellt waren. Mit den am vergangenen Montag, 26. Oktober, veröffentlichten Updates auf macOS 27.2 «Golden Gate», iOS 27.2, watchOS 27.2, iPadOS 27.2 und visionOS 27.2 hat Apple die Sprachunterstützung der weiterhin als «Beta» gekennzeichneten neuen Siri-Generation nun erweitert. Und der Mac-Hersteller gab gleichzeitig bekannt: «Bis Ende des Jahres» sollen Norwegisch, Türkisch, Vietnamesisch und traditionelles Chinesisch dazukommen. Einen genauen Zeitplan für die vier neuen Sprachen nennt Apple nicht, sie sind aber Teil der neuen 27.3-Betas. Deutsch steht – wie auch Italienisch – auf keiner der beiden Listen. Apple Intelligence selbst unterstützt Deutsch hingegen schon länger.

Zwei der Schweizer Landessprachen trotz vielfach grösserer Verbreitung als etwa Norwegisch (Deutsch wird von rund 25-mal so vielen Menschen gesprochen wie die skandinavische Sprache) weder unterstützt werden noch angekündigt sind, führen viele auf den laufenden Streit zwischen Apple und der EU zurück. In den EU-Staaten ist Siri AI unter iOS, watchOS und iPadOS nicht verfügbar. Hintergrund ist der «Digital Markets Act (DMA)», der Gatekeeper wie Apple verpflichtet, Wettbewerbern einen ähnlich tiefen Zugang zum Betriebssystem zu gewähren wie hauseigenen Funktionen. Apple argumentiert, dies lasse sich nicht mit der Sicherheit und Privatsphäre der Nutzenden vereinbaren – verweist derweil aber auf laufende, «konstruktive» Gespräche mit der EU. Auf dem Mac hingegen ist Siri AI auch in der EU verfügbar, sofern das System auf eine unterstützte Sprache eingestellt ist.

Für die Schweiz ist die Sprachfrage besonders relevant, denn anders als in der EU ist Siri AI hierzulande auch auf iPhone und iPad verfügbar. Die Sperre betrifft nur die 27 EU-Staaten. Mit Französisch lässt sich Siri AI nun erstmals in einer Landessprache nutzen. Wann Nutzende aus der Deutschschweiz, dem Tessin und den italienischsprachigen Bündner Tälern die neue Siri ohne Umwege in ihrer Sprache verwenden können, ist damit weiterhin nicht bekannt – vor 2027 dürfte es kaum so weit sein. Wer Siri AI in der Schweiz in einer der sechs bisher verfügbaren Sprachen nutzen möchte, muss Geräte- und Siri-Sprache auf dieselbe Sprache einstellen – dann lässt sich Siri AI in den Einstellungen aktivieren. Texteingaben auf Deutsch versteht Siri AI dabei bereits – und beantwortet sie mittlerweile auch auf Deutsch.

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