Zensur: Apple erweitert Liste der in China verbotenen Begriffe auf Hongkong und Taiwan

Eine Auswahl von Apples Produkten lassen sich beim Kauf direkt beim Mac-Hersteller durch Gravuren personalisieren. Ganz alles lässt sich aber nicht auf die Geräte gravieren, so werden einige Ausdrücke von Apple nicht erlaubt. Diesen Umstand haben die beiden Journalisten Jeffrey Knockel und Lotus Ruan für «The Citizen Lab» zum Anlass genommen, die «Filterung» im Speziellen für sechs Regionen genauer unter die Lupe zu nehmen. Ihre Recherchen führten zu einer Liste von durch Apple in China und zugewandten Regionen zensierten Wörtern und Begriffen. Konkret haben die beiden 1105 Schlüsselwörter – meist politische – herausgefunden, die in China nicht erlaubt sind. Gemäss den Forschern werden einige davon nicht nur auf dem chinesischen Festland angewandt, sondern greifen auch in Hongkong und Taiwan. Ein Grossteil der zensurierten Begriffe sollen gemäss den Forschern über die rechtlichen Verpflichtungen von Apple in Hongkong hinausgehen und für Taiwan seien sich die beiden sogar keiner rechtlichen Rechtfertigung für politische Zensur bewusst.

In den sechs untersuchten Regionen stellen die beiden Forscher fest, dass Apples Zensur-Praktiken vor allem in Bezug auf herabwürdigende, rassistische oder sexuelle Begriffe uneinheitlich angewandt werden. Weiter erkläre Apple in seinen öffentlich zugänglichen Dokumenten nicht, wie das Unternehmen diese Schlüsselwort-Listen ableite.

Auf dem chinesischen Festland soll Apple vor allem politische Wörter und Aussagen zensieren. Dazu gehören auch allgemeine Nennungen von chinesischen Regierungs-Mitgliedern, Begriffe zum politischen System Chinas, Namen von Dissidenten oder unabhängigen Medien sowie allgemeine Begriffe im Zusammenhang mit Religionen, der Demokratie und den Menschenrechten.

Der ausführliche Bericht mit zahlreichen Beispielen und Erläuterungen der Methodik kann auf citizenlab.ca nachgelesen werden.

Quelle: AppleInsider

Von Stefan Rechsteiner
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