iPadOS 16

iPad-Betriebssystem (2022)

Seit 2019 haben Apples iPad ein eigenes Betriebssystem. Das aus iOS abgeleitete «iPadOS» wird in seiner vierten Generation als «iPadOS 16» am 24. Oktober 2022 veröffentlicht. Erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde das System anlässlich der Entwicklerkonferenz «WWDC» Anfang Juni 2022.

Quick-Facts

  • Erstmals der Öffentlichkeit gezeigt anlässlich der WWDC22 im Juni 2022
  • Beta-Phase lief von Anfang Juni bis Mitte Oktober 2022
  • Veröffentlichung von iPadOS 16 (direkt als Version 16.1): am Montag, 24. Oktober 2022

Inhaltsverzeichnis

  1. Kompatibilität

  2. Beta-Phase von iPadOS 16

  3. Erste Vorschau während WWDC22

  4. Wetter-App für iPad

  5. Background Download API

  6. «Desktop-class Apps»

  7. Stage Manager

  8. iPad als HomeKit-Hub: Nur noch bisherige Funktionen

  9. Alle Neuerungen in iOS 16.2 beta

  10. Alle Neuerungen in iOS 16.2 beta 2

Kompatibilität

iPadOS 16 kann auf diversen iPad-Modellen der letzten Jahre installiert werden: auf allen Modellen des «iPad Pro» (Modelle seit 2015), beim «iPad Air» ab der dritten Generation (2019) und beim «iPad» und «iPad mini» ab je der fünften Generation (2017 resp. 2019).

Eine Vielzahl der interessanten neuen Funktionen aus iPadOS 16 sind auf neuere Modelle limitiert – entweder ist ein «A12X»- oder «A12Z»-Chip oder aber ein «M1» oder «M2» Voraussetzung für einige der Funktionen (wie «Stage Manager» oder die «Display-Skalierungseinstellung»).

Beta-Phase von iPadOS 16

Die Beta-Phase zu iPadOS 16 hat am 6. Juni 2022 mit einer Vorabversion für Entwickler begonnen. Ab Juli 2022 erhielten auch Mitglieder von Apples öffentlichem Beta-Programm Zugriff auf Betas von iPadOS 16. Kurz vor der Veröffentlichung des Schwester-Systems iOS 16 im September 2022 hat Apple bekannt gegeben, dass iPadOS 16 erst später im Herbst veröffentlicht werde – mit Version 16.1. Nach zwölf Beta-Versionen und einer RC wird die finale Version von iPadOS 16 am 24. Oktober 2022 veröffentlicht.

Erste Vorschau während WWDC22

Apples Vision für iPadOS sei es, dafür ein «charakteristisches Erlebnis» zu schaffen – so Apples Software-Entwicklungs-Chef Craig Federighi anlässlich der Vorstellung der neuen Generation «iPadOS 16» während der WWDC-Eröffnungskeynote im Juni 2022. Das System fusse auf «dem Besten von iOS» – «wie Datenschutz, Mobilität und intuitives Touch-First-Interface» – und «leistungsstarken Fähigkeiten von macOS» – «wie Multitasking und Unterstützung für Trackpads» – kombiniert mit Features wie Apple Pencil, die einzigartig für das iPad sind. Alles zusammen komme im vielseitigsten Gerät von Apple zusammen. Mit iPadOS 16 werde diese Vielseitigkeit des iPad noch weiter vorangetrieben, so Federighi weiter.

Viele der neuen Funktionen sind auch in iOS 16 und macOS 13 «Ventura» verfügbar, wir listen sie deshalb in dieser Übersicht nicht erneut. Zu diesen Neuerungen gehören die geteilte Fotos-Mediathek, die geteilten Tab-Gruppen und «Passkeys» in Safari, die umfangreichen Updates für Mail und Game Center, die neuen Wege für Kollaboration, «Metal 3», und vieles mehr. Informationen dazu gibts in unseren Themen zu iOS 16 und macOS 13 «Ventura».

Wetter-App für iPad

Neu gibt es auch für iPadOS eine Wetter-App von Apple. Die derjenigen von iOS nachempfundene App besteht aus diversen Modulen, die für mehr Informationen angetippt werden können. Auch gibt es mit «WeatherKit» eine API für Entwickler, damit Apples Wetter-Infos auch in eigene Entwicklungen integriert werden können.

Background Download API

Die neue API lässt in Spielen grosse Dateien im Hintergrund herunterladen, damit das Spiel-nutzende Personen weiter die Spiel-App oder andere Apps nutzen können, während der Download fertiggestellt wird.

«Desktop-class Apps»

iPad-Apps werden mit iPadOS 16 noch fähiger – konkret sollen «Desktop-class Apps» möglich sein, so Apple. Der Mac-Hersteller ist dafür das ganze System «durchgegangen» und hat diverse Verbesserungen hinzugefügt – «von Systemelementen und Interaktionen» hin zu «neuen Features, die auf dem Mac bekannt sind und für das iPad gewünscht wurden». So gibt es neben vielem anderen neu:

  • Widerrufen/Wiederholen über das ganze System hinweg
  • Im «Kalender» gibts neu eine Verfügbarkeitsansicht
  • In «Kontakte» können doppelte Karten gefunden und zusammengeführt, sowie Listen erstellt werden.
  • Auch die «Dateien»-App wird mit iPadOS 16 in vielerlei Hinsicht verbessert. Es können neu Datei-Suffixe geändert werden, Ordner-Grössen ausgegeben werden, Ordner in der Listen-Ansicht erweitert und Spalten nach eigenem Gusto sortiert werden. Auch die Öffnen- und Speichern-Dialogfenster wurden erweitert und es gibt neu Navigations-Schaltflächen in der «Dateien»-App.
  • Die «Suchen und Ersetzen»-Funktion wurde systemweit neu konzipiert und umgestaltet.
  • Ein neues Dokumenten-Menü in Apps wie «Dateien», «Pages» oder «Keynote» zeigt häufig genutzte Funktionen wie «Duplizieren», «Umbenennen», «Bewegen» direkt zum Ausführen an.
  • Die Toolbar / Werkzeugleisten in iPadOS sind neu erstmals auch anpassbar.
  • Neue API für Entwickler, um all diese neuen «Desktop-class App»-Fähigkeiten in eigene Apps zu implementieren.

Das Liquid Retina XDR Display in den neueren 12.9-Zoll iPad Pro ist ein wahres Pro-Display. Mit dem neuen «Referenzmodus (Reference Color)» können Farbanforderungen für Arbeitsabläufe wie Color Gradings und Compositing erfüllt werden, wo genaue Farben und einheitliche Bildqualität ausschlaggebend sind. «Egal ob das iPad separat oder als zweites Display mit Sidecar oder direktem Anschluss verwendet wird», bietet der neue Modus einen einheitlichen Referenz-Arbeitsfluss über alle Geräte hinweg.

Für Personen mit einem M1 oder M2 betriebenen iPad gibt es neu eine Display-Skalierungseinstellung, mit welcher für mehr Anzeigefläche die Auflösung des Displays erhöht werden kann – nicht die Anzahl Pixel natürlich, aber die der Anzeige.

Apps können neu auf die vollen 16 GB des M1 iPad Air und der iPad Pro mit M1 und M2 zugreifen.

Stage Manager

Ebenfalls eine grosse Neuerung von iPadOS 16 ist der «Stage Manager». Damit lassen sich in iPadOS neu Apps nicht mehr nur Full-Screen oder in einem Split-View nutzen, sondern die Fenster lassen sich neu beliebig in ihrer Grösse verändern und überlappend darstellen. Weitere Details zu «Stage Manager» im Thema zu macOS 13 «Ventura».

Zuerst war Stage Manager in iPadOS 16 nur für iPad-Modelle mit M1-Chip oder neuer vorgesehen. Nach lauter Kritik hat Apple diese Limitierung gelockert (neu auch iPad-Modelle von 2018 und 2020 mit A12X und A12Z), gleichzeitig wurde aber die Fähigkeit von Stage Manager, auch auf einem externen Bildschirm separat genutzt zu werden, entfernt. Für M1-betriebene iPad-Pro-Modelle soll die Externe-Bildschirm-Unterstützung in Stage Manager zu einem «späteren Zeitpunkt» wiedereingeführt werden.

Stage Manager war in der Beta-Phase zu iPadOS 16 zudem stets sehr fehleranfällig. Die neue Funktion geriet von vielen Testern dermassen in Kritik, dass zuletzt gefordert wurde, Apple solle die Funktion in iPadOS 15 vorerst nur versteckt und mit «Beta» gekennzeichnet anbieten.

iPad als HomeKit-Hub: Nur noch bisherige Funktionen

Wer ein iPad als Home-Hub nutzt, muss ab iPadOS 16 Abstriche machen. Nur noch die «Apple TV»-Settop-Box und HomePods werden neue Funktionen unterstützen, iPad ab iPadOS 16 nur noch jene Funktionen, die bis und mit iPadOS 15 verfügbar waren – neue Home-Funktionen werden ab iPadOS 16 entsprechend nicht mehr unterstützt werden.

Alle Neuerungen in iOS 16.2 beta

Stage Manager auf externem Bildschirm

Kurz vor der Veröffentlichung von iPadOS 16 hat Apple die neue Multitasking-Ansicht «Stage Manager» so angepasst, dass sie zwar auf älteren iPad-Modellen mit A12Z- und A12X-Chips einsetzbar ist, gleichzeitig wurde aber auch temporär die Unterstützung für externe Bildschirme entfernet. Apple kündigte an, diese Funktionalität in einem späteren iPadOS-Update wieder einzuführen. Mit der ersten Beta zu iPadOS 16.2 ist es nun wieder möglich, Stage Manager auf einem externen Bildschirm zu nutzen.

Neue App «Freeform»

Die anlässlich der WWDC22 im Juni kurz angeteaserte neue App «Freeform» ist mit der ersten iPadOS-16.2-Beta erstmals verfügbar. Mit der App bietet Apple eine Miro-ähnliche Funktionalität.

Neue Architektur für «Home»-App

Apple hat anlässlich der WWDC22 für die «Home»-App eine komplett neue Architektur versprochen. Einerseits kommt die App mit iOS 16, iPadOS 16 und macOS 13 bereits mit einer neuen Benutzeroberfläche daher und seit dem Update auf iOS 16.1 (resp. direkt mit der Veröffentlichung von iPadOS 16(.1) und macOS 13 «Ventura») unterstützt Apple auch den neuen Smart-Home-Standard «Matter». Mit dem neuen Update wird nun die komplette Architektur der App generalüberholt. Durch die Auffrischung soll die App performanter und stabiler laufen. Um von den Neuerungen profitieren zu können, müssen alle heimischen Geräte auf die neue Architektur aktualisiert werden.

Mehr ProMotion

Via SwiftUI animierte Layout-Änderungen werden ab iPadOS 16.2 auch ProMotion-fähig sein, also mit bis zu 120 Hz animiert.

Alle Neuerungen in iOS 16.2 beta 2

A11y: Komplett neue UI «Custom Accessibility Mode»

Wie 9to5Mac entdeckt hat, verbirgt sich in den Tiefen der zweiten Beta zu iOS 16.2 und iPadOS 16.2 auch ein neuer Bedienungshilfen-Modus namens «Custom Accessibility Mode». Dabei handelt es sich eine stark vereinfachte neue Benutzeroberfläche für das ganze System. Bilder und Details liefert 9to5Mac.

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